Costa Rica Fauna
Tierliebhaber wird Costa Rica zweifelsohne begeistern, kann es doch mit
einer unglaublich reichen und vielfältigen Fauna aufwarten. |
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Kolibri an Helikonie, Equis II, Golfo Dulce | ||||
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| Geoffroy-Klammeraffe |
Geoffroy-Klammeraffe
(Ateles geoffroyi) Der Geoffroy-Klammeraffe lebt in ganz Mittelamerika von
Mexiko bis Westpanama und wird hier "mono arana" oder "mono colorado"
genannt. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 34-55 cm, eine Schwanzlänge
von 60-85 cm und ein Gewicht bis zu 8 kg. Das Fell ist gold-, rot- bis
dunkelbraun. Die Hände und Füße sind schwarz. Klammeraffen sind wahre
Artisten. Sie fliegen aus hangelndem Schwung spielend 10 Meter über
Lichtungen hinweg, landen dabei zielsicher im gegenüberliegenden Geäst.
Hin und wieder verknäueln sie sozusagen alle 5 Extremitäten um den Körper
und lassen nur den Kopf aus diesem Wirrwarr herausschauen. Außerdem hängen
Klammeraffen gerne an ihrem Schwanz von Ästen herunter und erkunden die
Umgebung. In freier Natur findet man häufig Großverbände, bestehend aus
Klammeraffen, Wollaffen und Brüllaffen. Die Nahrung besteht aus Früchten
und Blättern. Nach einer Tragzeit von etwa 225 Tagen bringen die Weibchen
ein Junges zur Welt. Der Bestand des Geoffroy-Klammeraffen ist stark
gefährdet. |
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| Kapuzineraffe |
Weißschulter-Kapuzineraffe
(Cebus capucinus) Der Kapuzineraffe, der in Mittel- und Südafrika zuhause
ist, verdankt seinen Namen dem Kapuzinermönch, dessen Käppchen ähnlich
aussieht wie die Kopffärbung des Affen. In Costa Rica kommt der
Weißschulter-Kapuzineraffe vor, er wird dort ´"mono carablanca" genannt.
Kapuzineraffen sind mit rund 45 cm Länge recht klein und haben einen
Greifschwanz, den sie um die Äste schlingen, wenn sie in den Bäumen
umherklettern. Sie bewohnen feucht-heiße Urwälder und trockene, dunkle
Bergwälder, wo sie sich von Blüten, Früchten, Insekten und kleineren
Wirbeltieren ernähren. Auch Vögel werden erbeutet. Die Kapuzineraffen
leben in Gruppen von 10 bis 25 Tieren, dies Gruppe bewohnt ein festes
Revier, das zwischen 30 und 80 Hektar groß ist.. Nach einer Tragezeit von
rund 6 Monaten bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, ganz selten auch
zwei. |
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| Mantelbrüllaffe |
Mantelbrüllaffe
(Alouatta palliata) Die Gattung der Brüllaffen (Alouatta) besteht aus 6
Arten. Sie leben in den ungestörten Trocken- bis Regenwäldern und den
Savannen, bevorzugt in Flußnähe. Die Mantelbrüllaffen kommen von Mexico
bis nach Kolumbien vor, in Costa Rica werden sie "mono colorado" oder
"mono anana" genannt. Mantelbrüllaffen haben Kopf-Rumpf-Längen von 30 bis
60 cm und Schwanzlängen von etwa 60 cm, das Gewicht liegt bei ca. 7 kg.
Das Fell ist mittelmäßig lang, am Bauch spärlich. Die Brüllaffen haben
einen aufgeriebenen Zungenbein- und Schildknorpel des Kehlkopfes. Dieser
dient als Resonanzorgan. Betont wird der Bereich noch durch einen Bart.
Entsprechend laut sind die Rufe der Brüllaffen. So ein Brüllkonzert fängt
unvermutet an und ist dann etwa 3-5 km weit zu hören. Brüllaffen bewegen
sich ausschließlich hangelnd fort. In freier Natur findet man häufig
Großverbände, bestehend aus Brüllaffen, Wollaffen und Klammeraffen, die
feste Reviere bis zu einer Größe von 60 Hektar bewohnen. Die Nahrung
besteht aus Früchten und Blättern. Nach einer Tragzeit von 180-195 Tagen
bringen die Weibchen jeweils ein, selten auch zwei Junge zur Welt. |
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| Rotrücken-Totenkopfaffe |
Rotrücken-Totenkopfaffe
(Saimiri oerstedii) Totenkopfaffen, es gibt fünf Arten, sind in den
Tropenwäldern Mittel- und Südamerikas beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet
erstreckt sich von Costa Rica bis ins mittlere Brasilien und Bolivien, wo
sie die Tropischen Regenwälder bewohnen. Der hier abgebildete
Rotrücken-Totenkopfaffe kommt jedoch nur noch an der südpazifischen
Küstenregion in Costa Rica vor (Nationalpark Manuel Antonio, Region um den
Golfo Dulce, Osa) sowie in Panama, ebenfalls am Pazifik. In Costa Rica
werden die Affen "mono ardilla" oder "mono tití" genannt. Totenkopfaffen
werden (ohne den ca. 40 cm langen Schwanz) 25 bis 35 cm groß und sind rund
1 kg schwer. Totenkopfaffen sind tagaktiver Baumbewohner, die im Gegensatz
zu anderen Affenarten ihren Schwanz nicht zum Klettern, sondern als eine
Art "Balancierstange" oder auch als Werkzeug verwenden. Sie sind
Allesfresser, wobei Früchte und Insekten den Hauptbestandteil ihrer
Nahrung bilden. Gelegentlich nehmen sie auch Nüsse, Knospen, Eier und
kleine Wirbeltiere zu sich. Totenkopfaffen leben in großen Gruppen mit bis
zu 500 Tieren. Die Paarung der Totenkopfaffen ist saisonabhängig, in der
Regenzeit bringt das Weibchen nach 150- bis 170-tägiger Tragezeit ein
Jungtier zur Welt. Die Mütter kümmern sich ausschließlich um den
Nachwuchs, der mit rund 10 Monaten entwöhnt wird. Der
Rotrücken-Totenkopfaffe ist stark bedroht durch Verlust seiner Lebensräume
und Nahrungsgrundlagen. |
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| Ameisenbär |
Nördlicher
Tamandua (Tamandua mexicana) Dieser Ameisenbaer, auch "oso hormiguero"
genannt, kommt in Mittelamerika und dem nordwestlichen Südamerika vor und
besiedelt dort offene Wälder und Savannen. Tamanduas werden über 60 cm
lang. Hinzu kommt noch ihr Greifschwanz, der ebenso lang wie der Körper
sein kann. Ihr Gewicht beträgt bis zu 6 kg. Das wohl auffallendste Merkmal
aller Ameisenbären ist ihre verlängerte Schnauze, in der die sehr lange
Zunge untergebracht ist. Oft wird fälschlich angenommen, dass die Zunge
der Ameisenbären, mit der sie Ameisen und Termiten aufsammeln, klebrig ist
- alle Ameisenbärenarten befeuchten ihre Zunge allerdings lediglich mit
Speichel. Zum Aufsammeln und Fressen von Ameisen und Termiten sind Zähne
nicht notwendig. Daher sind bei Ameisenbären im Laufe ihrer Evolution die
Zähne zurückgebildet worden. Allerdings besitzen Tamanduas im Gegensatz zu
ihren völlig zahnlosen Verwandten, den Großen Ameisenbären (Myrmecophaga
tridactyla) noch Zähne. Die Großen Ameisenbären sind sicherlich bekannter
als ihre kleineren Verwandten, die Tamanduas. Es sind Bodenbewohner, die
vor allem in den südamerikanischen Graslandschaften leben. Auch Tamanduas
sind hin und wieder am Boden anzutreffen, vor allem halten sie sich aber
in Bäumen auf, wo sie nach Ameisen- und Termitennestern suchen. Um die
Nester zu öffnen, sind Tamanduas mit sehr scharfen Krallen an den
Vorderfüßen ausgerüstet. Sie achten darauf, ein Nest nie vollständig zu
zerstören. Vielmehr entnehmen sie nur einen kleinen Teil des Ameisen- oder
Termitenvolkes und suchen dann das nächste Nest auf. So "ernten" Tamanduas
Ameisen und Termiten und erhalten gleichzeitig die Nester für die nächste
"Ernte". Ameisen und Termiten sind zwar die bevorzugte, aber nicht die
ausschließliche Nahrung der Tamanduas; auch Früchte stehen auf ihrem
Speiseplan. Auf der Suche nach Nahrung bewegen sich Tamanduas sehr
gemächlich durch das Geäst. Ihr Greifschwanz tastet ständig nach festem
Halt, was die Fortbewegung noch verzögert. Die nacht- und
dämmerungsaktiven Tiere schlafen tagsüber häufig in Astgabeln, wobei ihnen
ihr um einen Ast geschlungener Greifschwanz sicheren Halt gibt. Tamaduas
sind nicht besonders wählerisch, was ihren Lebensraum angeht. Sie leben
sowohl in Regenwäldern als auch in Trockenwäldern und in parkähnlichen
Landschaften. Sie sind noch relativ häufig. Tamanduas sind Einzelgänger,
die sich für gewöhnlich nur zur Paarung zusammenfinden. Nach einer
Tragzeit von etwa sechs Monaten wirft das Tamandua-Weibchen ein einziges
Jungtier, das sich sogleich auf dem Rücken der Mutter festklammert. In den
nächsten drei Monaten ist das sein Lieblingsplatz, den es nur höchst
ungern verlässt. Danach unternimmt das Jungtier aber immer öfter Ausflüge
und beginnt mit der Suche nach seinen krabbelnden Beutetieren. |
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| Jaguar |
Jaguar
(Panthera onca) Die in Costa Rica "tigre" Großkatze lebt in Mittel- und
Süd-Amerika und ist in den verschiedensten Lebensräumen zu Hause: im
Regenwald, im Buschland bis hin zu Küstenwäldern und - wenn auch selten -
in offener Landschaft. Früher waren Jaguare auch in Kalifornien, Arizona,
Texas und Louisiana beheimatet, mittlerweile wurden sie bis in den Süden
Mexikos zurückgedrängt. In Costa Rica kommen sie noch in der
Talamanka-Region, auf der Osa-Halbinsel und in der Region um den Golfo
Dulce vor. Der Jaguar ist die größte Katze der Neuen Welt und der einzige
Vertreter der Panther auf dem amerikanischen Subkontinent. Relativ häufig
kommen neben den normalen, goldbraun gefärbten Tieren auch schwarze
Jaguare vor, ab und zu tritt sogar einmal ein Albino auf, das heißt ein
Tier mit weißem Fell. Es ist interessant zu beobachten, dass in
waldreichen Gegenden häufiger schwarze Jaguare vorkommen als auf offenem
Gelände. Und die Bewohner des Regenwaldes in Amazonien sind deutlich
kleiner als die Artgenossen in Savannenlandschaften, wie zum Beispiel im
brasilianischen Pantanal. Das Gewicht eines ausgewachsenen Jaguarmännchens
beträgt in Waldgegenden um die 70 Kilo, in der Savanne auch über 100
Kilogramm. Sie erreichen eine Schulterhöhe bis zu 80 Zentimetern und
können bis zu 2,00 Meter Länge erreichen. Jaguare sind Einzelgänger und
setzen alles daran, Kontakt mit Artgenossen zu vermeiden. Aus diesem Grund
haben sie ein ausgeprägtes Revierverhalten: Männchen und Weibchen dulden
sich nur während der Paarungszeit. Das Territorium eines Jaguars hat, je
nach Verfügbarkeit von Beutetieren, eine Größe von 30km² bis 500km². Wie
kaum eine andere Katze, ist der Jaguar mit dem Wasser verbunden. Jaguare
erlegen über 85 verschiedene Tierarten. Dazu gehören zwar auch große
Beutetiere wie Pekaris, Tapire, Schildkröten, Affen, Kaimane und Hirsche,
doch meist müssen sie sich mit kleinen Nagern, Vögeln und Reptilien
abgeben. Nach einer Tragzeit von ca.100 Tagen werden 1-4 Junge geboren.
Diese werden 2 Monate lang gesäugt, bevor sie entwöhnt werden. Nach 6
Monaten beginnen die Jungen selbst zu jagen. Nach 3 - 4 Jahren sind sie
paarungsbereit. Die Mutter wird wieder paarungsbereit, wenn ihre Jungen
sie nach ca. zwei Jahren verlassen. Diese majestätische Großkatze wurde
leider unkontrolliert bejagt und ist daher jetzt sehr selten geworden. Der
Verlust der natürlichen Lebensräume durch Abholzung usw. hat ein übriges
dazu getan. Es wurden Schutzmaßnahmen ins Leben gerufen, aber es ist
abzusehen, daß der Bestand der Jaguare weiterhin abnimmt. |
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| Jaguarundi |
Jaguarundi
(Herpailurus yaguarondi) Die ca. 70 cm lange und bis zu 8 kg schwere Katze
wird in Costa Rica "león breñero" genannt. Jaguarundis kommen vom Süden
der USA, über Mittelamerika bis zum südlichen Südamerika vor, mit Ausnahme
von Chile und Uruguay. Sie bewohnen Buschland und Regenwälder und steigen
im Gebirge bis zu 2.000 Meter hinauf. Ab und an kommen schwarze
(melanistische) Exemplare vor, meist in Regenwaldregionen. Jaguarundis
ernähren sich von Kleinsäugern, Vögeln, Reptilien und Fischen, die sie im
Dickicht, meist in Ufernähe, erbeuten. Auch Überfälle auf Hühner sind
nicht selten. Meist werden Jaguarundis als einzelgängerisch oder paarweise
lebend beschrieben, allerding lassen ihre große Vielfalt an Lautäußerungen
vermuten, dass sie geselliger als andere Katzenarten leben. Nach einer
Tragzeit von 70-75 Tagen bringt das Weibchen an einem geschützem Ort 2-4
Jungen zur Welt. Nach etwa zwei Jahren werden die Jungen geschlechtsreif. |
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| Ozelot |
Ozelot
(Leopardus pardalis) Der Ozelot kommt mit 11 Unterarten von Texas über
Mexico und Mittelamerika bis nach Paraguay und Argentinien vor. In Costa
Rica wird er "manigordo" genannt. Die Fleckkatze wird zwischen 90 und 160
cm lang (inkl. Schwanz) und kann bis zu 16 kg wiegen, trotz der nicht eben
kleinen Proportionen zählt er zu den Kleinkatzen. Er lebt im feuchtwarmen
Dschungel, im nebligem Bergwald, in dichten Mangrovenwäldern und
halbtrockener Dornbuschsavanne. Das offene Feld meidet er, weil er für die
Jagd auf Deckung angewiesen ist. Der meist einzelgängerische Ozelot ist
nachtaktiv, den Tag verschläft er in einer Baumhöhle, in dichtem Gebüsch
oder auf einem tiefliegenden Ast. Ozelots leben ab und an paarweise und
stehen dann in ständigem stimmlichen Kontakt zum Partner. Die
Fortpflanzungszeit ist offensichtlich nicht an bestimmte Jahreszeiten
gebunden. Die Weibchen gebären nach etwa 70 Tagen Tragzeit 1-3 Junge.
Durch Bejagung wegen seines Felles sind Ozelots mittlerweile selten und
gelten als gefährtet. |
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| Ozelotkatze |
Ozelotkatze,
Oncilla oder Tigerkatze (Leopardus tigrinus) Tigerkatzen, es gibt 3
Unterarten, sind reine Waldbewohner des tropischen Mittel- und Südamerika.
In Costa Rica wird sie "caucel" genannt. Sie ernähren sich von großen
Insekten, Eidechsen, Vögeln und Kleinsäugern. Häufig treten bei ihnen
Schwärzlinge auf. Bei einem Gewicht bis zu 3 kg erreichen sie eine
Gesamtlänge von 100 cm, davon entfallen rund 35 cm auf den Schwanz.
Paarungszeit ist meist der November. Nach einer Tragzeit von 75 Tagen
kommen meist 1 oder 2 Junge zur Welt. Weil ihr Lebensraum durch Abholzung
immer weiter eingeschränkt wird und die Tiere wegen ihres Fells gejagd
werden, ist ihr Bestand stark gefährdet. |
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| Puma |
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| Graufuchs |
Graufuchs
(Urocyon cinereoargenteus) Mit einer Körperlänge von 53-73 cm sind
Graufüchse die kleinsten Hundeartigen. Sie bewohnen nahezu alle
Lebensräume von Südkanada bis zum nördlichen Südamerika, in Costa Rica
werden sie "zorro gris" genannt. Als einzige Hunde können Graufüchse auf
Bäume klettern. Sie steigen auf Bäume, wenn sie von Feinden gejagt werden,
aber auch aus eigenem Antrieb, zum Beispiel auf der Nahrungssuche. Die
wichtigste Nahrung sind wohl baumbewohnende Hörnchen, aber Graufüchse
jagen auch Mäuse, Kaninchen, Vögel und Insekten, und fressen nebenher
Beeren, Früchte und andere Pflanzenkost. Der Graufuchs gräbt keinen
eigenen Bau, sondern sucht sich für den Tag Unterschlupf in hohlen Bäumen,
Felsspalten usw. Bei Nacht werden sie aktiv. Graufüchse sind
wahrscheinlich monogam und bleiben ein Leben lang paarweise zusammen. Im
Wurf befinden sich im Schnitt vier Welpen. |
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Kojote |
Kojote,
Prärie- oder Heulwolf (Canis latrans) Der Kojote erreicht mit einer
Schulterhöhe von 45-53 cm etwa die Größe der kleinen Unterarten des
Wolfes. Sein Gewicht kann bis zu 30 kg betragen, bleibt aber meist
darunter. Obwohl die Kojoten wie alle Hundeartigen der starken Verfolgung
durch den Menschen ausgesetzt sind, konnten sie ihren Lebensraum in Nord-
und Mittelamerika bisher recht gut verteidigen. Der Kojote lebt in der
Hauptsache von Kleintieren, verschmäht aber auch Aas und Abfälle nicht, so
daß er als »Unratvertilger« in der Natur eine große Rolle spielt. Ebenso
betätigt er sich in den Beständen größerer Säugetiere als
»Gesundheitspolizei«, indem er schwache und kranke Tiere erbeutet und so
an der Gesunderhaltung des Bestandes mitwirkt. Kojoten leben paarweise
oder in kleinen Gruppen, wobei es sich dann meistens um ein Paar mit
Jungtieren verschiedenen Alters handeln dürfte. Das ausgewachsene Paar
bleibt viele Jahre zusammen. Nach der Paarbildung, die unter Umständen nur
einmal im Leben stattfindet, beziehen die Kojoten eine gemeinsame
Wohnhöhle. Nach einer Tragzeit von 60-65 Tagen bringt das Weibchen bis zu 10 Welpen zur Welt, die bei der Geburt noch blind sind. Nach etwa 10-15 Tagen öffnen sie die Augen und nehmen schon bald neben der Muttermilch auch von der Mutter ausgewürgtes Fleisch auf. Neben dem Menschen und dem Wolf hat der Kojote noch eine Reihe weiterer Feinde zu fürchten. An erster Stelle ist hier der Puma zu nennen, dem vor allem viele halbwüchsige Heulwölfe zum Opfer fallen. In seinem südlichen Verbreitungsgebiet kommt auch dem Jaguar größere Bedeutung als Feind zu. |
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| Makibär |
Maki-
oder Schlankbär (Bassaricyon gabbii) Der Makibär lebt in Mittel und im
nördlichen Südamerika und bewohnt dort neblige Waldgebiete und tropischen
Regenwald bis in Höhen zu 2.000 m. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt rund 40
cm, der Schwanz mißt rund 45 cm. Dabei kann ein Gewicht von 1,5 kg
erreicht werden. In Costa Rica wird er "olingo" genannt. Auf dem Boden ist
er so gut wie nie zu finden. Sein langer Schwanz und die kräftigen
Greifhände helfen ihm, die Balance in den Bäumen zu halten. Auf seinem
Speiseplan stehen Früchte, Nektar, Insekten und selten kleine Tiere. Der
Einzelgänger ist nachtaktiv. Das Weibchen gebärt in der Regel nur ein
Jungtier mit einem Gewicht von ca. 55 Gramm bei der Geburt. Das Jungtier
öffnet die Augen nach 27 Tagen, im Alter von 2 Monaten ist es selbständig. |
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| Katzenfrett |
Mittelamerikanisches
Katzenfrett (Bassariscus Bassariscus sumichrasti) sind eine als besonders
ursprünglich angesehene Gattung der Kleinbären. Heute gibt es zwei Arten
dieser gestaltlich eher an Schleichkatzen als an Bären erinnernden Tiere.
Das Mittelamerikanische Katzenfrett kommt vom Süden Mexikos bis nach
Panama vor, es lebt dort in den tropischen Regenwäldern. In Mittelamerika
wird es "cacomixtle", d.h., halber Puma, genannt. Katzenfrette sind etwa
80 cm lang, davon entfällt gut die Hälfte auf den Schwanz. Sie sind
Allesfresser und jagen nach Hörnchen, Vögeln, Insekten und rauben
Vogelnester aus, außerdem fressen sie Beeren und Obst. Die großen Augen
weisen das Katzenfrett als nachtaktives Tier aus. Es ruht in Höhlen, die
in etwa 5 m Höhe liegen und sich entweder in Bäumen, Felsen oder
Säulenkakteen befinden. Beim Schlafen legt es den Schwanz wärmend um den
Körper. In einem Wurf befinden sich zwei bis vier Junge, die nach etwa
sechzig Tagen Tragzeit zur Welt kommen. Sie sind anfangs blind und
hilflos. Im Alter von acht Wochen erlangen sie die Fähigkeit, das Nest zu
verlassen und das Muttertier zu begleiten. Nach vier Monaten sind sie
selbständig. |
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| Nasenbär |
Nasen- oder Weißrüsselbär (Nasua narica) Das Verbreitungsgebiet des Nasenbären
erstreckt sich vom Süden der USA, über Mexico bis nach Mittelamerika. Die
Tiere leben hier in tropischen Regenwäldern, in trockenen Hochwäldern aber
auch im Grasland bis hin an den Rand von Wüsten. Man unterscheidet 4 Arten
mit 17 Unterarten, in Costa Rica ist der Weißrüsselbär weit verbreitet,
man nennt ihn hier "pizote". Er wird inkl. Schwanz zwischen 80 und 130 cm
groß und wiegt zwischen 3 und 6 kg. Der Weißrüsselbär ernährt sich von
Früchten, Eiern, Vögeln und Kleinsäugern. Als reines Tagtier lebt er
gesellig in großen Weibchenverbänden, denen sich ein einzelnes Männchen
zur Fortpflanzungszeit hinzugesellt. Die erwähnten Weibchentgruppen setzen
sich aus bis zu 25 oft miteinander verwandten weiblichen Tieren und deren
Jungen zusammen. Während der Paarungszeit, die in die Monate Januar bis
März fällt, suchen die während des Jahres einzeln lebenden Männchen die
Weibchengruppen auf und rivalisieren um die Übernahme der jeweiligen
Gruppen. Immer nur ein Männchen behält hier die Oberhand und verteidigt
den »Gruppenbesitz« energisch gegen jeden Nebenbuhler. Nach einer Tragzeit
von ca. 72 Tagen sondern sich die Weibchen von der Gruppe ab und werfen in
einem einfachen Baumnest 2-7 Junge, die sie 25 Wochen säugen. Nach fünf
Wochen schließt sich die Familie wieder der Gruppe an, die Mitglieder
halten jedoch noch engen Kontakt untereinander. Die Nasenbären werden in
manchen Nationalparks angefüttert, bzw. von Besuchern gefüttert -
mittlerweile sollte es jedem bekannt sein, das tunlichst zu unterlassen. |
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| Waschbär |
Waschbär
(Procyon lotor) Der von Kanada bis ins nördliche Südamerika verbreitete
Waschbär wird bis zu 60 cm lang und erreicht ein Gewicht von 12 kg.
Waschbären sind, was ihre Umgebung betrifft, nicht wählerisch. Sie
bewohnen vorzugsweise Wälder in Flußnähe, sind aber auch auf Agrarland und
in Städten zu finden. In Costa Rica werden sie "mapache" genannt. Weil
Waschbären nachtaktiv sind, sind sie nur schwer zu beobachten. Tagsüber
halten sie sich in Höhlungen aller Art verborgen und zwar in Fuchsbauten,
in Holzstapeln, in hohlen Bäumen, in Felsspalten, Stollen, Steinbrüchen
und Kanalisationsröhren. Als Allesfresser ernähren sie sich von
Kleinsäugern, Vögeln und Vogeleiern, Fischen, Reptilien, Amphibien,
Insekten, Obst, Nüssen und Früchten. In der Brunftzeit streifen die
Männchen ruhelos auf der Suche nach Weibchen umher. In dieser Zeit paart
sich das Männchen mit mehreren Weibchen. Neun Wochen nach der Begattung
bringt das Weibchen in seiner Schlafhöhle ein bis sieben Junge zur Welt.
Die Jungen wiegen bei der Geburt um die 70 Gramm und sind ca. 16 cm lang.
Im Alter von fünf Wochen verlassen die Jungen zum ersten Mal das Nest und
mit zehn Wochen begleiten sie die Mutter auf der Nahrungssuche. Mit vier
Monaten werden die Jungen entwöhnt und kurz darauf selbständig. |
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| Wickelbär |
Wickelbär
(Potos flavus) Der Wickelbär gehört zur Familie der Kleinbären, in Costa
Rica wird er "kinkajou" oder "martilla" genannt. Der Lebensraum des
Wickelbären erstreckt sich über Mittelamerika bis in die Nordhälfte
Südamerikas. Dort lebt er in den Wipfeln der tropischen Wälder bis zu
einer Höhe von 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Wickelbären erreichen
eine Körperlänge von bis zu 110 cm bei einem Gewicht von bis zu 4,5 kg.
Der kräftige runde Wickelschwanz nimmt die Hälfte der Körperlänge ein und
ist bis zur Spitze gleichmäßig dick. Er fungiert als 5. Hand und eignet
sich gut zum Klettern und Festhalten. Wickelbären sind nachtaktiv und
leben in kleinen Gruppen ohne strenge Rangordnung. Auf dem Speisenplan
stehen hauptsächlich Früchte, Nüsse, Honig und Vogeleier. Die Paarungszeit
ist nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Nach einer Tragzeit von
rund 115 Tagen bringt das Weibchen ein bis zwei blinde und taube Junge zur
Welt. Wickelbären haben ein sehr freundliches Wesen, wodurch die Tiere
schnell sehr zahm werden. In ihrer Heimat werden Wickelbären zum Teil wie
Katzen gehalten - von vielen Indianerstämmen aber auch gegessen. |
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| Opossum |
Nordopossum
(Didelphis virginiana) Opossums findet man in der Osthälfte und der
Westküste der USA, Mittelamerika bis in den Nordwesten Costa Ricas. Als
Lebensraum bevorzugen sie verschiedenste Vegetationen, von trockenen
Prärien über Laubwälder bis zu Nadelwäldern. Auch Flüsse, deren Ufer mit
Bäumen und Büschen bewachsen sind. Opossums erreichen eine
Kopf-Rumpf-Länge von 32-50 cm, eine Schwanzlänge von 25-54 cm und ein
Gewicht von 0,5 bis 5,5 kg. Bei Gefahr können sie sich tot stellen. Die
Nahrung besteht aus Insekten, Schnecken, Fröschen, Vögeln, Kleinsäugern,
Regenwürmern, Schlangen, Aas und Früchten. Opossums sind dämmerungs- und
nachtaktiv. Sie sind Einzelgänger und streifen umher, ihre Reviere können
bis zu 20 ha. umfassen. Die Fortpflanzungszeit fällt von Januar oder
Februar bis Oktober. Die Tragzeit beträgt 12-13 Tage, die Beuteltragzeit
noch mal 60 Tage. Das Weibchen bringt pro Wurf (pro Jahr 1-3 Würfe) etwa
14-21 Junge zur Welt, von denen nur etwa 6-9 die Zitzen erreichen. Das
Geburtsgewicht liegt bei ca. 0,13 g, die Größe bei etwa 1 cm. Mit einem
Alter von etwa 50-60 Tagen verlassen die Jungen den Beutel. Entwöhnt
werden die Jungen nach etwa 100 Tagen. Neben dem Nordopossum kommt in
Costa Rica noch das Zentralamerikanische Opossum (Didelphis marsupialis)
vor, das in Costa Rica "zorro pelón" genannt wird. |
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| Fischotter |
Neotropischer
Fischotter (Lontra longicaudis) Die "nutria" genannten, bis zu 80 cm
langen und rund 10 kg schweren, marderartigen Fischotter, kommen von
Mexico bis Südamerika vor. Man findet sie in Flüssen, Mangrovengebieten,
Seen und schnell fließenden Bächen mit viel Vegetation. Sie sind tagaktive
Einzelgänger und sehr scheu. Als hervorragender Schwimmer, der bis zu 30
sek. unter Wasser bleiben kann, ernährt sich der Fischotter von Fischen,
Mollusken und Krustentieren, verschmäht aber auch Insekten, Reptilien,
Amphibien und kleinere Säugetiere nicht. Die Weibchen gebären einmal pro
Jahr, meist im Frühling meist zwei bis drei Junge. Nach einer Tragzeit von
rund 55 Tagen kommen die Jungen blind aber voll behaart zur Welt. Im Alter
von 44 Tagen öffen sie die Augen, nach ca. 74 Tagen beginnt ihr Leben im
Wasser. |
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| Langschwanzwiesel |
Langschwanzwiesel
(Mustela frenata) Das Langschwanzwiesel lebt in Nordamerika bis Panama, im
nördlichen Südamerika entlang an den Anden bis nach Bolivien. Es bewohnt
dort Felder, Savannen, Baumwälder, geht aber auch in die Nähe von
Siedlungen. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25-35 cm, eine
Schwanzlänge von 13-25 cm und ein Gewicht von 85-340 g. In Costa Rica wird
es "comadreja" genannt. Es ernährt sich von Amphibien, Reptilien, Vögeln
und Kleinsäugern, verschmäht aber auch Beeren und Früchte nicht. Dabei ist
es mutig und agressiv und geht sogar größere Tiere wie Kaninchen an. Auch
wenn Langschwanzwiesel ab und an am Tage angetroffen werden, so sind sie
doch in erster Linie nachtaktiv. Nach einer Tragzeit von rund 280! Tagen
bringt das Weibchen im April oder Mai ca. 6 Jungtiere mit einem Gewicht
von rund 3 gr. zur Welt. Die Kleinen werden 55 Tage aufgezogen, danach
gehen sie ihre eigenen Wege. |
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| Stinktier |
Stinktier
oder Südlicher und Östlicher Fleckenskunk (Spilogale
angustifrons/putorius) Skunke findet man in ganz Nord-, Mittel- und
Südamerika wo sie in verschieden Arten vorkommen. In Costa Rica kommen die
zwei o.g. Arten vor, sie werden hier "zorillo" oder "zorro hediondo"
genannt. Als Lebensraum bevorzugen sie lockeren Buschwald, Prärie und
steinige Halbwüsten, gemieden werden dichte Wälder. Die rund 50 cm langen
Skunke bringen rund 500 gr auf die Waage. Die geselligen Skunke sind meist
dämmerungs- und nachtaktiv. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von
Wirbellosen wie Regenwürmern, Käfern, Hummeln etc., kleinen Wirbeltieren
bis zu einer Größe von kleinen Kaninchen aber auch von Reptilien,
Amphibien, Fischen und Krebsen. Außerdem nehmen sie die
verschiedenartigste Pflanzenkost auf. Skunks sind in Amerika als Ratten-
und Mäusevertilger sehr geschätzt. Fleckenskunks klettern gerne auf Bäume,
damit sind sie die einzigen Skunke, die klettern können. Zeitweise halten
sie sich in Baumhöhlen auf, die bis zu 10 m über dem Boden liegen. Es
kommt häufig vor, dass sich mehrere Tiere eine Baumhöhle zum Schlafen
teilen. In der Jahresmitte bringt das Weibchen, die Fähe, nach rund 42
Tagen Tragzeit 2 bis 6 Jungen zur Welt, die dann knapp 8 Wochen gesäugt
werden und dann auch ihr Nest verlassen. Skunke haben sehr wenige
natürliche Feinde, das liegt an ihrem ausgeklügelten
Verteidigungsmechanismus, sie haben hervorragend ausgebildete Stinkdrüsen,
mit denen sie in der Lage sind, übel riechendes Drüsensekret über vier
Meter zielgenau in das Gesicht des Angreifers zu spritzen. Erwachsene
Tiere machen bei Gefahr aber nicht sofort von den Stinkdrüsen Gebrauch.
Erst drohen sie dem Gegner, indem sie ihm die Hinterseite zeigen und den
Schwanz steil aufrichten. Reicht das nicht, drehen sie dem Gegner noch den
Kopf zu und fletschen die Zähne. Erst wenn diese Drohung nicht zum Erfolg
führt, dann wird ein dünner Strahl des Sekrets ins Gesicht des Angreifers
gespritzt. Bleibt dies auch noch ohne Wirkung, dann folgen innerhalb
kürzester Zeit weitere "Sekretschüsse". Kommt dieses Sekret auf heile
unversehrte Haut, dann stinkt es nur, bleibt aber einige Tage haften, ohne
an Geruchsstärke abzunehmen. Kommt es aber auf Wunden oder auf
Schleimhäute, wie Nase, Mund oder sogar in die Augen, kann es heftige
Schmerzen hervorrufen, die lang anhalten. |
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| Tayra |
Tayra
oder Hyrare (Eira barbara) Die zur Familie der Marder gehörende Tayra
kommt vom Süden Mexicos bis in den Norden Argentiniens vor, sie lebt dort
in den Savannen und tropischen Wäldern und steigt bis auf 2.400 m hinauf.
In Costa Rica wird sie "tolomuco" genannt. Die Tayra erreicht eine
Kopf-Kumpf-Länge von 68 cm, der Schwanz mißt bis zu 47 cm. Die dämmerungs-
und nachtaktive Tayra kann sehr gut rennen, klettern und schwimmen. Ihre
Nahrung besteht hauptsächlich aus Baumhörnchen und anderen kleinen Nagern,
sowie Früchte und Honig. Entweder findet man Tayras in kleinen
Familiengruppen oder als Pärchen. Nach rund 70 Tagen Tragezeit bringt das
Weibchen 2 bis 3 Junge zur Welt, die dann knapp 3 Monate gesäugt werden,
bevor sie ihr Nest verlassen. |
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| Aguti |
Aguti,
mittelamerikanisches (Dasyprocta punctata) In Costa Rica "guatusa"
genannt. Vorkommen: Mexico bis Paraguay. Mit etwas Fantasie kann man den
Agutis ihre Verwandtschaft ansehen: Die Nager sind Vettern der
allbekannten Meerschweinchen. Allerdings sind sie größer, hochbeiniger und
schlanker. Man unterscheidet mehrere Arten, die sich in der Größe und im
Körperbau sehr ähneln, aber unterschiedliche Fellfarben haben. Agutis
werden bis zu 50 cm lang und etwa 3,5 kg schwer. Während der Vorderkörper
sehr schlank ist, ist der Hinterkörper der viel kräftiger. Man nennt einen
solchen Körperbau auch "Buschschlüpfertyp". Er ist eine Anpassung an das
Leben im Unterholz und verrät Agutis als Waldbewohner. Sie sind aber an
keinen enger begrenzten Lebensraum gebunden. Man findet sie in kühlen,
feuchten Tieflandwäldern, grasbedeckten Flussbänken, dichtem Gestrüpp,
trockenen Berghängen, Savannen und kultivierten Gebieten. Die Nahrung der
tagaktiven Tiere besteht aus Früchten und Pflanzenteilen, die die Agutis
mit den Vorderpfoten festhalten, während sie auf den Hinterpfoten sitzen.
Hin und wieder verzehren sie tierische Nahrung. Fortpflanzung: Nach einer
Tragzeit von ca. 3 Monaten bringt das Weibchen 2-4 Junge zur Welt. |
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| Baumstachler |
Baum-
oder Greifstachler (Sphiggurus) bzw. (Coëndou) Die Stachler leben mit
einigen Arten in den Wäldern von Südmexiko, Mittelamerika und Südamerika
und werden hier "puercoespín" genannt. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge
von 30-60 cm und eine Schwanzlänge von 33-45 cm. Der Schwanz ist als
Greifschwanz ausgebildet. Der ganze Körper ist von dornenartigen Stacheln
bedeckt, nur der Greifschwanz hat keine. Die Greifstachler klettern zwar
langsam, aber sehr sicher in den Bäumen umher. Ihre Nahrung besteht aus
Früchten und Blättern, die sie in den Bäumen finden. Sie verschmähen aber
auch Insekten und kleinere Reptilien nicht. Sie sind nachtaktive
Einzelgänger und untereinander sehr streitsüchtig. Die Weibchen bringen
meistens nur ein Junges zur Welt. Das Junge ist bei der Geburt schon
relativ groß, die Stacheln übrigens noch sehr weich und biegsam. In
Gefangenschaft werden Greifstachler ihrem Pfleger gegenüber sehr zahm, das
ist auch der Grund, warum sie in Lateinamerika von vielen Menschen als
Haustiere gehalten werden. |
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| Paca |
Paca
oder Tieflandpaca (Agouti paca) Die bis zu 70 cm langen und 12 kg schweren
Tiere, die zur Familie der Meerschweinchen gehören, kommen von Mexico bis
Paraguay vor und werden auch in Costa Rica "paca" genannt. Sie bewohnen
Erdhöhlen und leben in und an unzugänglichen Sümpfen, Dickichten und
sekundärem Bewuchs. Andererseits zieht es Pacas auch in die Nähe der
Zivilisation. Ihr Fleisch ist
wohlschmeckend und erinnert an Kalbfleisch, zum Nachteil der Pacas - sie
sind in manchen Gebieten selten oder lokal ausgestorben, da sie aus diesem
Grund stark bejagt werden. Pacas sind
nachtaktive Einzelgänger und werden selten in Paaren gesehen. Sie fressen
heruntergefallenes Obst, Blätter und einige Knollen wie die Malanga. Pakas
sind häufiger nahe am Wasser großer Flüsse bis hin zu kleinen
Sickerstellen und in sumpfigen Gebieten und undurchdringlichem Dickicht anzutreffen,
wo sie dann alleine nach Futter suchen. Pacas sind sehr gute Schwimmer, bei
Gefahr flüchten sie oft ins Wasser. Nach einer Tragzeit von knapp 120
Tagen bringt das Weibchen ein bis zwei Junge zur Welt, die im Alter von
einem Jahr geschlechtsreif werden. |
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| Faultier |
Zweizehenzweifingerfaultier
(Choloepus didactylus) Das in Mittel- bis nördlichem Südamerika
vorkommende Zweifingerfaultier lebt dort in tropischen Regenwäldern und
ernährt sich von Blättern, Blüten und Früchten. Es wird in Costa Rica
"perezoso de dos dedos" genannt. Das Faultier ist ein Säugetier, das die
meiste Zeit hoch in den Bäumen verbringt. Meist sieht man es mit dem
Rücken nach unten in den Ästen hängen. Regen perlt gut von seinem Pelz ab,
da der Pelz vom Bauch zum Rücken wächst. Die Arme des Faultiers sind
länger als die Beine, was mit dazu beiträgt, daß das Faultier nicht wie
die meisten anderen Säugetiere gehen oder stehen kann. Ganz selten kann
man das Faultier beim Schwimmen beobachten. Auch um seinen Stuhl zu
hinterlassen, kommt das Faultier hinunter auf den Boden. An jedem
Vorderbein hat das Faultier - im Gegensatz zu seinem kleineren Vetter, dem
50 cm großen Dreifingerfaultier - zwei Krallen. An den Hinterbeinen hat es
drei Krallen. Durch die langen sichelförmigen Krallen kann sich das Tier
hervorragend in den Ästen festhalten und in die Äste hängen. Das Faultier
kann sich durch seine Tarnfarbe gut vor Feinden wie z.B. dem Jaguar
verstecken. In der Regenzeit bekommt der Pelz des Faultiers einen
grünlichen Schimmer, da Algen im Pelz wachsen. So nähert sich das Faultier
dem Aussehen von Blättern an und hat bessere Chancen, nicht entdeckt zu
werden. Auch die Langsamkeit des Faultiers ist ein guter Schutz vor
Feinden, denn langsame Bewegungen können für das Auge schwierig zu
erkennen sein. Das Faultier schläft täglich bis zu 18 Stunden und bleibt
in dieser Zeit völlig bewegungslos. |
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| Neunbinden-Gürteltier |
Neunbinden-Gürteltier
(Dasypus novemcinctus) Die Gürteltiere sind Säugetiere und gehören zur
Familie der Nebengelenktiere. Das Gürteltier ist von Texas bis nach
Mittelargentinien verbreitet, ursprünglich kam es nur in Südamerika vor.
Als Lebensraum suchen die nachtaktiven Neunbinden-Gürteltiere bewaldete,
leicht sumpfige Regionen auf. An Flüssen oder Bächen bauen sie gerne ihre
Höhlen. Diese sind bis zu sieben Meter lang und haben einen Durchmesser
von 15 cm. Hier werden auch die Jungen geboren. Das Gürteltier erreicht
eine Körperlänge von 85 cm inklusive Schwanz und ein Gewicht von bis zu
sieben Kilogramm. Aufgrund ihres Panzers werden die Tiere auch "armadillo"
(spanisch: Gepanzerte) oder "cusuco" genannt. Dieser ist nicht wie der
einer Schildkröte starr, sondern durch gürtelartige Knochenringe, die zum
Bauch hin offen sind, flexibel. Bei Gefahr rollen sie sich blitzschnell zu
einer Kugel zusammen und sind so optimal geschützt. Neunbinden-Gürteltiere
sind Insektenfresser. Zu ihrer Hauptnahrung gehören Termiten, Käfer und
deren Larven. Ihre wurmartige Zunge ist von einem Drüsensekret, an dem die
Insekten kleben bleiben, überzogen. Der Geruchssinn der Tiere ist
besonders ausgeprägt. Es kann Insekten, die bis zu 20 cm tief im Boden
versteckt sind, aufspüren. Es kann übrigens rund 6 Minuten die Luft
anhalten und verhindert so, daß während des Grabens Erde in die Atemwege
gerät. Die flinken Läufer nutzen die "Gabe" des Luftanhaltens auch unter
Wasser, dort laufen die Gürteltiere über den Grund. Die Jungen werden im
Februar und März geboren. Neunbinden-Gürteltiere bringen immer vier
eineiige Jungen gleichen Geschlechts zur Welt. Bei der Geburt sind die
Jungen voll entwickelt. Sie werden schon nach sechs Monaten
geschlechtsreif. |
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| Tapir |
Mittelamerikanischer
Tapir (Tapirus bairdii) Der Mittelamerikanische Tapir ist der grösste
neuweltliche Tapir. Ausgewachsen wiegt er etwa 250 Kilogramm und wird bis
zu 2m lang. Das Verbreitungsgebiet des Mittelamerikanischen Tapirs
erstreckt sich vom südlichen Mexiko durch die verschiedenen
mittelamerikanischen Staaten bis ins nordwestliche Kolumbien und nach
Ecuador. Er wird hier "danta" genannt. Tapire sind äußerlich
schweineähnliche Säugetiere. Ihre Nasen sind zu kleinen Greifrüsseln
verlängert, mit diesen spüren sie die Blätter auf, von denen sie sich
vorwiegend ernähren. Mit ihren langen, muskulösen und beweglichen Zungen
gelangen sie auch an Blätter von Pflanzen, die dornenbewehrt sind. Neben
Blättern fressen Tapiere auch Nüsse, Gemüse und Früchte. Tapire waren und
sind typischerweise Bewohner von dichten Wäldern. Von den vier Arten leben
drei in Mittel- und Südamerika, wo sie in den wärmeren Gebiete verbreitet
sind, die vierte Art, der Schabrackentapir, ist in Südostasien beheimatet.
In ihrem Habitat sind Tapire auf die Nähe von Wasser angewiesen. Alle
Arten sind gute Schwimmer. Tapire leben als nachtaktive Einzelgänger.
Begegnen Artgenossen einander, verhalten sie sich sehr aggressiv. Nur
während der Paarungszeit kommen Männchen und Weibchen für kurze Zeit
zusammen. Die Tragzeit dauert etwas über ein Jahr, hiernach kommt ein
einziges Jungtier zur Welt. Neugeborene sehen bei allen Tapirarten gleich
aus: Sie sind dunkelbraun und tragen hellbraune bis weiße Längsstreifen,
die zu Flecken und Stricheln aufgelöst sein können. Nach einem halben Jahr
beginnt dieses Muster allmählich zu verschwinden; nach dem ersten
Lebensjahr sieht der junge Tapir in der Färbung aus wie sein Muttertier
und wird von diesem vertrieben. Mit vier Jahren ist er geschlechtsreif.
Obwohl sie von großen Katzen, Bären und Krokodilen gejagt werden, ist der
Mensch der größte Verfolger der Tapire. Tapire werden vom Menschen wegen
ihres Fleische und ihrer Häute bejagt. Sowohl die Jagd als auch der
Habitatverlust haben dazu geführt, dass die Bestandszahlen aller vier
Tapirarten drastisch gesunken sind. |
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| Pekari |
Pekari
(Tayassu pekari) Die Pekaris gehören zu den Schweineartigen. Sie sind von
Südamerika bis Nordamerika weit verbreitet. In Costa Rica kommen das
Weissbartpekari oder Bisamschwein und das Halsbandpekari vor. Der Name
Pekari kommt aus der Sprache der Tupi-Indianer Brasiliens und bedeutet
"Das Tier, das viele Wege durch den Wald macht". Pekaris werden in Costa
Rica "saino" (Halsbandpekari) bzw. "cariblanco" (Weissbartpekari) genannt.
Die Weissbartpekaris ziehen in Herden von bis zu 200 Tieren nomadisch
durch den Wald. Die Gruppen von Halsbandpekaris überschreiten selten 50
Tiere. Diese beiden Pekari-Arten ernähren sich von Knollen, Früchten,
Samen, Gräsern, Blättern, Eiern und kleinen Tieren. Auch Felder angebauter
Pflanzen werden von Pekaris überfallen und verwüstet, weshalb wilde
Pekaris nicht beliebt sind bei den Einheimischen. Das kleinere
Halsbandpekari wird bis zu 100 cm groß und 25 kg schwer, das größere
Weissbartpekari bis zu 125 cm groß und bis zu 40 kg schwer. Kleine
Halsbandpekaris werden auch gefangen, gezähmt und als Haustiere gehalten.
Das Pekari bekommt in Mittelamerika das ganze Jahr über gleichmäßig
Nachwuchs. Pekaris werden vor Ablauf des ersten Lebensjahres
fortpflanzungsfähig. Die Weibchen werden innerhalb einer Rotte
nacheinander von mehreren Keilern begattet, ohne daß es zu größeren
Brunstkämpfen kommt. Nach rund 150 Tagen Tragzeit setzt die Sau meist 2
Frischlinge, die der Rotte sofort folgen können. Pekaris sind sehr kräftig
und agressiv, und können mittels ihrer langen, scharfen Eckzähne sogar
ihren einzigen natürlichen Feinden, dem Jaguar und dem Puma gefährlich
werden. |
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| Weisswedelhirsch |
Weisswedelhirsch
(Odocoileus virginianus) Von allen amerikanischen Hirscharten hat der
Weisswedelhirsch das bei weitem größte Verbreitungsgebiet, er kommt von
Kanada über die USA vor; man findet ihn in ganz Mittelamerika und er ist
in weiten Teilen des nördlichen Südamerikas zu Hause. Ausserdem kommt der
Weisswedelhirsch auf einigen Inseln in der Karibik vor. In Costa Rica wird
er "venado" genannt. Die Weisswedelhirsche in Mittelamerika sind kleiner
als ihre nördlichen Verwandten, sie erreichen in Mittelamerika lediglich
100 cm Schulterhöhe. Weisswedelhirsche scheinen praktisch überall leben zu
können, wo es ganzjährig pflanzliche Nahrung gibt und wo Gehölze
irgendwelcher Art etwas Deckung vermitteln. Man findet sie von Meereshöhe
bis in Höhen von über 4000 Metern ü.M. Die einzigen Lebensräume, die sie
innerhalb ihres Verbreitungsgebiets nicht zu besiedeln vermögen, sind
echte Trockenwüsten und tropische Tieflandregenwälder - so kommt der
Weisswedelhirsch vorwiegend in Costa Ricas Nordwesten vor. Er ist in
seinen Ansprüchen an die Äsung ähnlich wählerisch wie das Reh. Zartes
Gras, Laub, Baumrinde, Früchte und Nüsse nimmt er je nach Jahreszeit auf.
Natürlich schont er leider auch die Anbauflächen der Farmer nicht. Die
Tragzeit des Weisswedelhirsches beträgt knapp 7 Monate, dann werden in der
Regel 2 Kälber geboren. Diese dienten übrigens Walt Disney als Vorbild für
seine Figur "Bambi". |
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| Fischerfledermaus |
Fischer-
oder Hasenmaulfledermaus (Noctilio leporinus) Die auf den Westindischen
Inseln, Mittel- und Südamerika vorkommende Fledermaus wird hier
"murciélago pescador) genannt, bis zu 10 cm groß und erreicht ein Gewicht
von rund 50 Gramm. Sie bewohnt tropische Wälder und felsige Klippen aber
immer in der Nähe von Seen, Flüssen oder auch in der Nähe des Meeres.
Hasenmaulfledermäuse sind nachtaktive Tiere. Am Tag verbergen Sie sich in
Höhlen und Felsspalten, manchmal auch in hohlen Bäumen. Die Jagd nach
kleinen Fischen, Insekten und Schalentieren beginnt am späten Nachmittag
oder frühen Abend. Fische werden von der Hasenmaulfledermaus mit Hilfe von
Ultraschallortung gejagt. Die Tiere sind in der Lage die Wellen
wahrzunehmen, die ein dicht unter der Wasseroberfläche schwimmender Fisch
erzeugt. Haben Sie einen Fisch geortet, wird er ergriffen. Im Zeitraum
zwischen Dezember und März bringt die Hasenmaulfledermaus ein Junges zur
Welt. Die Tragezeit beträgt etwa 8 Wochen. |
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| Buckelwal |
Buckelwal
(Megaptera novaeangliae) Der 11,5 bis 15 Meter lange Buckelwal, in Costa
Rica "ballena jorobada" genannt, erreicht ein Gewicht von 25 bis 30
Tonnen. Er bewohnt alle Ozeane bis zu den Packeisgrenzen. Im Winter
wandert er gen Süden, in Costa Rica kann man regelmäßig Buckelwale in der
Gegend der Osa-Halbinsel und im Golfo Dulce bewundern. Er ernährt sich von
Krill, Schwarmfischen und Tintenfischen. Ober- und Unterkiefer sowie die
Vorderkante der Flipper sind mit Tuberkeln (Beulen) besetzt, auf der Haut
befinden sich außerdem kleine Parasiten (Seepocken und Walläuse).
Buckelwale haben sehr lange Flipper, die bis zu einem Drittel der
Körperlänge ausmachen können. Beim Atlantischen Buckelwal sind die Flipper
gewöhnlich auf beiden Seiten weiß, beim Pazifischen Buckelwal ist die
Oberseite meist dunkel. Die Finne ist sehr klein, dahinter befindet sich
ein sogenannter Buckelkamm, der bis zum Ende des Schwanzstiels verläuft.
Die Hinterkante der Fluke ist stark gebogen und unregelmäßig. Aufgrund der
individuellen Färbung der Flukenunterseite lassen sich einzelne Individuen
identifizieren. Buckelwale haben in einigen Gebieten eine besondere
Jagdmethode. Sie tauchen unter einen Fischschwarm und umkreisen ihn von
unten, wobei sie Luftbläschen aus dem Blasloch entweichen lassen. Die
Bläschen steigen nach oben und bilden so eine Art Netz um die Fische. Mit
aufgesperrtem Maul schwimmen die Buckelwale dann in diesem Kreis an die
Oberfläche und können ihre Nahrung konzentriert aufnehmen. |
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| Delphin |
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| Seekuh |
Seekuh,
Nagel-, Florida-, Karibik- oder Westindien-Manati (Trichechus manatus) Die
Seekuh kommt im gesamten karibischen Raum bis in den Norden Brasiliens
vor. Sie lebt in küstennahen Gewässern, bevorzugt in den Mündungsgebieten
größerer Flüsse oder in seichten und ruhigen Buchten. In Costa Rica wird
das Tier "vaca marina" oder "manati" genannt. Seekühe sind die einzigen
wasserlebenden Säugetiere, die sich ausschließlich von Pflanzen ernähren.
Sie können bis zu 4,5 Meter lang werden und dabei ein Gewicht von 1,6
Tonnen erreichen. Trotz ihres plumpen Aussehens sind sie erstaunliche
Schwimmer, die bis zu 16 Minuten tauchen können. Seekühe sind tagaktive
und gesellige Tiere, die oft in großen Herden leben. Sie vermehren sich
sehr langsam, da sie zum einen erst mit vier bis acht Jahren
geschlechtsreif werden und dann das Weibchen nur alle zwei Jahre ein
Junges gebären kann. Das Weibchen wirft nach einem Jahr Tragzeit das
Junge, das dann sofort schwimmen und tauchen kann. Seekühe sind in ihrem
Bestand stark gefährdet. |
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| Walhai |
Walhai
(Rhincodon typus) Der Walhai ist gleichzeitig der größte aller Haie und
der größte lebende, bekannte Fisch. Obwohl es Berichte von bis zu 18 m
langen Exemplaren gibt, war das bisher längste gemessene Exemplar 13,7 m
lang. Das bisher schwerste gewogene Tier hatte ein Gewicht von 36 Tonnen.
Trotz seiner beachtlichen Größe ist er absolut ungefährlich. Walhaie
ernähren sich wie Riesenhaie und Riesenmaulhaie von Plankton und anderen
Kleinstlebewesen, die sie durch Ansaugen des Wassers filtrieren. Um ihren
enormen Nahrungsbedarf zu decken, filtern sie auf diese Weise neben
Plankton aber auch kleine Fische und andere Meeresbewohner aus dem Wasser.
Walhaie bevorzugen eine Wassertemperatur von 21 bis 25 °C und sind
weltweit in fast allen warmen, tropischen und subtropischen Gewässern
anzutreffen, wobei es Regionen gibt, in denen sie gehäuft auftreten. Dazu
zählen in Costa Rica die Isla del Coco, die Kokosinsel - siehe >Die
Schatzinsel - und der Golfo Dulce. Die Kokosinsel zählt übrigens zu den
Top-Tauchspots der Erde. Der abgebildete Walhai wurde im Norden des Golfo
Dulce vor dem 'EQUIS' angetroffen. |
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| Aga-Kröte |
Aga-Kröte
(Bufo marinus) Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Kröte verläuft vom
südlichen Texas bis hinunter nach Argentinien, mittlerweile ist sie aber
auch in Australien, Hawai und anderswo angesiedelt worden. Die größte
Kröte der Welt, die bis zu 28 cm Länge und ein Gewicht von knapp 2 kg
erreichen kann, ist in der Wahl ihres Lebensraumes nicht wählerisch. So
kommt sie praktisch überall bis in Höhenlagen von 2.000m vor und besiedelt
selbst Städte. In Costa Rica wird das Tier "sapo grande" genannt. Über
Drüsen in der Haut kann die Kröte ein starkes Gift absondern, weshalb sie
sich kaum vor Feinden zu fürchten braucht. In Streßsituationen kann sie
das Gift auch unter großem Druck verspritzen. Die Aga-Kröte ernährt sich
von allem, was sie überwältigen kann: Amphibien, Reptilien,(auch
Giftschlangen), Insekten, Nagetiere etc. Sie legt zwischen 5.000 und
30.000 Eier, ab und zwar in Form von Schnüren. Die Eier, wie auch die
daraus schlüfenden Kaulquappen sind giftig, u.a. ist das ein Grund ihrer
starken Verbreitung. In vielen tropischen Ländern wurde die Kröte auch
eingeführt, um als Insektenvertilger zum Schutz von Kulturpflanzen
eingesetzt zu werden. Vielerorts hat diese Gesinnung zu einer ökologischen
Katastrophe geführt. So wurde die Kröte im Jahre 1935 auch in Australien
eingeführt, wo sie Insekten vernichten sollte. Doch die Giftkröten
eigneten sich nicht zur Bekämpfung der Insekten, sie hielten sich an
größere Happen. Nicht zuletzt wegen ihrer unglaublichen Gefräßigkeit
entwickelte sie sich dort mittlerweile selber zu einem gefährlichen
Schädling, der Teile der einheimischen Fauna bedroht und dort das
ökologische Gleichgewicht zerstört. Aus diesem Grund hat Australien den
Aga-Kröten den biologischen Krieg erklärt. |
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| Gold-Baumsteigerfrosch |
Gold-Baumsteiger
(Dendrobates auratus) Der Gold-Baumsteiger ist ein Pfeilgiftfrosch, der
vom südlichen Nicaragua bis ins nördliche Kolumbien, sowie auf einigen
Inseln der Karibik vorkommt. Er bewohnt dort die tropischen Regenwälder
und auch Plantagen bis in Höhenlagen von knapp 1.000m. Der Goldbaumsteiger
wird in Costa Rica "rana verde", der "Grüne Frosch" genannt. Die Frösche
werden bis zu 6 cm groß und ernähren sich von Insekten, wie Fliegen,
Heimchen, Grillen etc. Der Goldbaumsteiger ist leuchtend gefärbt mit einer
glänzenden, grün-schwarzen Haut, die für eine gute Tarnung in der dichten
Vegetation sorgt. Neben dieser Färbungsvariante existieren noch
grün-braune und blau-schwarze Tiere. Das von Drüsen in der Haut
produzierte, tötliche Gift dieser Tiere wurde von den Einheimischen früher
zum Präparieren von Blasrohrpfeilen verwendet. Das Weibchen des
Goldbaumsteigers legt zwischen welken Blättern mehrere Male nacheinander
jeweils 5 bis 13 Eier in Gallerthaufen ab, die vom Männchen bewacht
werden. Nachdem die Kaulquappen geschlüpft sind, trägt das Männchen sie zu
wassergefüllten Baumlöchern oder Blatttrichtern von Bromelien. |
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| Ochsenfrosch |
Mittel-
oder Südamerikanischer Ochsenfrosch oder auch Pfeiffrosch (Leptodactylus
pentadactylus) Er hat mit dem "echten" Amerikanischen Ochsenfrosch (Rana
catesbeiana) nur die Größe, er wird bis zu 18 cm groß, gemeinsam, ist aber
nicht näher mit ihm verwandt, wie schon die unterschiedliche
Gattungsbezeichnung zeigt. Höchst ungewöhnlich ist sein Alarmruf, ein
lautes und durchdringendes Miauen! Man nennt ihn daher auch Pfeiffrosch.
Er kommt von Honduras bis ins mittlere Südamerika vor, er besiedelt ganz
Costa Rica, mit Ausnahme der Cordillera Central und des
Talamanca-Gebirges, dabei akzeptiert er von Flüssen bis hin zu Tümpeln
verschiedenste Gewässertypen. In Costa Rica wird er "rana ternero"
genannt. Der nachtaktive Ochsenfrosch ernährt sich von Insekten, anderen
Amphibien, Reptilien wie Schlangen, aber auch von kleineren Säugetieren,
Fischen und Vögeln. Der Ochsenfrosch legt 10.000 bis 20.000 Eier, aus
denen schlüpfen Larven (Kaulquappen), die über 10 cm groß werden.
Interessant ist, daß sie fast 2 Jahre benötigen, bis aus ihnen Frösche
werden. Nach drei Jahren ist dann ein Ochsenfrosch erwachsen. |
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| Rotaugenfrosch |
Rotaugenfrosch
oder Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) Dieser Frosch kommt vom
Südosten Mexikos bis in den Norden Panamas vor, er bewohnt die
Tieflandregenwälder und die kühleren Hanglagen der Berge. In Costa Rica
wird er "rana de ojos rojos" genannt. Weibliche Rotaugenfrösche werden bis
zu 7,5 cm groß, Männchen bleiben etwas darunter. Die Frösche ernähren sich
von kleinen Insekten und Würmern. Mithilfe von Haftscheiben an den Füßen
können die Tiere ausgezeichnet klettern - was auch nötig ist, da die
Eiablage auf Bämen stattfindet, deren Äste sich über einem Gewässer
befinden. Bei der Paarung steigt das Männchen des Rotaugenfrosches auf den
Rücken des Weibchens, das für die Eiablage zusätzlich Wasser aus dem Teich
aufnimmt und dann auf den Baum klettert. Dort legt es einen Teil der Eier
auf einem Blatt ab kehrt - noch immer mit dem Männchen auf dem Rücken -
ins Gewässer zurück um erneut Wasser aufzunehmen und legt anschließend
weitere Eier auf dem Baum ab. Die nach ca. fünf Tagen schlüpfenden
Kaulquappen lassen sich sofort ins Wasser fallen. |
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| Abgottschlange |
Abgottschlange
oder Boa (Boa constrictor) Die hier "boa" genannte Riesenschlange ist die
bekannteste Schlange Mittelamerikas. Sie kommt in ganz Costa Rica vor. Mit
einer Länge von bis zu 5,50 Metern ist sie auch die potenziell größte
Schlange Mittelamerikas. Die meisten Exemplare werden jedoch nicht länger
als 3 Meter. Es sind kräftige, untersetze Schlangen, die man am Boden aber
auch in Bäumen antreffen kann. Sie ernähren sich von Echsen, Vögeln und
Säugetieren. Obwohl sie nachtaktiv sind, kann man sie manchmal auch am
Tage ausserhalb ihrer Tagesverstecke antreffen. Bei Bedrohung fauchen
Boas. Giftig sind sie nicht. Größere Exemplare können mit ihren langen
Zähnen aber durchaus unangenehme Bißverletzungen verursachen. Boas sind
lebendgebärende Schlangen und bringen pro Wurf 10 bis 60 Jungschlangen zur
Welt. Jungschlangen messen rund 50 cm bei einem Gewicht von ca. 50 Gramm. |
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| Buschmeister |
Buschmeister
(Lachesis) Der Buschmeister, in Costa Rica auch "matabuey" also
Ochsentöter genannt - oder "plato negro", wie die Art Lachesis
melanocephala im südöstlichen Costa Rica genannt wird, ist die größte
Giftschlange der Neuen Welt und dort die einzige Grubenotter, die Eier
legt und Brutpflege betreibt. Länge bis zu 3,60 m, meist jedoch nur bis zu
2,50 m. In Costa Rica gibt es zwei Arten: L. stenophrys mit der
Verbreitung der karibischen Regionen Costa Ricas und L. melanocephala auf
der Osa-Halbinsel und den angrenzenden Regenwaldgebieten. Der Buschmeister
ist nirgends wirklich häufig und lebt sehr zurückgezogen in den tropischen
Regenwäldern. Während des Tages ruht die lichtscheue Schlange meist in
verlassenen Säugetierbauten. Seine Beute fängt er in der Nacht, meist
Kleinsäuger. Während L. stenophrys ein relativ ruhiges Verhalten zeigt,
ist bei L. melanocephala das Gegenteil der Fall. Gereizte Exemplare sollen
mit weit erhobenem Kopf Personen mehrere Meter verfolgen - bei dieser
riesigen Giftschlange ein furchteinflößendes Verhalten. Leichte Störungen
quittiert die Schlange durch ein Zittern des Schwanzes, das des Rasseln
von Klapperschlangen ähnelt. Bisse sind durch die versteckte Lebensweise
äussert selten. Buschmeister legen 5-20 Eier pro Gelege ab, die während
der rund 70 Tage währenden Inkubationszeit vom Weibchen bewacht werden. |
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| Hühnerfresser |
Hühnerfresser
(Spilotes pullatus) Diese große, tagaktive Natter kann man auf dem Boden
wie auch im Geäst der Bäume antreffen. Sie kann sich in der Vegetation
äusserst flink bewegen, daher ihr spanischer Name: "voladora" - die
Fliegende oder "culebra mica". Der Hühnerfresser kommt von Mexico bis
Argentienien in Feucht-, Regen- und Trockenwäldern vor und wird bis zu
2,60 m lang. Er ernährt sich überwiegend von Kleinsäugern, Vögeln und
Vogeleiern. Er vermehrt sich ovipar und setzt Gelege mit 6 bis 25 Eiern
ab, woraus nach rund zwei Monaten die Jungschlangen schlüpfen. Der
Hühnerfresser hat ein ungestümes Wesen. Erregt zittert er mit dem Schwanz,
faucht und bläht die Halsregion auf - er ist jedoch ungiftig. |
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| Indigonatter |
Indigonatter
(Drymarchon corais) Die ungiftige, bis zu 3 m große, schnelle, tagaktive
Natter, auch "serpiente índigo" oder "voladora de colinegra" genannt,
weist ein weites Verbreitungsgebiet vom Süden der USA bis nach Argentinien
auf. Acht Unterarten, in Costa Rica kommen drei davon vor. Die
Indigonatter bewohnt Trocken-, Feucht- und Regenwälder, wo sie bis zu 1500
m NN hinaufsteigt. Sie ernährt sich von Fischen, Fröschen, Schildkröten,
Echsen, Nagetieren und Vögeln. Sie produziert Gelege mit 4 bis 11 Eiern
aus denen nach knapp zwei Monaten die Jungschlangen schlüpfen. Dem
Menschen gegenüber verhält sie sich, abgesehen von Fauchen und Zischen,
sehr friedfertig. |
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| Königsnatter |
Königsnatter
oder Unechte Korallenschlange (Lampropeltis triangulum) In Costa Rica
"falsa corál" genannt. Die ungiftigen, völlig harmlosen, in der Regel
zwischen 0,80 m und 1,30 m langen, hübschen Königsnattern, sehen den
hochgiftigen, echten Korallenschlangen zum Verwechseln ähnlich. In Costa
Rica kommen mehrere Unterarten der Königsnatter vor, allesamt auffallend
rot-gelb-schwarz-weiss gebändert. Die Bänderungen und Farben sind sehr
variabel. Die Königsnatter ist ein Waldbewohner, der überwiegend
nachtaktiv lebt. Sie ernährt sich von Echsen, Fröschen, Schlangen, Vögeln
und Nagetieren. Sie vermehrt sich ovipar und setzt Gelege mit 4-22 Eiern
ab, aus denen nach rund zwei Monaten die Jungschlangen schlüpfen. |
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| Korallenschlange |
Echte Korallenschlange (Micrurus) Die in Costa Rica "corál" genannten
Giftnattern sind in Mittelamerika mit 16 Arten vertreten. Die meist
auffallend rot-schwarz-gelb oder -weiß gebänderten Giftschlangen leben
recht zurückgezogen am Boden des Regenwaldes unter verrottendem Laub, wie
unter Steinen, Zweigen und Ästen. Die Länge der größeren in Costa Rica
vorkommenden Arten wird mit ca. 1,20 m angegeben, die meisten Arten
bleiben jedoch unter 80 cm. Korallenschlangen ernähren sich überwiegend
von anderen Schlangen, Blindwühlen, Echsen und Aalen. Sie pflanzen sich
durch das Legen von Eiern fort, die Gelege weisen 1-13 Eier auf, aus denen
die Jungschlangen nach 70-80 Tagen schlüpfen. Auf Grund Ihres meist
ruhigen Temperaments und der sehr zurückgezogenen Lebensweise sind Bißunfälle
mit Korallenschlangen sehr selten. Trotzdem: Das Nervengift ist äußerst
potent. Einige ungiftige oder schwach giftige Nattern, wie die o.g.
Königsnattern, sehen den Korallenschlangen zum Verwechseln ähnlich. Man
nennt das Mimikry und versteht darunter die täuschende Nachahmung eines
Lebewesens im Hinblick auf Gestalt, Färbung und Verhaltensweisen um
potenzielle Fressfeinde abzuschrecken oder auch um Beutetiere anzulocken.
Auf eine vielzitierte "Faustformel", nach der sich giftige
Korallenschlangen von den ungiftigen Nattern unterscheiden - sollte man
sich übrigens nicht verlassen! |
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| Lanzenotter |
Lanzenotter
(Bothrops asper) Wird in Mittelamerika "terciopelo", "Fer-de-Lance" oder
"barba amarilla" genannt. Sie ist eine recht große Lanzenotter, die für
die meisten Bißunfälle in Mittelamerika verantwortlich ist. Ihr
Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mexico bis Ecuador. Sie wird in der
Regel nicht länger als 2,0 m, es sind jedoch auch Exemplare mit 2,40 m
bekannt geworden. Sie lebt nicht nur in Wäldern, sondern auch in der Nähe
menschlicher Siedlungen, wo sie keine Seltenheit ist. Die Lanzenotter
führt eine weitgehend dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise. Sie ernährt
sich von Kleinsäugern, Vögeln, Echsen und Fröschen. Das Gift der
Lanzenotter ist extrem wirksam und die Folgen eines Bisses sind dramatisch
und setzen rasch ein. Wird sie gestört, zeigt sie sich ungewöhnlich
angriffslustig und schnellt sich oft innerhalb Sekundenbruchteilen wie
eine geworfene Lanze dem Feind entgegen. Bei einem Bißunfall ist rasche
ärztliche Hilfe unumgänglich. Die Lanzenotter ist lebendgebärend und
bringt Würfe mit bis zu 86 Jungschlangen zur Welt. |
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| Palmenviper |
Palmenviper
oder Greifschwanz-Lanzenotter (Bothriechis schlegelii) Die in Costa Rica
"bocaracá" genannte Viper kommt von Mexico bis zum nördlichen Südamerika
vor, wo sie im Feucht-, Regen- und Nebelwald bis auf rund 1.500 m NN
hinaufsteigt. Die Färbung der nachtaktiven Giftschlange ist äußerst
variabel. So sind grüne, olive, gelbbraune, gelbe und weißliche Exemplare
mit Flecken oder angedeuteten schwarzen, rötlichen oder braunen
Zick-Zack-Bändern keine Seltenheit. Die grüne oder gelbe Bauchseite ist
schwarz gefleckt. Die Palmenviper wird nur in Ausnahmefällen länger als 80
cm, Norm sind ca. 60 cm. Trotz Ihrer Größe verfügt die Schlange über ein
wirksames Gift, in Costa Rica kommt es besonders bei Agrararbeitern zu
Bißunfällen, die jedoch meist glimpflich verlaufen. Diese Grubenotter
verbringt den Tag gut getarnt im Geäst oder an Baumstämmen, daher sollte
man genau hinschauen, bevor man sich an einen Baum lehnt oder an einem Ast
festhält. Die Palmenvipern ernähren sich von Vögeln, Kleinsäugern, Echsen
und Fröschen. Sie bringen 12 bis 20 lebende Junge zur Welt. |
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| Meeresschildkröte |
Meeresschildkröten
kommen in allen wärmeren und tropischen Gewässern vor, und verbringen ihr
ganzes Leben im Wasser. Nur die Weibchen gehen an Land um ihre Eier zu
legen. Alle Arten können auf hoher See leben. Obwohl manche Arten große
Strecken zwischen ihren Futter- und Nistplätzen zurücklegen, verbringen
die meisten Arten den Großteil der Zeit in Küstennähe. Dies erleichtert
die Futtersuche und die Paarung. Nur Leder- und Bastardschildkröten leben
fast ständig im offenen Meer. Meeresschildkröten ernähren sich von
Seegräsern und Meeresalgen, sie nehmen aber auch Krustentiere, Quallen,
Schwämme, Krabben, Muscheln, Seeigel und Fische zu sich. In Costa Rica
kommen fünf Arten von Meeresschildkröten vor. Die abgebildete
Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) ist das größte Reptil der Welt.
Sie wird bis zu 2 m lang und zwischen 300 und 750 kg schwer. In Costa Rica
wird sie "tortuga baula" genannt. Quallen zählen zu ihrer bevorzugten
Nahrung. Die Nistplätze sind auf der ganzen Welt verteilt.
Lederschildkröten leben einzeln oder in kleinen Gruppen und halten sich
fast ausschließlich in der Hochsee auf. Die “Königin der
Meeresschildkröten” gilt heute als vom Aussterben bedroht. In Costa Rica
kommen noch die Echte und Unechte Karettschildkröte vor, die
Bastardschildkröte sowie die Suppenschildkröte vor. Fast alle aufgeführten
Arten sind vom Aussterben bedroht, entweder wegen ihres Fleisches, ihrer
wohlschmeckenden Eier oder ihres Panzers, der u.a. zu Schmuck verarbeitet
wird. Eine große Gefahr stellen ebenfalls die Schleppnetze von Fischern
dar, in denen sich die Schildkröten verfangen und ertrinken. |
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| Schnappschildkröte |
Südamerikanische
Schnappschildkröte (Chelydra serpentina acutirostris) Schnappschildkröten
kommen - je nach Unterart - vom südlichen Kanada bis zum nordwestlichen
Südamerika vor, sie bewohnen Seen, Teiche, Tümpel und langsam fließende
Gewässer mit reichem Pflanzenwuchs und schlammigem Bodengrund. Auch in
Brackwasserbereichen sind sie zu finden. Die abgebildete Südamerikanische
Schnappschildkröte kommt von Honduras bis nach Equador vor, sie kann bis
zu 50 cm Panzerlänge und ein Gewicht von über 30 kg erreichen.
Schnappschildkröten sind schlechte Schwimmer, sie wandern in der Dämmerung
und nachts auf dem Grund der Gewässer und suchen nach Nahrung. Dabei
fressen sie alles, was sie überwältigen können - dazu zählen Säugetiere,
Reptilien, Amphibien, Vögel, Fische, Krebstiere usw. Auch kleine Kaimane
und Aas werden nicht verschmäht. Tagsüber halten sie sich im Flachwasser
zwischen Pflanzen versteckt, so daß sie zum Luftholen lediglich den Hals
ausstrecken müssen. Diese Schildkröten sind überaus aggressiv. Der
kräftige Schnabel, der auf einem sehr beweglichen und langem Hals sitzt,
ist eine gefährliche Waffe, sie können sogar großes Wassergeflügel
erbeuten, indem sie sich daran festbeißen und es solange unter Wasser
ziehen, bis es ertrinkt. Nach der Paarung graben die Weibchen an einer
sonnigen Stelle in lockeren Boden eine etwa 20 cm tiefe Kuhle, in die sie
die 2-3 cm großen, kugelförmigen Eier ablegen. Das Gelege wird dann mit
Pflanzenresten und Erde bedeckt. Die 4-5 cm großen Jungtiere schlüpfen
nach 2-3 Monaten, und wandern zum nächstgelegenen Gewässer. Falls Sie eine
Schnappschildkröte entdecken ist etwas Vorsicht angebracht, nicht
anfassen! Schnappschildkröten schnappen auch nach Fingern! |
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| Grüner Leguan |
Grüner
Leguan (Iguana iguana) Der in Costa Rica "iguana verde" genannte große
Leguan kommt in Mittel- und in nördlichen Südamerika vor. Stellenweise
noch recht häufig, stellenweise sehr selten, da man ihm wegen seines
wohlschmeckenden Fleisches nachstellt. In Costa Rica gibt es daher
Zuchtfarmen für Grüne Leguane, sie dienen einerseits der Fleischgewinnung,
andererseits werden Leguane ausgewildert. Der Grüne Leguan kann bis zu 2 m
lang werden, davon entfallen 3/5 auf den Schwanz. Sie sind nicht immer
grün, die Färbung variert nach Alter und Geschlecht von grün, oliv und
beige-braun, orange. Bei älteren Tieren treten noch dunkle Querbinden auf.
Jungtiere sind immer hellgrün. Grüne Leguane leben im Pflanzengewirr und
auf Bäumen, meist in der Nähe von Flüssen. Grundsätzlich sind sie
Vegetarier, ernähren sich von Pflanzen, Blättern, Trieben, Früchten und
Obst, andererseits bereichern auch ab und an Insekten oder Kleinsäuger den
Speiseplan. Leguane werden in Gefangenschaft sehr zutraulich. Werden Grüne
Leguane in der Natur gestört, versuchen sie in der Regel zu fliehen.
Gelingt das nicht, fauchen sie oder schlagen mit dem Schwanz nach dem
Störenfried. Das kann bei erwachsenen Tieren sehr schmerzhaft sein (Der
Fotografin dieses Fotos ist das mit dem abgebildeten Leguanmännchen
passiert. Beide standen sich unerwartet gegenüber - und der Leguan war mit
dem Schwanz schneller als Helen wegspringen konnte...). Grüne Leguane
legen in der Trockenzeit meist 20 bis 40 Eier in eine Legehöhle ab, die
Jungtiere schlüpfen daraus nach ca. 2 Monaten, zu Beginn der Regenzeit. |
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| Schwarzer Leguan |
Schwarzer
Leguan (Ctenosaura similis) In Costa Rica "garrobo" genannt, kommen sie
vom südlichem Mexiko über Costa Rica bis Panama sowie auf einigen
Karibischen Inseln vor. Länge: bis 1m, Weibchen kleiner und weniger
kräftig. In trockenen bis halbtrockenen Gebieten, in Felsnähe aber auch
direkt an den Sandstränden sind sie anzutreffen. Manche leben auf bzw. in
Felsen, andere in Bäumen und einige leben zwar auf Bäumen, verschwinden
abends aber in ihre Fels- oder Erdlöcher. Sie ernähren sich wie ihre
grünen Vettern nicht rein vegetarisch: Blätter, Kräuter, Früchte, Obst,
Gemüse - ab und an auch Insekten oder Kleinnager. Schwarze Leguane werden
mit ca. 2 Jahren geschlechtsreif, von der Befruchtung bis zur Eiablage
dauert es etwa 40-50 Tage. Die Jungtiere, je nach Gelegegröße 12-88 Stück,
schlitzen nach ca. 2 Monaten das pergamentartige Ei mit ihrem "Eizahn"
auf, stecken den Kopf heraus und verharren so noch ca. 10-20 Stunden im
Ei. Jungtiere sind in den ersten Monaten sehr oft hellgrün gefärbt und
wachsen in größeren Gruppen auf. Zu den natürlichen Feinden zählen
Krokodile, Schlangen, Basilisken, Vögel und einige Säugetiere. |
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| Stirnlappenbasilisk |
Stirnlappenbasilisk
(Basiliscus plumifrons) Der in Costa Rica schlicht "jesus" genannte
Basilisk verdankt seinen Namen einer biblischen Fähigkeit: Bei Gefahr
richten sie sich auf und laufen mit bis zu 12 km/h über Wasser. Sie leben
in Mittelamerika von Honduras bis Panama, und zwar in der Nähe von
Flüssen. Der Stirnlappenbasilisk ist ein exzellenter Kletterer, Läufer,
Schwimmer und Taucher, der bis zu 70 cm Länge erreicht. Er ernährt sich
von Insekten, kleinen Eidechsen, Früchten und Blättern. Die Weibchen
lassen sich übrigens gut von den Männchen durch kaum sichtbare Hautlappen
unterscheiden - bei den Weibchen ist lediglich der hintere Kopflappen gut
zu sehen. Bei der Paarung sind die männlichen Basilisken Machos: Sie
überfallen regelrecht die Weibchen und paaren sich dann innerhalb einer
Minute. Knapp 45 Tage nach der Paarung legt das Weibchen dann 4 bis 18
Eier in ihre selbst gegrabene Nesthöhle, die nach der Ablage wieder
verschlossen wird. Die voll entwickelten Jungbasilisken schlüpfen dann
nach rund 70 Tagen. |
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| Zentralamerikanische Ameive |
Zentralamerikanische
oder Peitschenschwanz-Ameive (Ameiva festiva) Diese Ameive kommt von
Südmexiko bis Costa Rica vor. Hier wird sie "lagartija grande" genannt.
Sie ist tagaktiv, wird bis zu 32 cm lang und lebt auf offenen, sonnigen
Graslandschaften, meist auf sandigem oder lehmigem Untergrund. Ameiven
ernähren sich von Insekten, Gliedertieren, jungen Kleinsäugern und
Früchten. |
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| Brillenkaiman |
Brillen-
oder Krokodilkaiman (Caiman crocodilus) Der "guajipal" oder "caimán"
genannte Kaiman kommt vom südlichen Mexico bis ins subtropische Südamerika
vor, abgesehen von einer kleinen Kolonien ausgesetzer Exemplare in
Florida. Er erreicht eine Größe von 3 m, die meisten Exemplare werden
jedoch nicht größer als 2 m. Brillenkaimane leben in langsam fliessenden,
verkrauteten Flüssen mit schlammigem Untergrund, in deren Seitenarmen,
Seen, Teichen und überschwemmten Wiesen. Sie ernähren sich von
Wasserinsekten, Krebsen, Weichtieren, Fischen, Amphibien, Reptilien,
Vögeln, Säugetieren und auch Aas. Wie viele andere Panzerechsen, zeichen
auch die Kaimane einen physiologisch bedingten Farbwechsel. Fühlen sie
sich wohl, sind sie dunkler gefärbt; fühlen sie sich unwohl, werden sie
heller. Sie pflanzen sich durch das Legen von Eiern fort, in der Regel 10
bis 35 Eier, die in eine Mulde vergraben werden. Das Gelege wird dann bis
zum Schlupf der Jung-Kaimane bewacht. Kaimane lassen sich durch ein
äußeres Merkmal leicht von Krokodilen unterschieden. Wenn Kaimane ihr Maul
geschlossen halten, ist der vierte Zahn ihres Unterkiefers nicht zu sehen.
Im Gegensatz dazu ist er bei Krokodilen deutlich zu erkennen. |
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| Spitzkrokodil |
Spitzkrokodil
(Crocodylus acutus) Das Spitzkrokodil, in Costa Rica "cocodrilo" oder
"lagarto" genannt, kommt vom Süden Floridas bis in nördliche Peru vor. Es
erreicht Längen von rund 7 m, die meisten Exemplare liegen allerdings
zwischen 3 und 4 m. Das Spitzkrokodil verdankt seinen Namen der spitzen
Schnauze. Es lebt in küstennahen Flüssen, Seen, Lagunen und
Mangrovensümpfen. Diese Krokodile schwimmen vereinzelt auch ins Meer
hinaus, haben so auch einige Inseln in der Karibik besiedelt.
Spitzkrokodile sind bei ihrer Nahrung nicht wählerisch. Sie fressen von
Kleininsekten, Fischen und großen Säugetieren fast alles. Die scheuen
Krokodile sonnen sich gern zu mehreren auf Sandbänken. Die Weibchen
scharren von März bis Mai Pflanzenteile und Sand zu einem 30 bis 45 cm
hohen Nest zusammen, in das sie zwischen 20 und 60 Eier legen. Das Nest
wird daraufhin vom Weibchen bewacht, nach ungefähr 3 Monaten schlüpfen
dann die Jungen. |
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| Blattschneiderameise |
Blattschneiderameise
(Atta colombica und cephalica) Blattschneiderameisen gibt es nur im
tropischen Mittel- oder Südamerika, sie leben auf dem Boden zwischen dem
Laub und auf Gebüschen und Bäumen und werden in Costa Rica "hormiga
zompopa" genannt. Die Tiere erreichen eine Länge von maximal 15
Millimetern. Während die größten Arbeiterinnen das Nest gegen
Eindringlinge verteidigen, tragen die mittelgroßen Ameisen die Blätter
ein. Die kleinsten Tiere, mit einer Länge von 2 Millimetern, übernehmen
die Pilzpflege und die Larvenaufzucht. Sie kommen in Wäldern, Savannen,
Steppen, auf Viehweiden und auch in Gärten und Plantagen vor. Das Nest der
Insekten reicht bis zu fünf Meter tief in den Erdboden und besteht aus
vielen Gängen und Kammern. Das Volumen des Baus kann über 20 Kubikmeter
erreichen. Blattschneiderameisen gelten als wirtschaftliche Schädlinge der
Landwirtschaft, im Umkreis von bis zu 800 Metern können sie Bäume in sehr
kurzer Zeit entblättern. Ursprünglich nahm man an, die Ameisen würden die
Pflanzenstücke direkt als Nahrung verwenden, es ist jedoch bewiesen, dass
die Tiere Pilze kultivieren. Die gesammelten Blätter werden von den
Arbeiterinnen zerkaut, der dabei entstehende Brei wird in speziellen, oft
meterlangen Pilzkammern angelegt, die eine konstante Temperatur und
Luftfeuchtigkeit besitzen müssen. Auf diesen Komposthaufen züchten die
Tiere ihre Pilze. Nach einiger Zeit bilden sich nährstoffreiche
Verdickungen, die von den Ameisen abgeweidet und an die Larven verfüttert
werden. Der angebaute Pilz ist ohne die Symbiose zu den Ameisen nicht in
der Lage, sich selbstständig über Sporenbildung zu vermehren. Um die
großen Blattmengen transportieren zu können, legen die Insekten Straßen in
der Umgebung ihres Nests an, die eine Breite von fünf bis sieben
Zentimetern haben und bis zu 800 Metern lang sein können. Eine Kolonie
kann aus über zwei Millionen Tieren bestehen. Jedes Nest wird von einer
einzigen Königin gegründet. Auf ihrem Hochzeitsflug nimmt sie einige der
Pilzfäden in ihrer Mundtasche auf. Nach der Begattung bilden diese Fäden
den Grundstock für eine neue Zucht. Blattschneiderameisen können beim
Blätterschleppen bis zum Zehnfachen ihres eigenen Gewichtes tragen. Zur
Gefahr für die Tiere werden Regentropfen, da ein Regentropfen ein
Vielfaches von dem einer Ameise wiegt - so sind Regentropfen sozusagen
eine Ameisenfalle. Andererseits sind die Ameisen bei einem Sturz aus der
Höhe gut geschützt, dank ihres geringen Gewichtes und der langen Beine. |
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| Fangschrecke |
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| Herkuleskäfer |
Herkuleskäfer
(Dynastes hercules) Unter den schätzungsweise rund 350.000 weltweit
verbreiteten Käferarten, von denen die meisten nur eine Größe zwischen 2
mm und 2 cm erreichen, gibt es auch einige Großkäfer. Der Riese unter den
Großkäfern ist der Herkuleskäfer, der mit 8 Unterarten von Südmexiko bis
Bolivien und Venezuela verbreitet ist und die für einen Käfer riesige
Größe von knapp 18 cm erreicht. In Costa Rica wird dieses große Insekt mit
seinem wissenschaftlichen Namen "dynastes hercules" genannt. Überall in
seinem weiten Verbreitungsgebiet ist der Herkuleskäfer ein typischer
Bewohner feuchter tropischer Regenwälder. Vorwiegend ist er nachts
unterwegs. Am Tag hält er sich zumeist in Bodennähe zwischen Wurzeln, in
einer Baumhöhlung, unter einem Stück loser Rinde oder in einem anderen
dunklen Unterschlupf versteckt. Herkuleskäfer ernähren sich von Blättern,
Früchten und anderer pflanzlicher Nahrung. Das Männchen des Herkuleskäfers
kann man an den zwei Hörnern erkennen, das Weibchen weist zwar die gleiche
Körpergröße auf, doch fehlen hier die Hörner. Die Hörner werden vom
Männchen als Zange benutzt, dienen aber vermutlich nur zu Kommentkämpfen,
bei denen die Männchen um die Gunst eines Weibchens buhlen. Nach der
Paarung legt das Weibchen ca. zwei Wochen später seine Eier an einem
günstigen Ort ab, und aus diesen schlüpfen nach weiteren drei bis vier
Wochen die Larven. Das Larvenstadium beim Herkuleskäfer dauert rund 15
Monate, während dieser Zeit häuten sich die Larven mehrfach und werden bei
jeder Häutung ein Stück grösser. Am Ende des Larvenzeit verpuppen sie
sich, um innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen die Verwandlung
(Metamorphose) zum erwachsenen Käfer zu durchlaufen. |
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| Morphofalter |
Morphofalter
(Morpho peleides) Der im tropischen Mittel- u. Südamerika vorkommende
Morphofalter erreicht eine Flügelspannweite von fast 20 cm und ernährt
sich von Pollen und Nektar. Das fantastisch schimmernde Blau der
Flügeloberseite irrisiert bei Sonnenlicht noch schöner. Die Unterseite der
Flügel ist bräunlich - siehe Foto. Schmetterlinge besitzen je ein Paar
Hinter- sowie ein Paar Vorderflügel, die auf beiden Seiten mit sehr feinen
Schuppen besetzt sind. Diese Schuppen enthalten bei einigen Arten Pigmente
unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung, die den Schmetterlingen ihre
Farbenpracht verleihen. Bei anderen Arten wird die Farbigkeit durch
physikalische Interferenzen erzeugt, die die Tiere metallisch glänzen
lassen.Eine weitere Gemeinsamkeit der meisten Schmetterlingsarten ist der Saugrüssel, der sich im Laufe der Evolution aus den Mundwerkzeugen gebildet hat. Dieser Saugrüssel wird in Ruhestellung zu einer Spirale aufgerollt und zur Nahrungsaufnahme mithilfe von Muskeln und dem Ansteigen des Blutdrucks ausgestreckt. Der Rüssel erlaubt es dem Schmetterling, Blütennektar aufzunehmen; nur wenige Arten besitzen beißende Mundwerkzeuge; diese Arten ernähren sich dann hauptsächlich von zerkauten Blättern. Die Raupen der meisten Schmetterlingsarten sind sehr gefräßig und ernähren sich vornehmlich von Pflanzen, nur wenige Arten leben räuberisch. Das fertige Insekt ernährt sich von den verschiedensten Stoffen wie beispielsweise Blütennektar, Obst, Pflanzenabfälle und sogar Aas. Wie die meisten anderen Insekten machen auch Schmetterlinge eine komplexe Entwicklung mit vollständiger Verwandlung (Holometabolie) durch. Ist die Entwicklung über Ei, Larve (das so genannte Raupenstadium) und Puppenstadium abgeschlossen, so lebt das Insekt (die so genannte Imago) manchmal nur noch wenige Stunden, in denen es sich paaren muss, um das Fortbestehen der Art zu sichern. In Costa Rica gibt es knapp 1.450 Schmetterlingsarten - das entspricht über 10% aller weltweit existierenden Schmetterlingsarten! |
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| Skorpion |
Skorpione
(Scorpiones) Die zu den Spinnentieren zählenden Skorpione, die weltweit
mit ca. 1.500 Arten vertreten sind, sind in allen Erdteilen verbreitet,
vorwiegend in tropischen und subtropischen Gefilden. Besonders häufig
findet man sie im Süden der USA, in Mexiko und Nordafrika. Sie sind in der
Lage, mit ihren kräftigen Scheren Erdgänge und Höhlen zu graben. Außerdem
dienen die Scheren zum Fang und Festhalten der Beute. Größere Beutetiere
werden mit einem Stich durch den Giftstachel getötet. Extrem giftige
Skorpionarten kommen in Mexiko, Brasilien und Nordafrika vor. In Costa
Rica gibt es verschiedene Arten, u.a. den abgebildeten Tityus asthenes.
Skorpione werden in Costa Rica "scorpion" genannt. Skorpione sind
nachtaktiv und leben im Verborgenen. Während des Tages halten sie sich in
selbstgebauten Verstecken auf, sie können jedoch auch unter Steinen liegen
oder zwischen Geäst und Baumrinde. In Costa Rica klettern sie auch in
Pflanzen. Die meisten Skorpione werden zwischen fünf und 10 Zentimeter
lang, es gibt aber auch kleinere oder größere. Skorpione ernähren sich in
der Regel von kleineren Insekten, größere Arten auch von Kleinsäugern.
Nach der Paarung von Skorpionen beginnt der Hinterleib des
Skorpionsweibchens anzuschwellen und das Weibchen bringt - je nach Art -
zwischen zwei und 100 lebende Junge zur Welt. Die ersten Wochen nach der
Geburt verbringen die Jungen auf dem Rücken der Mutter. Die Gefährlichkeit
von Skorpionen wird meist überschätzt. Wird ein Mensch von einem Skorpion
gestochen, dann entsteht an der Stichstelle zuerst meist ein brennendes
Gefühl, gefolgt von einem Schmerz - und dabei bleibt es auch, zumindest
bei über 99 Prozent aller Skorpionstichen. Man kann einen derartigen
Skorpionstich in etwa mit dem Stich einer Biene vergleichen. Als
Faustregel gilt das Verhältnis von Schwanz zu Scheren (Greifzangen). Sind
die Scheren breiter bzw. kräftiger als der Schwanz, so handelt es sich in
der Regel um einen ungefährlichen Skorpion. Ist jedoch der Schwanz
kräftiger, breiter - bzw. genauso kräftig oder breit - als die Scheren, so
könnte es sich auch um ein gefährliches Exemplar handeln. Die mit (im
Verhältnis zum Schwanz) starken Scheren "ausgerüsteten" Skorpione sind
meist nicht auf ein starkes Gift angewiesen. Die Größe eines Skorpions hat
übrigens nichts mit seiner Giftigkeit zu tun. Wie schon erwähnt, sind
Skorpione nachtaktive Tiere und sehr gute Kletterer, die u. a. auch
Kleidungsstücke - wie zum Beispiel Schuhe - als Unterschlupf ansehen.
Prüfen Sie daher beim Campen ihre Kleidungsstücke - und speziell ihre
Schuhe - vor dem Anziehen. |
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| Termiten |
Termiten
- hier: Baumtermiten (Isoptera) Der überwiegende Teil der Termiten-Arten
lebt in den Tropen und Subtropen, nur wenige Arten kommen in den
gemäßigten Breiten vor. In der neuen Welt wurden über 550 Termiten-Arten
gezählt, in Costa Rica sind speziell die Baumtermiten vertreten.
Baumtermiten werden hier "termitas de bosque seco" genannt, da sie oft
trockene Bäume bewohnen und ihre Nester, die wie Wucherungen aussehen,
darin bauen. Termiten werden je nach Art zwischen 2 und 20 mm lang,
Königinnen sind i.d.R. um einiges größer. Termiten nehmen eine
Sonderstellung unter den hemimetabolen* Insekten ein, sind sie die einzige
Ordnung, die staatenbildend sind (ein Staat kann dabei bis zu 3 Mio.
Individuen beherbergen) und eine ausgeprägte Kastenbildung mit
Arbeitsteilung aufweisen. Ihre Bauten gehören innerhalb der Insekten mit
zu den größten architektonischen Leistungen. Sie sind so aufgebaut, daß
sie eine optimale Klimatisierung bewirken. Kein Scherz: Die moderne
Architektur nimmt Termitenbauten bzw. deren Bauprinzipien für moderne
Gebäude als Vorbild. Termiten sind nachtaktiv, viele Termiten leben fast
ausnahmslos von Holz oder von Humus aus dem Boden. Wie alle anderen
Insekten sind sie allerdings nicht in der Lage, die Bestandteile des
Holzes bzw. Humus aufzuspalten oder zu verdauen. Aus diesem Grund besitzen
sie einen modifizierten Enddarm mit einer Gärkammer, in der als Symbionten
holzabbauende Bakterien leben. Einige höhere Termitenarten züchten wie die
Blattschneiderameisen in ihren unterirdischen Bauten Pilze auf
vorverdauter Nahrung und ernähren sich von diesen. Die Befruchtung der
Termitenkönigin erfolgt auf dem Hochzeitsflug und einem anschließenden
"Liebesspaziergang", bei dem das Weibchen vom Männchen durch einen
chemischen Lockstoff (Pheromon) geleitet wird. Danach bauen diese beiden
Tiere eine Hochzeitskammer und gründen durch ihre zahlreichen Nachkommen
einen neuen Termitenstaat. Die Eier sind walzig, an den Enden abgerundet
und von ungleicher Größe. Die Larven sind anfangs stark behaart, haben
undeutliche Augen, kürzere Fühler und verwandeln sich durch mehrere
Häutungen in die vollkommenen Insekten. *(Hemimetabol: Entwicklungsablauf
bei Insekten mit unvollständiger Verwandlung vom Ei über die Larve direkt
- ohne Puppenstadium - zum Vollinsekt). |
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| Vogelspinne |
Vogelspinnen
- Abb.: Aphonopelma seemani. Diese Vogelspinne stammt aus dem Gebiet von
Texas bis Costa Rica. Sie ist eine bodenbewohnende Art, die eine Größe von
6 bis 7 cm erreicht. Die Art ist nicht aggressiv, in der Regel flüchtet
sie bei Störungen. Sie ernährt sich von Insekten, lebt aber sehr
zurückgezogen in ihrer Wohnröhre am Boden. Andere Vogelspinnen leben auch
in Bäumen, manche in Costa Rica werden bis zu 10 cm groß. Vogelspinnen in
Costa Rica sind nicht gefährlicher als beispielsweise Bienen. Das Gift der
Spinnen reicht lediglich zum Töten von Insekten, kleinen Vögeln oder
Wirbeltieren. Trotzdem ist ein Biß schmerzhaft und kann (wie auch bei
Bienen) bei Allergikern einen gefährlichen Schock auslösen. Bei einem Biß
ist die Wunde zu desinfizieren und ggfls. ein Arzt zu konsultieren. |
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| Ara, hellroter |
Hellroter
Ara oder Arakanga (Ara macao) Der 85 cm Großpapagei mit Vorkommen in der
nördl. Hälfte Brasiliens. nördl. Bolivien, östl. Peru, im äussersten Osten
Equadors, östl. und nördl. Kolumbien, südl. Venezuela, Guyana, Franz.
Guyana und Surinam. In Mittelamerika auch von Panama bis in den Südosten
von Mexiko, ausgenommen die Halbinsel Yuccatan. In Costa Rica gibt es
kleinere begrenzte Populationen zweier Ara-Arten. Zum einen den Hellroten
Ara und den Grossen Soldatenara (Ara ambigua). War der Hellrote Ara früher
häufig in den pazifischen und karibischen Tiefländern zu sehen, so gibt es
jetzt nur noch drei begrenzte Populationen im Tiefland des pazifischen
Bereiches in der Region um den Golfo Dulce mit einer Gesamtzahl von etwa
400-600 Individuen. Er lebt entlang der Flussläufe in tropischen
Regenwäldern des Tieflandes bis in Höhen von ca. 900m und ernährt sich von
Palmfrüchten, Feigen, Beeren und Nüssen. Während der Brutsaison werden
auch vermehrt Insekten und Larven aufgenommen. Im Süden des grossen
Verbreitungsgebietes beginnt die Brutsaison etwa im Dezember, je weiter
nördlich, desto später. Das Gelege besteht aus bis zu vier Eiern. Im Gegensatz zum Hellroten Ara gibt es vom Grossen Soldatenara nur sehr wenige Feldbeobachtungen, die Population wird auf höchstens 30 Brutpaare geschätzt. Die fortschreitende Zerstörung des Habitats und die geringe Vermehrungsrate lassen befürchten, dass dieser Ara in Costa Rica bald ausgerottet ist. |
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| Brauner Pelikan |
Brauner
Pelikan (Pelecanus occidentalis) Mit einer Gesamtlänge von etwa 120
Zentimetern, einer Flügelspannweite von 210 bis 220 Zentimetern und einem
Gewicht von etwa 4 Kilogramm gehört der Braune Pelikan mit zu den grössten
flugfähigen Vögeln der Erde. Der Braune Pelikan ist im Bereich
Mittelamerikas weit verbreitet, er wird dort "pelícano pardo" genannt. Der
Karibische Braune Pelikan, der die Atlantikküste Mittel- und Südamerikas
sowie die genannten Westindischen Inseln bewohnt, ist die kleinste davon.
Wie alle Pelikane ernährt sich der Braune Pelikan ausschliesslich von
Fischen. Seine Fangtechnik unterscheidet sich aber wesentlich von der
seiner Vettern: Während jene auf der Wasseroberfläche schwimmend Fische an
seichten Stellen zusammendrängen und dann mit ihren Schnäbeln aus dem
Wasser schöpfen, hält der Braune Pelikan fliegend nach Beutetieren
Ausschau und stürzt sich dann stosstauchend auf sie hinunter. Sobald der
Braune Pelikan bei seinen Suchflügen in fünf bis zehn Metern Höhe einen
Fisch erspäht, setzt er zum Sturzflug an. In dem Moment, in dem der
Schnabel in das Wasser eintaucht, streckt er die Beine und die Flügel weit
zurück, wodurch sich die Eintauchgeschwindigkeit erhöht und das Risiko
eines Knochenbruchs vermieden wird. Unter Wasser nimmt der Pelikan den
Fisch zwischen Ober- und Unterschnabel, wobei sich der Kehlsack mächtig
bläht, und schliesst dann den Schnabel. Anschliessend taucht er auf,
streckt den Kopf über die Wasseroberfläche und lässt - damit die Beute
nicht entwischen kann - bei geschlossenem Schnabel das Wasser aus dem
Kehlsack herausfliessen. Dieser Vorgang kann über eine Minute dauern, da
das Wasser im Kehlsack mehr wiegen kann als der ganze Vogel. Dann reckt
der tüchtige Fischer den Schnabel hoch und verschluckt seine Beute. Ein
ausgewachsener Pelikan benötigt pro Tag etwa 1,2 Kilogramm Fisch, also
rund 25 Prozent seines Körpergewichts, und legt bei der Futtersuche
täglich etwa 30 bis 40 Kilometer zurück.Im Alter von drei bis vier Jahren
erreicht der Braune Pelikan die Geschlechtsreife und pflanzt sich dann
erstmals fort. Das Nest wird von Männchen und Weibchen gemeinsam aus
Reisig und Schilf gebaut. Vorzugsweise legen sie ihre Kinderstube an
geschützten Stellen in Bäumen oder Sträuchern an; wo solche nicht
vorhanden sind, nisten die grossen Vögel aber durchaus auch auf dem Boden.
Das Weibchen legt gewöhnlich drei Eier, welche von beiden Partnern
gemeinsam in etwa 20 Tagen ausgebrütet werden. Die Nestlingszeit ist beim
Braunen Pelikan mit elf bis zwölf Wochen erstaunlich lang. In dieser Zeit
verfüttern die Eltern jedem Jungen mindestens 25 Kilogramm Fisch. Nach dem
Flüggewerden lösen sich die Jungvögel rasch von ihren Eltern und streifen
dann oft weit umher. |
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| Buntkopfspecht |
Buntkopfspecht
(Melanerpes chrysauchen) Weltweit gibt es rund 200 Spechtarten, der
Buntkopfspecht kommt von Costa Rica bis nach Kolumbien vor, in Costa Rica
wird er "carpintero nuquidorado" genannt und man kann ihn recht oft in der
Region um den Golfo Dulce sehen. Die wichtigsten Lebensräume für den
Buntkopfspecht sind tropische Regenwälder mit alten Bäumen, in denen sie
Nahrung und Höhlen finden. Der Buntkopfspecht wird etwas über 20 cm groß
und ernährt sich vorwiegend von Insekten, Larven und Käfern. Zuweilen
werden auch Nüsse und Sämereien gefressen. Das Trommeln der
Buntkopfspechte ist oft zu hören, denn damit versuchen die Männchen ihr
Revier zu markieren und ein Weibchen anzulocken. Ist die Brautwerbung
erfolgreich, baut das Spechtpaar gemeinsam eine Spechthöhle. Für den Bau
der Höhle benötigen sie einige Wochen. Auf einen kurzen waagerechten Gang
folgt eine senkrechte Höhle, in die das Weibchen bis zu sieben Eier legt.
Die Spechte sind ausgesprochen schnelle Brüter. Nach einer Brutdauer von
nur knapp 10 Tagen schlüpfen die Jungen, die anfangs noch nackt und blind
sind. Die jungen Nesthocker werden drei Wochen lang von den Altvögeln
gefüttert, bis sie schließlich selbst flugfähig sind. |
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| Elfenbeinsittich |
Elfenbeinsittich
(Aratinga canicularis) Der bis zu 24 cm große Elfenbeinsittich kommt in
drei Unterarten von Mexico bis Costa Rica vor, wo er "perico
frentinaranja" genannt wird. Er bewohnt Laubwälder, trockenes Busch- und
offenes Grasland mit wenigen Bäumen bis 1200 m ü. NN, gelegentlich auch
höher. Sie leben paarweise und in kleinen Gruppen bis etwa 30 Vögel,
gelegentlich auch in Schwärmen bis zu mehreren hundert Vögeln.
Elfenbeinsittiche haben feste Schlafplätze auf Bäumen oder Kakteen, wo sie
morgens und abends mit lautem Kreischen ab- oder anfliegen. Durch ihr
Gefieder sind sie in den Bäumen gut getarnt. Ihre Nahrung besteht
hauptsächlich aus Samen, Früchten, Beeren, Grünfutter, Nüssen, Blüten,
Insekten und ihren Larven. Während der Nahrungssuche zwitschern sie. In
ihrem Verbreitungsgebiet sind sie häufig und passen sich Veränderungen in
ihrem Lebensraum durch den Menschen gut an. Brutzeit ist je nach Ort
Dezember bis Mai. Gebrütet wird in Termitenhügeln, wo etwa 30 cm lange
Gänge zur Nistkammer führen. Sind zu wenig Termitenhügel vorhanden wird
auch in Baumhöhlen gebrütet. |
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| Fischadler |
Fischadler
(Pandion haliaetus) Der Fischadler ist, mit Außnahme der Polargebiete,
fast weltweit verbreitet. Er fehlt nur im Süden Südamerikas, Teilen
Südasiens und Afrikas sowie in Madagaskar und Neuseeland. In Costa Rica
wird er "aguila pescadora" genannt. Er wird bis zu 2 kg schwer, erreicht
eine Körperlänge von 55-70 cm und eine Spannweite von max. 160 cm.
Fischadler leben grundsätzlich in der Nähe von Wasser. An Seen und Flüssen
in Waldnähe oder in gemäßigtem Grasland sowie an sandigen Meeresküsten. In
Costa Rica kann man ihn gut an der mittleren und südlichen Pazifikküste
und speziell im Golfo Dulce beobachten. Zur Jagd überfliegt der Fischadler
Gewässer in einer Höhe von 20 - 50 Meter. Er unterbricht dabei seinen
Suchflug immer wieder durch Rütteln, das heißt er bleibt mit kurzen und
schnellen Flügelschlägen auf der Stelle stehen. Hat der Vogel seine Beute
entdeckt, stürzt er sich mit angelegten Schwingen und weit nach vorne
gereckten Fängen ins Wasser. Mit dem erbeuteten Fisch in den Krallen
erhebt sich der Adler wieder und schüttelt das Wasser im Flug aus seinem
Gefieder. Dieser große Vogel nistet in Bäumen oder an felsigen bis
sandigen Meeresküsten. Der Fischadler erbaut ein einfaches Nest aus
trockenem Reisig und Pflanzen. Das Nest wird Jahr für Jahr wieder
verwendet und dabei immer mehr erweitert und ausgebessert. Das Weibchen
legt zwischen zwei und fünf Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet
werden. Die Nestlinge schlüpfen nach 35 bis 38 Tagen. Die Jungen bleiben
noch etwa 51 bis 63 Tage im Nest. |
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| Gelbstirn-Jassana |
Gelbstirn-Jassana
oder Gelbstirn-Blatthühnchen (Jacana spinosa) Der 20 bis 23 cm große Vogel
kommt vom Süden Texas bis nach Südamerika vor. In Mittelamerika wird er
"gallito de agua", Wasserhühnchen, genannt. Es lebt in Überschwemmungs-
und Mangrovengebieten, an Flußufern und Seen mit viel Schwimmvegetation
und Wasserpflanzen. Das Jassana versteht es, dank seinen langen Zehen,
mühelos über schwimmende Blätter zu laufen. Bei Gefahr heben die Jassanas
ihre Flügel an, so dass das schillerndes Gelb der Schwungfedern zum
Vorschein kommt. Anschliessend fliegen sie 10 bis 15 m zur Seite, wo sie
wieder absetzen. Da das Weibchen grösser ist als das Männchen, verteidigt
es das Nest, während das Männchen die Eier ausbrütet. Auch später behütet
das Männchen die Kücken fürsorglich und trägt diese bei Gefahr unter den
Flügeln fort. |
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| Gilbdrossel |
Gilb-
oder Schlichtdrossel (Turdus grayi) Die bis zu 24 cm große Gilbdrossel
kommt von Mexico bis ins nördliche Kolumbien vor, sie ist hier nicht
selten. In Costa Rica wird sie "yiguirro" genannt, sie ist seit 1977 der
Nationalvogel Costa Ricas - obwohl er recht unscheinbar aussieht. Die
Gilbdrossel kommt in offenem, kultivierten Gelände vor, dichte Wälder
meidet sie. Der Vogel ernährt sich hauptsächlich von Früchten und
Insekten, verschmäht aber auch kleinerer Eidechsen nicht. Das Weibchen
legt in der Regel zwei bis vier Eier, woraus nach knapp zwei Wochen die
Jungvögel schlüpfen. |
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| Grünfischer |
Grünfischer
(Chloroceryle americana) Der in Costa Rica "martín pescador verde"
genannte Eisvogel kommt von Texas über Mittel- und Südamerika bis nach
Argentinien vor und zwar vom Tiefland bis in Höhenlagen von 1.200 Metern.
Man begegnet ihm an Bächen, Seen, Überflutungsgebieten, an Flußufern aber
auch an der Küste. Der Grünfischer sitzt dort gerne auf Zweigen im oder
direkt am Wasser, oder auf über das Wasser hängenden Ästen. Er fliegt
meist nur in Wassernähe, und dabei pfeilschnell ganz dicht über der
Wasseroberfläche. Die bis zu 18 Zentimeter großen Eisvögel halten sich
entweder allein oder paarweise in ihren Fischjagdgebieten auf und ernähren
sich meist von kleinen Fischen, verschmähen aber auch Wasserinsekten
nicht. |
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| Hämmerling |
Hämmerling
oder Dreilappglockenvogel (Procrias tricarunculata) Der in Costa Rica
"pajaro campana" genannte Hämmerling wird auch Dreilappglockenvogel
genannt. Die Glockenvögel sind krähengroße Fruchtfresser von 26-28 cm
Körperlänge. Hämmerlinge kommen ausschließlich in Mittelamerika und in den
nördlichen Gebieten Südamerikas vor und leben als echte Urwaldbewohner.
Sie bevorzugen das Bergland und halten sich dort einzeln oder paarweise in
den Baumwipfeln auf. Sie haben einen lauten, metallisch klingenden Ruf,
der schnell (im Abstand von 10 Sekunden) oder in großen Zwischenräumen
aufeinander folgend vorgetragen werden kann. So klingt der Ruf des
Hämmerlings wie der Klang eines Hammers auf einen Amboß. Glockenvögel
leben von Früchten und Insekten. |
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| Harpyie |
Harpyie
oder Affenadler (Harpia harpyja) Die Harpyie, jener sagenumwobene Adler um
den sich die Legenden ranken, wird in Costa Rica "águila arpía" genannt
und ist wohl der stärkste und mächtigste Greifvogel unserer Erde. Die
Harpyie beeindruckt schon allein durch ihre gewaltige Größe sie hat eine
Gesamtlänge von ca. 85 bis 100 cm bei einem Gewicht von 3000 bis 4400 g.
Die Spannweite dieses beeindruckenden Greifvogels beträgt etwa 190 bis 240
cm wobei das Weibchen, wie bei allen Greifvögeln erheblich größer und fast
ein Drittel schwerer ist als das Männchen. In den dichten Regenwäldern
Mittel- und Südamerikas (von Südmexiko bis Nordargentinien) jagt die
Harpyie vorzugsweise Affen, Opossums, Nasenbären und große Papageien. Aber
auch andere baumbewohnende Säuger, auch große, schwere Faultiere, werden
von diesem mächtigen Greifvogel oft erbeutet. Diese äußerst aggressiven
und angriffsfreudigen Vögel leben aber nicht im Innern der großen Wälder,
sondern (als ausgesprochene Kulturflüchter sehr zurückgezogen) an ihren
Rändern, an Flussufern und in bewaldeten Tälern wobei sie mit ihren
relativ kurzen und breiten Flügeln geschickt zwischen den Baumkronen
hindurchmanövrieren kann.Nur in der Brutzeit leben Harpyien paarweise
zusammen, und auch dann verhält sich das etwas größere Weibchen innerhalb
des Horstbereichs recht »unduldsam« gegenüber seinem Partner, der während
der Brutperiode (Beginn etwa Ende Dezember) allein die Nahrung
herbeischafft. Ihren Horst errichten Harpyien in der Krone eines hohen
Baumes (meist eines bis zu 70 m hohen Kapokbaumes) und verbauen dabei
viele noch grüne Äste und Zweige, aber auch Knochen ihrer Beutetiere.
Gepolstert wird das Nest (Durchmesser bis 1,5m) mit Blättern und Haaren
von Beutetieren. Das Gelege besteht aus 1-2 Eiern. In der Regel werden
Horste mehrere Jahre hintereinander vom gleichen Brutpaar benutzt.
Jahrhunderte lang machten Sagen und Legenden die Harpyien zu
geheimnisvollen Fabelwesen. Ihren Namen erhielt die Harpyie im Jahr 1758
vom schwedischen Naturforscher Carl von Linné. Er benannte diesen großen
Greifvogel in Anlehnung an die Rachegöttinnen der Antike, die in der
römischen Mythologie mit ihrer ungezügelten Wildheit und Fressgier
rasende, wütende, Furcht und Schrecken verbreitende, vogelartige,
weibliche Ungeheuer darstellten. Harpyien waren Mischwesen mit dem Leib
eines Vogels, den Klauen eines Löwen und mit Kopf und Brust einer Frau.
Das ungestüme Wesen, die Agressivität, die nach vorne gerichteten Augen
und die bei Erregung aufrichtbare Doppelhaube, machen die Namensgebung
erklärlich. Harpyien sind in ihrem Bestand bedroht und unterliegen dem
Schutz durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. |
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| Jabiru |
Jabiru
(Jabiru mycteria) Einer der größten Vögel der neuen Welt ist der Jabiru,
der in Costa Rica "galán sin ventura" genannt wird. Wörtlich übersetzt
heißt das " Der erfolglose Verehrer", bezieht sich aber eher auf die
"unglückliche" Haltung des Jabiru, der aussieht wie ein "Galan, der von
seiner Angebeteten einen Korb erhalten hat". Der Jabiru ist ein sehr
seltener Vogel, der in seinem gesamten Verbreitungsgebiet, das von Florida
über Mexiko bis nach Argentinien reicht, gefährdet ist. Dort lebt er in
Savannen, küstennahen Lagunen, Mangroven-und Sumpfgebieten. Er wird bis zu
1,50 Meter groß, seine Flügel können eine Spannweite von 2,50 Metern
erreichen. Mit seinem 30 Zentimeter langen Schnabel fängt er Fische,
Frösche und Schlangen. In Belize, zwischen Mexiko und Costa Rica gelegen,
befindet sich noch eine größere Population von Jabirus, die dort auch
brüten. Das Wort "größere" ist relativ, auch hier wurden leider nur noch
24 Exemplare gezählt. In Costa Rica kommen noch einige der Jabirus in Palo
Verde und am Rio Tempisque vor, der Rest der Population verteilt sich auf
das ganze Land. |
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| Kolibri |
Kolibri
(Trochilinae) Kolibris leben ausschließlich in Amerika. Sie kommen vom
Süden Alaskas bis Feuerland vor. Sie leben in heißen und kalten
Wüstengebieten genau so wie in den Waldgebieten am Amazonas. Eigentlich
trifft man sie fast überall in Nord- und Südamerika an, außer in der
subarktischen und borealen Zone. Von den 330-340 Arten leben fast 130 in
der Nähe des Äquators und 53 Arten in Costa Rica, wo sie "pica flor"
genannt werden. Frei übersetzt heißt das "Blumen-Stecher". Kolibris sind
meist sehr kleine Vögel. Die kleinste Vogelart überhaupt, die Bienenelfe,
misst samt Schnabel und Schwanzfedern nur 6 cm und wiegt 2 Gramm. Die
größte Art, der Riesenkolibri, wird ca. 25 cm lang und erreicht knapp 20
Gramm. Die meisten Kolibris haben ein buntes, in der Regel metallisch grün
schimmerndes Gefieder. Die Kehle beim Männchen ist oft glänzend rot, blau
oder smaragdgrün. Ein besonderes Merkmal der Kolibris ist der Schnabel,
der bei fast jeder Art anders aussieht und extrem in der Länge variiert.
Jeder Schnabel ist auf einen anderen Blütentyp spezialisiert, sodass jede
Art ihre eigene ökologische Nische besetzt und damit dem Konkurrenzkampf
mit anderen Arten entgeht. Die Zunge der Kolibris ist lang, kann weit
hervorgestreckt werden und ist an der Spitze gespalten und
strohhalmförmig, sodass der Nektar gut aus den Blüten gesaugt werden kann.
Kolibris fliegen mit einer sehr hohen Frequenz von bis zu 80
Flügelschlägen pro Sekunde und haben auch eine besondere Flugtechnik.
Während andere Vögel mit ihren Flügeln schlagen, bewegen Kolibris die
Flügel oft in Form einer liegenden Ziffer 8. Das erlaubt ihnen, wendig wie
ein Hubschrauber zu fliegen oder in der Luft anzuhalten. Doch auf einem
Gebiet ist der Kolibri ein Versager. Er kann nicht zu Fuß gehen. Selbst
die kürzeste Strecke muß er im Flug zurücklegen.Die Kolibris ernähren sich vorwiegend von Blütennektar. Diese sehr energiereiche Nahrung macht den kraftraubenden Flugstil erst möglich. Insbesondere knallig rot oder orange gefärbte Blumen ziehen die Kolibris an. In den Blüten sammeln sich zudem Insekten, die ebenfalls von den Kolibris gefressen werden und eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß sicherstellen. Daneben werden noch Pollen und Fruchtfleisch gefressen. Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, trinken die Kolibris zusätzlich noch Wasser. Um bei den Weibchen Interesse zu wecken, führen die Männchen eine Balz auf. Das ist ein Tanz, um das Weibchen in Paarungsbereitschaft zu bringen. Nachdem die Weibchen begattet wurden, bauen sie ein winziges Nest, das aus Spinnweben, Pflanzenwolle, Flechten oder Moos angefertigt wird. Das Nest wird in geringer Höhe in einem Busch oder einem Baum versteckt gebaut. Das Weibchen legt zwei Eier im 2-Tage-Abstand. Es bebrütet die Eier rund 16 Tage. Die Jungen werden anschließend 3-4 Wochen lang gefüttert. Dabei kommt das Weibchen bis zu 140 mal pro Tag zum Nest, um die Jungen mit Futter zu versorgen. Leider wurden - und werden - die Kolibris immer noch gejagt, man verarbeitet ihre bunten Federn zu Schmuck. |
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| Königsgeier |
Königsgeier
(Sarcorhamphus papa) Dieser Neuweltgeier bewohnt vorzugsweise dicht
bewachsene Regenwälder von Mexiko über Mittel- und Südamerika bis
Nordargentinien und Uruguay, er geht dabei jedoch nicht in Höhenlagen über
1.500 Meter. Dieser bunte Geier ist in Mittelamerika generell nicht
selten, er wird dort "rey de zopilote" genannt. Der bis zu 90 cm große
Geier erreicht ein Gewicht von knapp 4 kg und eine Flügelspannweite von
bis zu 200 cm. Er ernährt sich vorwiegend von Fischen, Schlangen und Aas.
Interessant ist, daß er Aas durch seinen hervorragend ausgebildeten
Geruchssinn aufspürt, er benötigt also keinen Sichtkontakt um Aas zu
finden. Im übrigen ist er recht futterneidisch. So vertreibt er andere
Geierarten von den Aasplätzen. In den Horst auf Bäumen, meist zwischen 20
und 30 m hoch, werden im Januar - Februar 1 bis 3 rotbraun gefleckte Eier
gelegt und 53 -58 Tage bebrütet. Alle Neuweltgeier bauen das Nest nicht
selber, sondern brüten meist in Bodenmulden, in Felsspalten, auf alten
Horststellen. Die Jungen werden mit angedauter Nahrung geatzt und
verlassen nach 80 bis 90 Tagen das Nest. Die Jungvögel, die braun bis
schwarz gefiedert sind, bleiben dann mit den Elternvögeln bis zu 150
weitere Tage oder bis zur nächsten Nistperiode zwei Jahre zusammen.
Bereits nach einem Jahr sind die Jungvögel auf sich allein gestellt. Die
Königsgeier leben paarweise und sind nicht sehr gesellig - andererseits
bilden sie nachts Schlafgemeinschaften. |
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| Passerini-Tangare |
Passerini-Tangare
(Ramphocelus passerinii) Über 200 Arten bilden diese formenreiche, nur auf
dem amerikanischen Festland und den Westindischen Inseln verbreitete
Gruppe der Tangaren. Tangaren werden in Costa Rica "tangara" genannt. Der
Verbreitungsschwerpunkt liegt in der tropischen Region; nur 4 Arten
konnten ihren Lebensraum nördlich von Mexiko erobern. So sind auch die
meisten Arten keine Zugvögel. Die Passerini-Tangare kommt von Südmexico
bis zum Westen Panamas vor. Die bis zu 15 cm langen Vögel ernähren sich
ausschließlich von Früchten, Beeren, Insekten und Nektar. Ihre Nester
bauen die auffällig gefärbten Vögel napf - oder kugelförmig, in die die
Weibchen drei bis vier Eier legen. |
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| Prachtfregattvogel |
Prachtfregattvogel
(Fregata magnificens) Alle fünf Mitglieder der Fregattvogelfamilie sind in
warmen Ozeanregionen zu Hause: Der Prachtfregattvogel kommt einerseits im
Bereich der tropischen und subtropischen Meeresregionen Nord-, Mittel- und
Südamerikas vor, andererseits findet man ihn vor der Westküste Afrikas. In
Costa Rica kommt er an der Pazifikküste und auf der Isla del Coco vor, er
wird "tijereta del mar" genannt. Der Prachtfregattvogel ist der grösste
seiner Sippe. Seine langen, schmalen Flügel weisen eine Spannweite von bis
zu 250 Zentimetern auf, der tiefgegabelte Schwanz misst in der Länge
beinahe 50 Zentimeter, und auch der Schnabel ist mit 11 bis 12 Zentimetern
ungewöhnlich lang. Überraschenderweise bringt der Prachtfregattvogel
dennoch nur rund 1,5 Kilogramm auf die Waage. Die Flächenbelastung der
überlangen Schwingen ist somit ausserordentlich gering - und dies ist ein
wesentlicher Teil des «Geheimnisses», welches den Prachtfregattvogel zu
einem der grössten Flugkünstler innerhalb der Vogelwelt macht. Er ist ein
Pirat der Lüfte. Dabei greift er andere Meeresvögel an, welche vom
Fischfang zu ihren Nestern oder Ruheplätzen heimkehren, jagt hinter ihnen
her und belästigt die flugtechnisch weit unterlegenen Tiere durch allerlei
waghalsige Flugmanöver so lang, bis diese verzweifelt ihre Beute fallen
lassen, um sich zu erleichtern und dem «Wegelagerer» besser entfliehen zu
können. Stets lässt der Prachtfregattvogel daraufhin sofort von seinem
Opfer ab, schiesst im Sturzflug der Beute nach und fängt diese zumeist
noch im Fall auf. Interessanterweise kann es sich der Prachtfregattvogel
dank seiner meisterhaften Fähigkeiten der Luftakrobatik leisten, praktisch
ein Nichtschwimmer zu sein - er kann weder aktiv schwimmen noch tauchen.
Der Prachtfregattvogel landet deshalb höchst selten auf dem Wasser, und
wenn er es doch einmal tut, dann hat er gewöhnlich beträchtliche
Schwierigkeiten, sich wieder in die Lüfte zu schwingen. Prachtfregattvögel
sind gesellig und bilden im allgemeinen Brutkolonien von einigen Dutzend
bis hin zu mehreren hundert Paaren. Hat sich ein
Weibchen von einem der balzenden Männchen beeindrucken lassen, so gesellt
es sich zu ihm, paart sich mit ihm, und dann beginnen die beiden mit dem
Nestbau. Wenig später legt das Weibchen ein
einzelnes weisses Ei, welches von beiden Partnern abwechslungsweise
bebrütet wird. Die Brutdauer beträgt ungefähr fünfzig Tage. Das Junge ist
beim Schlüpfen nackt und völlig hilflos, und es wächst überraschend
langsam heran. Mindestens fünf Monate verweilt es im Nest und muss in
dieser langen Zeit fürsorglich von seinen Eltern betreut werden. Die
meisten Prachtfregattvögel pflanzen sich erst im Alter von etwa sieben
Jahren erstmals fort. Immerhin sind sie mit einer durchschnittlichen
Lebenserwartung von mindestens 25 Jahren recht langlebige Vögel, so können
sich diesen «Zeitverlust» in der Jugend erlauben. |
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| Quetzal |
Quetzal
(Pharomachrus mocinno) Der Quetzal ist einer der größten und sicherlich
der bekannteste Vertreter der Trogons aus Mittel- und Südamerika. Sein
Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die regennassen Berg- und
Nebelwälder Südmexikos bis nach Panama. Dort steigt er bis auf knapp 3.000
m hinauf. In Costa Rica wird er ebenfalls "quetzal" genannt. Er ernährt
sich von Früchten, vor allem wilden Avocados, aber auch von Insekten und
kleinen Wirbeltieren. Beim 30-35 cm großen männlichen Quetzal ist fast das
gesamte Gefieder (mit Ausnahme der blutroten Bauchseite) glänzend
smaragdgrün, die äußeren 3 Schwanzfederpaare heben sich weiß ab, während
die restlichen Steuerfedern schwarz sind. Der weibliche Vogel ist
unscheinbarer gefärbt: Die Kopf- und die untere Brustregion tragen
braungraues Gefieder, auch sind nur die äußeren beiden Schwanzfedern weiß
gefleckt. Der Quetzal wird knapp 200 g schwer. Als Symbol für Reichtum,
Fruchtbarkeit und das Leben war der Quetzal eng mit den
mittelamerikanischen Kulturen verbunden. Federkronen, Standarten und
Kleidung der Maya und Azteken wurden mit den glänzenden Federn gefertigt.
Die Schwanzfedern hatten im Handel dieser Kulturen einen hohen Wert, und
es war nur den Herrschern gestattet, sie zu tragen. Um an seine Federn zu
gelangen, wurde der Quetzal nicht erlegt: Es wurde mit dem Tode bestraft,
wer den "Göttervogel" tötete. Die Vögel wurden lebend gefangen, ihrer
langen Schwanzfedern beraubt und dann wieder freigelassen. So konnte der
Quetzal die Federn in der nächsten Mauser wieder erneuern. Der Vogel fand
Eingang in die Mythologie der zentralamerikanischen Völker. Die Azteken
verehrten Quetzalcoatl, Gefiederte Schlange, den Gott des Windes und des
Morgensterns als Schöpfergott, der den Menschen u.a. den Mais brachte. Für
die Mayas war Gefiederte Schlange, Kukulcan, die "Visionsschlange", die
den Weg symbolisiert, auf dem die Ahnen aus Xibalba, der Unterwelt, in
diese Welt gelangen, wenn sie mit einem Blutopfer beschworen werden. Noch
heute wird der Quetzal verehrt. Nach wie vor lebt die Legende, wonach der
Quetzal, der Schutzgeist der Herrscher, nur in Freiheit leben kann.
Guatemala führt den Vogel im Staatswappen sowie auf Briefmarken, und auch
die Landeswährung trägt den Namen des Vogels. Quetzals legen ihre 2
bläulichen Eier in selbstgebauten Bruthöhlen ab, die sie in genügendem
Abstand vom Boden in völlig morsche Bäume graben. Überwiegend das Weibchen
erbrütet das Gelege rund 18 Tage lang. Frisch geschlüpfte Quetzals sind
noch nackt und blind. Sie werden von beiden Eltern mit tierischer Kost
gefüttert. Erst nach 2 Wochen sind sie befiedert und verlassen das Nest
schließlich nach weiteren 2 Wochen. Nach dem Ausfliegen bleiben Quetzals
noch länger im Familienverband zusammen und suchen gemeinsam nach
Insekten, kleinen Wirbeltieren und Baumfrüchten. Je nach Verbreitung
brüten die Vögel ein oder zwei Mal pro Jahr. Leider nimmt heute die
Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes durch den Menschen dem Vogel
die Existenzgrundlage, so daß der Quetzal heute stark bedroht ist. |
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| Rosa Löffler |
Rosa
Löffler oder Rosalöffler (Platalea ajaja) Der Rosa Löffler zählt zur
Familie der Ibisse. Er kommt vom Süden der USA bis in den Norden von
Argeninien vor und besiedelt auch die meisten Inseln der Karibik. In Costa
Rica wird er "espátula rosada" oder "garza rosada" genannt. Der bis zu 86
cm große und bis zu 1,5 kg schwere Wasservogel besiedelt seichte Seen,
Bäche, Flüsse, Sumpf- oder Mangrovengebiete mit nicht sehr klarem Wasser
und ernährt sich vorwiegend von Pflanzenteilen, Insekten und Amphibien.
Rosa Löffler nisten in Kolonien, wo das Weibchen einmal im Jahr im April
oder Mail 2 bis 4 Eier legt. Nach rund 24 Tagen schlüpfen dann die
Jungvögel. Die schöne rosa Färbung bekommt der Löffler durch die
karotinreiche Nahrung wie Shrimps. Rosa Löffler sind in ihrem Bestand
stark bedroht. |
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| Rostbauchguan |
Rostbauchguan
oder Ost- oder Rotbauch-Schakuhuhn (Penelope purpurascens) Der
Rostbauchguan kommt in tropischen und subtropischen Gebieten Mittel- und
Südamerika vor, wo er Waldgebiete und andere Regionen mit dichter
Vegetation bewohnt. Er wird bis zu 85 cm groß und bis zu 1,7 kg schwer. In
Costa Rica wird das Hokko-Huhn "pava granada" genannt. Es ist selten
geworden weil der Vogel eng an dichte, intakte Wälder mit viel Vegetation
gebunden ist - die mittlerweile abgeholzt wurden. In kleinen Gruppen (bis
zu 10 Tiere) durchstreifen die Vögel ihren Lebensraum, sie ernähren sich
von Früchten, Samen, Beeren und Knospen, die sie fast ausschließlich in
den Bäumen suchen. Ihre flachen Nester, die aus Zweigen, Laub und Gräsern
bestehen, werden im Geäst der Bäume verankert. Das Gelege besteht meist
aus 2-3 Eiern, die nur von der Henne rund 30 Tage bebrütet werden. Die
Jungen sind bereits wenige Stunden nach dem Ausschlüpfen flugfähig und
sind schon wenige Tage nach dem Schlupf äusserst aktiv. |
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| Scharlachtangare |
Scharlachtangare
(Piranga olivacea) Sie gehört innerhalb der Sippe der Singvögel zur
Familie der Ammern. Erwachsene Männchen besitzen einen prächtig
scharlachroten Körper und schwarze Flügel im Gegensatz zur
Passerini-Tangare, die einen schwarzen Körper mit roten Flügeln aufweisen.
Sie erreichen eine Länge von 19 cm, eine Flügelspannweite von 30 cm und
ein Gewicht von bis zu 30 gr. Die Weibchen sind etwas kleiner als die
Männchen und besitzen ein einheitlich olivgrünes Gefieder.
Scharlachtangaren sind ausgesprochene Zugvögel. Sie brüten in den
Berggebieten des östlichen Nordamerikas. Ihre Winterquartiere liegen
hingegen in Mittel- und Südamerika. Sie werden in Costa Rica "tangara
escarlata" genannt. Scharlachtangaren ernähren sich hauptsächlich von
tierlicher Kost: Systematisch suchen sie das Geäst der Bäume in ihrem
Wohngebiet nach Kleintieren aller Art ab. Es sind vor allem Raupen,
Nachtfalter, Käfer, Ameisen und Spinnen, die ihnen zum Opfer fallen.
Manchmal nehmen sie aber auch Beeren zu sich. Auf ihren Wanderungen von
und nach Südamerika besuchen sie oftmals frisch gepflügte Felder und
nehmen als «Zwischenverpflegung» Regenwürmer, Grillen und Heuschrecken zu
sich. Das Nest der Scharlachtangare ist ein ziemlich flaches Gebilde aus
Wurzelfasern, Grashalmen und anderen länglichen Pflanzenstoffen. Das
Gelege umfasst meistens vier blaugrüne Eier. Die Brutzeit dauert 14 Tage,
wobei nur das Weibchen brütet. 15 Tage nach dem Ausschlüpfen sind die
Jungen bereits flügge und verlassen das Nest. |
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| Schleiereule |
Schleiereule
(Tyto alba) Die Schleiereule kommt in warmen und gemäßigte Zonen aller
Erdteile vor, in Costa Rica kommt sie überall vor, sehr häufig in der
Region Golfo Dulce. In Costa Rica wird sie "lechuza ratonera" genannt. Die
bis zu 35 cm große Eule erreicht eine Flügelspannweite von knapp einem
Meter bei einem Gewicht von bis zu 3 kg. Die Schleiereule ist ein
nachaktiver Jäger, der sich hauptsächlich von Kleinsäugern und Vögeln
ernährt. Sie jagt in der Dämmerung vor allem nach dem Gehör und schlägt
ihre Beute am Boden oder in der Luft. Vögel, Amphibien oder Insekten, sind
eher die Ausnahme. Der ph-Wert im Magen der Eule ist neutral oder leicht
basisch. Deshalb werden selbst feine Knochen der Beutetiere kaum zersetzt,
sie sind so in den Gewöllen gut erhalten. Sie brütet in Bäumen oder
Baumhöhlen. Die 3-7 Eier werden vom Weibchen ca. einen Monat allein
bebrütet, die Jungvögel werden dann aber von beiden Elternteilen versorgt
und sind nach rund zwei Monaten flügge. |
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| Silberreiher |
Silberreiher
(Egretta alba) Der Silberreiher ist fast weltweit verbreitet und kommt in
Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika vor. In Costa Rica wird der
bis zu 95 cm große Vogel, der eine Flügelspannweite von 1,80 m und ein
Gewicht von 1.500 gr erreichen kann, "garza real" genannt. Er bewohnt
Schilfgürtel an Flüssen, Seen und Sümpfen, die mit Bäumen und Büschen
bewachsen sind. Silberreiher ernähren sich von Amphibien, Reptilien,
Fischen, Kleinsäugern, Krebsen und Insekten, die sie erbeuten, während sie
durchs seichte Wasser waten bzw. still darin warten und dann blitzschnell
mit dem spitzen Schnabel zustoßen, wenn sie etwas Essbares entdecken.
Silberreiher brüten i.d.R. in kleinen Kolonien. Das Weibchen legt 3 bis 5
Eier, die Brutdauer beträgt rund 25 Tage. |
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| Truthahngeier |
Truthahngeier
(Cathartes aura) Den Truthahngeier kann man von Nordamerika bis ins
südliche Südamerika beobachten, er bewohnt dort Wüsten, offene
Landschaften, Strände, Flußregionen, tropische und subtropische Wälder und
sogar Städte. In Costa Rica wird er "zopilote cabecirrojo" genannt. Bei
seinen Beutezügen fliegt er immer recht tief über dem Boden, da er seine
Beute mit dem Geruchssinn ausfindig macht. Dies unterscheidet ihn von
einem ähnlichen Geier, dem Rabengeier, welcher weit höher seine Kreise
zieht. Der bis zu 75 cm große Geier lebt meist in kleinen Gruppen bis zu
30 Tieren. Truthahngeier sind in der Auswahl ihrer Beute nicht wählerisch.
So stehen kleine Säugetiere, Reptilien, Amphibien, kleine Vögel, Obst und
Früchte auf ihrem Speiseplan. Aas fressen sie nur, wenn es "frisch" ist,
so sucht der Truthahngeier nicht nur über dem dichten Regenwald nach toter
oder verwundbarer Beute, auch Landstrassen mit überfahrenen Tieren werden
abgesucht. Aus diesem Grund kann man diese Vögel in Costa Rica regelmäßig
zu Gesicht bekommen. Das Weibchen legt 2 bis drei Eier in einem Nest, daß
sich in Felsen, auf Baumstämmen oder auf dem Boden befindet. Nach rund 40
Tagen schlüpfen die Kleinen, die dann nach weiteren 75 Tagen das Nest
verlassen. |
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| Tukan |
Feuerschnabel-Arassari
(Pteroglossus frantzii) Tukane zählen mit über 40 Arten zur Familie der
Spechtvögel. Sie werden zwischen 30 und 65 cm groß, der große, unheimlich
leichte Schnabel kann bei einigen Arten bis zu 25 cm lang werden. Tukane
kommen vom Süden Mexicos bis in den Norden Argentiniens vor, wo sie die
tropischen Wälder, Plantagen, Palmenhaine und Lichtungen bewohnen. Durch
den großen Schnabel sind Tukane keine guten Flieger, man sieht sie daher
fast ausschließlich in den Bäumen und Baumwipfeln klettern oder hüpfen.
Der Riesentukan wird in Costa Rica " "tucán grande" oder "tucán toco"
genannt, er wird bis zu 62 cm groß, der Schnabel wird rund 20 cm lang -
dabei bringt er ein Gewicht von bis zu 450 gr auf die Waage. Er badet
gerne in wassergefüllten Astlöchern. Beim Schlafen steckt er den Schnabel
in das Rückengefieder. Die hier abgebildeten Feuerschnabel-Arassaris
werden in Costa Rica "cusingos" genannt. Die Nahrung der Tukane besteht
vor allem aus Früchten und Beeren, aber auch Insekten, Eiern oder Fisch.
Mit ihrer Nahrung können sie sehr kreativ umgehen, so kommt es auch vor,
dass sich Tukane gegenseitig Beeren zuwerfen. Tukane leben paarweise oder
in Gruppen von knapp 15 Tieren. Sie nisten in Baumhöhlen, in die sie
jährlich ein Gelege mit 2-4 Eiern legen. Diese werden ungefähr 18 Tage
bebrütet, wobei sich beide Elterntiere abwechseln. Die Jungtiere beim
Schlupf nackt und blind, nach 2 Monaten werden sie flügge und verlassen
das Nest. |
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| Wanderfalke |
Wanderfalke
(Falco peregrinus) Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa,
Nordamerika, Mittelamerika, stellenweise Südamerika und Afrika.
Wanderfalken bevorzugen offenes, felsiges Gelände, Mittel- und Hochgebirge
sowie Meeresküsten. Sie sind Teilzieher und streifen in großen Gebieten
umher. Den Winter verbringen sie gerne in Wassernähe. In Costa Rica werden
sie "falcón peregrino" genannt, sie kann man hier regelmässig in der
Region um den Golfo Dulce beobachten. Das Wanderfalkenmännchen erreicht
eine Größe von 38 - 50 cm, eine Flügellänge von 29 - 37 cm und ein Gewicht
von 580 - 1300 g. Das Weibchen ist rund ein Drittel größer. Die Nahrung
besteht fast ausschließlich aus anderen Vögeln, die sie ausschließlich im
Flug schlagen. Im Sturzflug können sie Geschwindigkeiten von 300 km/h
erreichen und sind damit die schnellsten Vögel. Die Vögel nisten in
Felshöhlen oder -nischen oder in Bäumen, wobei sie dann auch die Nester
anderer Greifvögel übernehmen. Das Weibchen legt 3 - 4 Eier. Es bebrütet
das Gelege rund einen Monat lang überwiegend alleine. Während dieser Zeit
wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Küken sind Nesthocker und
werden 35 - 42 Tage lang von beiden Elternteilen gefüttert, bevor sie
flügge werden. |
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| Weissbussard |
Weiss-
oder Schneebussard (Leucopternis albicollis) Der bis zu 56 cm große
Bussard kommt von Mexico bis ins mittlere Südamerika vor, er steigt im
Gebierge bis 1.500 m hinauf. In Costa Rica wird er "gavilán blanco)
genannt. Er bewohnt hier bewaldete Gebiete - mit nicht zu dichtem Bewuchs
und meist in Wassernähe. Dort jagt er in den Baumkronen. Seine Nahrung
besteht aus Kleinsäugern, Vögeln, Reprilien, Amphibien und Insekten,
spezialisiert hat sich der Weissbussard jedoch auf Schlangen und
Eidechsen. Die Nester des Weissbussards befindet sich meist in
Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) hoch oben in den Bäumen . Das Weibchen legt
dort 2 bis 3 Eier und bebrütet diese, woraus nach ca. 35 Tagen die
Jungvögel schlüfen. Das Männchen jagt und beschafft die Nahrung für das
Weibchen und später auch für die jungen Bussarde, die im Alter von rund 46
Tagen flügge werden. |
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| Weisstirn-Amazone |
Weissstirn-
oder Brillenamazone (Amazona albifrons) Weissstirnamazonen kommen von
Mexico bis Costa Rica vor und bewohnen vielseitige Habitate, bevorzugt
aber trockene Busch- und Laubwälder sowie Kakteen- und Dornbuschsavannen.
Feuchttropische Tiefländer sowie Regenwälder werden von dieser Art nur
gelegentlich aufgesucht, geschlossene Regenwälder eher gemieden. Ihr
Lebensraum erstreckt sich bis in Höhen von 1850 m. Weißstirnamazonen sind
aber auch in der Nähe menschlicher Siedlungen und Plantagen anzutreffen.
Die bis zu 28 cm große Amazone wiegt rund 200 gr., in Costa Rica wird sie
"lora frente blanca" genannt. Die relativ kleinen Amazonen leben paarweise
oder in kleineren Gruppen von bis zu 20 Vögeln. An Schlafplätzen können
aber auch Ansammlungen von mehreren hundert Amazonen beobachtet werden.
Die großen Schlafgemeinschaften lösen sich morgens in kleinere Trupps auf,
diese gehen dann auf Nahrungssuche. Sie ernähren sich von Früchten,
Sämereien, Beeren, Nüssen, Blattknospen und Blüten. Mais, Getreide,
Früchte aus Obstplantagen und Insektenlarven werden nicht verschmäht. Die
Amazonen nisten in Baumhöhlen, Astlöchern oder Palmenstrünken. Das
Weibchen legt 3 bis 5 Eier, aus denen nach rund 25 Tagen die Jungen
schlüfen. Diese verlassen nach knapp 8 Wochen das Nest und schließen sich
dann dem Familienverband an. |
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Auszug für EQUIS
Residenzen, Costa Rica |
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