Costa Rica Flora



Für Naturliebhaber ist Costa Rica's Flora - zu Recht - ein Paradies.

Das kleine, grüne Land, kaum größer als die Schweiz, umfaßt zwölf unterschiedliche Vegetationszonen, unter anderem Savannenlandschaften, Mangroven- und Feuchtgebiete, Trockenwälder mit  laubabwerfenden Bäumen, immergrüne Tieflandregenwälder in Höhenlagen bis ca. 800 m, immergrüne Bergregenwälder in Höhenlagen zwischen ca. 800 m und 1500 m, immergrüne Bergregenwälder in Höhenlagen zwischen ca. 1500 m und 3000 m und die subalpinen Zonen, "páramo", ab ca. 3000 m und der Baumgrenze.

Der Kleinstaat macht zwar nur 0,001% der Landoberfläche der Erde aus, beherbergt aber über 5% aller weltweiten Pflanzen- und Tierarten.
Allein 1.400 verschiedene Orchideenarten kommen in Costa Rica vor.

Bitte berücksichtigen Sie unbedingt, daß einige der nachfolgend aufgelisteten Pflanzen ungenießbar oder auch teilweise giftig sind. Die Informationen stellen also ausdrücklich keine Lebensmittelliste dar.

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Detailinformationen zur Costa Rica Flora, hier unterteilt in:
Wildblumen A-Z
Bäume und Sträucher A-Z

 

 
Dieser Kapokbaum (Ceiba) steht auf der Halbinsel Osa, er ist einer der mächtigsten des Landes. Costa Rica Flora pur.
Riesiger Kapokbaum (Ceiba) auf Osa, Golfo Dulce
 

Wildblumen A-Z

 

 
Ananas

Ananas (Ananas comosus) Die bekannteste Bromelie (siehe: Bromelien) ist zweifellos die Ananas. Sie ist übrigens eine der wenigen Bromelien, die ausschließlich auf dem Boden wachsen, sie ist eine Erdbromelie. Die bekannteste Art ist die gewöhnliche Ananas, die aus dem tropischen Amerika stammt und dann auch in Asien, Afrika und Südeuropa kultiviert worden ist. Seit etwa 1830 wird die Ananas in den USA und Europa auch in großen Treibhäusern gezogen, in Costa Rica findet man weitläufige Ananasplantagen - Treibhäuser sind hier allerdings nicht notwendig. Ananas wird hier "piña" genannt. Die Frucht besitzt eine goldgelbe Farbe und einen Schopf aus bis zu 30 cm langen Blättern, unter dem viele miteinander verschmolzene Fruchtknoten angeordnet sind. Unter der Frucht findet man die bis zu 80 cm langen Unterblätter. Die frische Frucht muss sorgfältig geschält werden: man schneidet zuerst den Schopf ab, dann wird die Schale von oben nach unten entfernt, die Frucht geviertelt und der Strunk entfernt. Der Geschmack ist süß-säuerlich. Es ist wirklich eine goldene Pflanze, süß und reich an Vitaminen, spendet sie Saft und wichtige Mineralstoffe und vor allem die Enzyme (Bromelin oder Bromelain), die die Verdauung fördern, Entzündungen hemmen, den Blutdruck senken und Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden abbauen (Ursache für Arteriosklerose) sowie Vitamin E, das als Schutz vor freien Radikalen dient. Auch bei Magenproblemen und Gelenkbeschwerden soll die Ananas helfen. Die ersten Ananas soll bereits Columbus 1493 von seiner zweiten Amerika-Reise mitgebracht haben, ihre Verbreitung in Europa erfolgte aber erst ab 1690.

 

Begonien
 

Begonien (Begoniaceae) Begonien sind ihrer Herkunft nach Schattenpflanzen aus den tropischen Regenwäldern oder den subtropischen Gebieten des amerikanischen Kontinents, Teilen Asiens und Afrikas. Noch heute werden in diesen Gebieten neue Arten entdeckt, bisher wurden rund 1.000 Arten dieser als Sträucher bzw. Halbsträucher wachsenden schönen Pflanzen katalogisiert. Sie wachsen entweder als Bodendecker oder als Epiphyten (Aufsitzer) auf Bäumen. Die Gattung wird in zwei große Gruppen – mit vielen Untergruppierungen – zusammengefasst, den Blatt- und den Blütenbegonien, wobei die Zuordnung zu einer der Gruppen manchmal schwierig fällt. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Ihre asymetrisch geformten Blätter - aus diesem Grund werden sie auch "Schiefblatt" genannt. Außer als Zierpflanzen, werden Begonien auch als Nutzpflanzen verwendet. Die Blätter und Stiele einiger Arten werden für verschiedenste Naturheilmittel verwendet. Begonia hirsuta ist beispielsweise eine der Begonien, die die Regenwaldregionen um den Golfo Dulce besiedelt.

 

Bougainvillea


 

Bougainvillea oder Drillingsblume (Bougainvillea glabra) Die Bougainvillea ist ein, mit diversen Arten vertretender, ursprünglich aus Brasilien stammender, inzwischen auch in subtropischen Gebieten bis nach Europa verbreiteter kletternder Strauch mit Sprossdornen und breiten, meist rotvioletten oder lachs-orangefarbenen Hochblättern. Sie ist - man mag es kaum glauben - eine Liane. Mit ihren gekrümmten Dornen klettert diese stark verholzende Liane bevorzugt an den Bäumen sonniger Waldlichtungen in die Höhe. Nur dort entwickeln sich dann ihre Blüten, deren schön geformte Hochblätter die eigentliche Farbenpracht dieser Pflanze ausmachen. In kleinerer, buschiger Form ist sie ebenfalls sehr beliebt - als Kübelpflanze für Balkon und Garten. Der Name wurde der Pflanze zu Ehren des französischen Seefahrers und Entdeckers Louis Antoine de Bougainville gegeben. Bougainvillea gehört zur Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae). Bougainvillea glabra wird in Costa Rica "veranera" genannt und kommt bevorzugt in Guanacaste vor.

 

Bromelien


 

Bromelien (Bromeliaceae) Der Bereich der Baumkronen, ist der Ort des tropischen Regenwaldes, wo die Artenvielfalt am größten ist und wesentlich daran beteiligt sind Bromelien. Bisher wurden rund 3000 verschiedene Bromelienarten erfasst - es existieren aber weitaus mehr. So steigt insbesondere die Zahl der im Kronenbereich der Bäume neu entdeckten Bromelien ständig weiter an. Das Verbreitungsgebiet der Bromelien erstreckt sich vom Süden der USA über Mittelamerika bis weit nach Südamerika. Die südlichste Verbreitung liegt dabei in Argentinien und Chile. So riesig, wie das Verbreitungsgebiet der Bromelien ist, so unterschiedlich sind auch die klimatischen Bedingungen, an die sich die Bromelien angepasst haben. Die bekannteste Bromelie ist zweifellos die Ananas (Ananas comosus). Die ersten Ananas soll bereits Columbus 1493 von seiner zweiten Amerika-Reise mitgebracht haben, ihre Verbreitung in Europa erfolgte aber erst ab 1690. Die Ananas ist übrigens eine der wenigen Bromelien, die ausschließlich auf dem Boden wachsen, sie ist eine Erdbromelie. Luftbromelien gehören zu den Epiphyten, was übersetzt " die auf Pflanzen wachsen" bedeutet. In der Realität wachsen sie aber überall, so beispielsweise auch auf Hausdächern, Telefonmasten, elektronischen Leitungen, über all dort nämlich, wohin sie der Wind getragen hat. Trotzdem: die Mehrzahl der Epiphyten lebt auf den Zweigen, Ästen und Stämmen der Bäume des tropischen Regenwaldes. Sieht man von den kurzen, sintflutartigen Regenschauern ab, so ist das Kronendach des tropischen Regenwaldes ein eher trockener Ort. Aus diesem Grund bilden die Blätter der lebenden Bromelien wasserdichte Trichter, in denen sie zu jeder Zeit Wasser und Nährstoffe auffangen können. In dieser "Nährlösung" fühlen sich Algen und andere kleine Blütenpflanzen sehr wohl. Die Trichter der Bromelien ermuntern aber auch Insekten, Skorpione, Salamander, Frösche, Vögel, Affen und sogar Krabben in ihrer Umgebung zu leben - beziehungsweise sich hier aufzuhalten. So gibt es beispielsweise einige Arten von Fröschen, die ihr ganzes Leben in diesen Trichtern verbringen. Natürlich entnimmt auch die Bromelie selber der Nährlösung die benötigten Nährstoffe. Man kann also davon ausgehen, dass Bromelien weder Nährstoffe noch Wasser aus ihrem Trägerbaum entnehmen. Für den Trägerbaum kann es nur dann unangenehm werden, wenn der Bewuchs auf seinen Ästen überhand nimmt, so mancher Ast bricht dann unter seiner schweren Last ab.



Dieffenbachie


 

Dieffenbachie, Giftaron, Schweigohr oder Stummblume (Dieffenbachia amoena) Die zur Familie der Aronstabgewächse gehörigen Dieffenbachien kommen mit rund 135 Arten in Mittel- und Südamerika vor. In Costa Rica mit 13 Arten. Die bis zu 2 m hohen Pflanzen werden meist durch Fliegen bestäubt, ihre Blätter können bis zu 60 cm lang werden. Abgesehen davon, daß die Dieffenbachie eine sehr beliebte Zierpflanze ist, so ist sie auch einer der giftigsten Pflanzen überhaupt. Bei der Aufnahme über den Mund von Teilen der Dieffenbachie kommt es zu Brennen, Bläschenbildung im Mund, Anschwellen der Schleimhäute, Lippen und der Zunge, vermehrten Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall. Die Anschwellung im Mund kann zu Sprachstörungen und sogar zum Ersticken führen. In schweren Fällen kommen noch Pulsverlangsamung, Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, Herzrhythmusstörungen und Atemstörungen dazu. Die haut- und schleimhautreizende Wirkung kann über Tage hinweg Sprachbeschwerden verursachen. Zur Zeit der Sklavenhaltung wurden unfolgsame Sklaven mit der Stummpflanze ausgepeitscht und so vorübergehend "stumm" gemacht. Es sind ausserdem Vergiftungen in der ehemaligen DDR bekannt. Dort wurde der in Scheiben geschnittene Stamm der Pflanze in Wasser gelegt, um so Ableger zu erzeugen. Ab und an wurden diese Scheibchen mit Gurkenscheiben verwechselt... - heutzutage wird aus den Pflanzenteilen Gift gegen Insekten und Nagetiere hergestellt.

 

Epiphyten


 

Epiphyten, Luft- oder Aufsitzerpflanzen (Epiphyte) Das Skelett des Regenwaldes bilden die Bäume und es gibt natürlich zahlreiche Pflanzenarten, die sich ihrer bedienen. Um man mit ihren Blättern das lebensnotwendige Licht zu nutzen, haben einige Pflanzen ihren Standort völlig in den Kronenbereich verlagert. Dabei handelt es sich meistens um Luft- oder Aufsitzerpflanzen (Epiphyten). Diese Pflanzen verbringen ihr gesamtes Leben ausschließlich in luftigen Höhen ohne jeglichen Bodenkontakt. Zu ihnen gehören Moose, Flechten, Farne, Kakteen, Bromelien und natürlich viele der schönsten Orchideen. Alle diese Pflanzen wachsen bevorzugt auf den großen, waagerecht abstehenden Ästen der großen Bäume, wo die Lichtbedingungen geradezu ideal sind. Das größte Problem aller Epiphyten ist die kontinuierliche Versorgung mit Wasser. Aus diesem Grund sind alle diese Pflanzen in der Lage, Wasser in irgendeiner Form zu speichern.


 

Helikonien


 

Helikonien (Heliconia spp.) Bis auf wenige Ausnahmen kommen Heliconien, von denen es ungefähr 300 Arten gibt, nur in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas vor. Weil sie reichlich Licht und Wasser zum Wachsen brauchen, siedeln sie sich nur in der Nähe von Flüssen, auf Waldlichtungen und ähnlichem an. Es existieren klein bleibende Arten - einige Arten werden aber bis zu 10 m groß. Die relativ großen Blätter dieser Pflanzen bieten zahlreichen Tieren Unterschlupf. Kolibris zum Beispiel sind gern gesehene Gäste. Sie benötigen für ihren Stoffwechsel reichlich Energie und müssen daher ständig Nahrung aufnehmen. Die Blüten der Helikonien enthalten unheimlich viel Nektar - auf den die Kolibris angewiesen sind. Während die Kolibris dann von dem Nektar naschen, haften immer einige Pollen an den Körpern der Vögel. Wenn die Kolibris dann zur nächsten Helikonie fliegen um dort dann ebenso Nektar zu tanken, bestäuben Sie diese so ganz nebenbei. Helikonien werden ausschließlich von Kolibris bestäubt - und nicht etwa durch Insekten oder den Wind. Eine zweckmäßige Symbiose: die Helikonien und die Kolibris sind also aufeinander angewiesen. Einige der Kolibris haben sich auf bestimmte Helikonien spezialisiert, man kann dann den Schnabel der Kolibris mit einem Schlüssel vergleichen, der ein bestimmtes Schloss - die Blüte einer bestimmten Helikonienart - aufschließen muss.

 

Hibiskus


 

Hibiskus oder Eibisch (Hibiscus furcellatus) Die Heimat des Hibiskus ist China, Südostasien sowie die polynesischen Inseln. Auf den Südseeinseln ist er wohl von Hawaii am bekanntesten - daher auch sein Name "Hawaiiblume". Hibiskus ist eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) mit etwa 300 Arten, die hauptsächlich in den wärmeren Gegenden der Welt verbreitet ist, strauchartig eine Höhe von knapp 6 m erreichen kann und Blüten - je nach Art - in allen Farben trägt. Der Saft der Hibiskusblüte diente in alten Kulturen u.a. zum Färben von Augenbrauen und Schuhen. Auch für rituelle Zwecke wurde er benutzt, besonders von den Hawaii-Mädchen, die sich eine Blüte ins Haar steckten, wenn sie "noch zu haben" waren - so verwundert es nicht, daß die Pflanze die Nationalblume von Hawaii und Malaysia ist. Ein Extrakt aus Hibiskusblüten hat ähnlich gefäßschützende Eigenschaften wie Rotwein, Traubensaft oder Tee, denn die im Hibiskus enthaltenen Antioxidantien haben einen positiven Einfluss auf die Cholesterinwerte und können damit Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen.

 

Lianen


 

Diese typische Dschungelpflanze, die Längen von mehr als 100 m erreichen kann, beginnt ihr Leben auf dem Boden des Regenwaldes. Bereits als kleine Pflanze sucht sie einen Schattenspender - in der Regel ist das ein hoher Baum. Sobald ich das Pflänzchen den Baum berührt, rollt es sich zu einer Ranke und bildet eine erste Spirale am Baum, die Liane hat ihren Kletterbaum gefunden. Jetzt windet sich die Liane in die Baumkrone. Lianen wachsen sehr schnell und erreichen bereits nach kurzer Zeit die obere Etage der Bäume, wo ihre riesigen Blattkronen dann gleich mehrere der sie tragenden Bäume überziehen. Lianen bilden zahlreiche Wurzeln aus, die, sobald sie den Boden erreichen, sich dort fest verankern. Die Stämme der Lianen transportieren in enormen Mengen von Wasser zu ihren gewaltigen Blattkronen. Man kann das deutlich hören, wenn man einen Lianenstamm anschneidet - er gibt dann ein zischendes Geräusch von sich und meist laufen auch größere Mengen von klarem, sauberen Wasser aus dem oberen Abschnitt heraus. Doch nicht nur Wasser ist in den Lianen enthalten. Einige dieser interessanten Pflanzen enthalten wichtige Inhaltsstoffe für Medikamente, andere liefern Früchte, Samen, Knollen und Blätter, die als Heilmittel und als Nahrungsmittel genutzt werden. Aus einigen Arten der Lianen wird Kurare gewonnen, ein hochwirksames Nervengift, das - wenn es in den Blutkreislauf gelangt - die Reizübertragung zu den Muskeln blockiert und zum Ersticken führt. Dieses Gift, bestehend aus verschiedensten Inhaltsstoffen, nutzen verschiedene Indianerstämme für die Jagd und zur Verteidigung. Bekanntesten Lianenarten sind die als Zierpflanzen verbreiteten Philodendron.

 

Mammutblatt


 

Mammutblatt, Gunnera oder Riesenrhabarber (Gunnera insignis) Das in der Tat riesige Mammutblatt kommt in Mittel- und Südamerika vor, wo es rhabarberartige Blätter mit einem Durchmesser bis zu 3 m hervorbringt, der stachelige Blütenstand wird dabei bis zu 2 m hoch. Sie kommt in den feuchten Regen- und Nebelwäldern vor und steigt bis auf knapp 3.000 m Höhe an, bevorzugt halbschattige, feuchte Stellen der Wälder. In Costa Rica kommt die Gunnera mit zwei Arten vor, die Pflanze wird dort auch "sombrilla de pobre" genannt, was soviel wie "Sonnenschirm der Armen" heisst - und nicht: "Regenschirm", wie vielfach zu lesen ist.

 

 


 

Monstera


 

Monstera oder Fensterblatt (Monstera deliciosa) Die Monstera ist eine zu den Aronstabgewächsen (Araceae) gehörende Liane, wobei die Gattung Monstera etwa 50 Arten umfaßt. In ihrer Heimat Mittel- und Südamerika klettern diese Pflanzen an mächtigen Bäumen des Urwalds nach oben in Richtung Licht, dabei können Höhen von über 20 Metern erreicht werden. Monstera deliciose kommt vom Süden Mexikos bis Panama vor. An ihren Kletterhilfen halten sie sich hierbei mit ihren Luftwurzeln fest. Ihre dunkel- bis mittelgrünen, glänzenden Blätter können einen Durchmesser von bis zu 1,4 Meter erreichen, um das wenige Licht noch auszunutzen. Die Anpassung an die unterschiedlichen Lichtbedingungen (dunkel am Boden, heller mit zunehmender Höhe) erfolgt beim Fensterblatt durch Blatteinschneidungen: Bei wenig Licht gebildete Blätter sind nur wenig und nicht tief eingeschnitten, während unter relativ viel Licht gebildete Blätter starke und zahlreiche Blatteinschneidungen besitzen, so daß die wirksame Assimilationsfläche geringer ist. Die als Zimmerpflanze weit verbreitete Monstera wird fälschlicherweise oft auch als Philodendron bezeichnet.

 

Orchideen

 

Orchideen (Orchidaceae) Mit Orchideen (griech.: orchis - Hoden, nach den hodenförmigen Wurzelknollen) wird meist die Gesamtheit der Orchideengewächse bezeichnet. Sie stellen nach den Korbblütlern (Asteraceae) die zweitgrößte Familie unter den Blütenpflanzen dar. Orchideen werden als besonders schön angesehen, sie werden auch als "Königin der Blumen" bezeichnet. Orchideen gehören zur Klasse der Einkeimblättrigen Pflanzen, wobei ca. 1.000 Gattungen mit 25.000 - 35.000 Arten von den Botanikern anerkannt werden. Orchideen wachsen - mit Ausnahme der Antarktis - auf jedem Kontinent, selbst oberhalb des nördlichen Polarkreises, in Patagonien und den dem ewigen Eis des Südpols vorgelagerten Inseln gibt es Orchideen. Der Großteil der Arten wächst allerdings in den Tropen und Subtropen, hauptsächlich in Mittel- und Südamerika sowie Asien. In Costa Rica wurden über 2.000 Orchideenarten gezählt, man schätzt jedoch die Artenzahl auf mehr als das Doppelte. Vielleicht ist das der Grund, warum die Orchidee "Guaria Morada" (Cattleya skineri) zur Nationalpflanze von Costa Rica gewählt wurde. Diese Nationalpflanze kommt nur von Mexiko bis Costa Rica vor und wächst nur in Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.400 Metern. Orchideen können auf verschiedene Art und Weise wachsen. Man unterscheidet dabei folgende Formen: epiphytisch (auf anderen Pflanzen wachsend, und zwar nicht als Schmarotzer), terrestrisch (auf der Erde wachsend) und lithophytisch (auf Felsen oder Stein wachsend).

 

Passionsblume


 

Passionsblume oder Leiden Christi (Passifloraceae) Die ursprünglich aus Mittel- und Südamerika kommenden Passionsblumen mit ihren langen Sproßranken gehören wohl zu den bekanntesten Lianen der Tropen und Subtropen. Die Kletterpflanze wächst mehrere Meter hoch. Die gestielten dunkelgrünen Blätter sind fünfteilig, tief gelappt und können knapp handgroß werden. Die einzelnen Blatteile sind glattrandig. Aus den Blattachseln entspringen die korkenzieherähnlichen Ranken. Das Auffälligste sind die ungewöhnlichen Blüten, sie können je nach Art bis zu 15 cm Durchmesser erreichen und darin liegen sehr auffällig die Fortpflanzungsorgane - 5 schiffchenförmige Staubgefäße und 3 Narben. Aus dem gestielten Fruchtknoten entwickelt sich eine eßbare Beere, die viele Samen enthält. Die Passionsblume wurde zu Anfang des 17. Jhd. in Europa eingeführt. Die auffällige Blüte wurde erstmals von dem Jesuiten Ferrari 1633 als symbolhafte Darstellung der Leiden Christi gedeutet: die drei auffälligen Narben symbolisieren die Nägel bei der Kreuzigung Jesu´, der fransige Strahlenkranz die Dornenkrone, die fünf Staubblätter die Wundmale, der gestielte Fruchtknoten den Schwamm, der Jesus am Kreuze hingehalten wurde oder auch als Geißelungssäule, die Ranken für die Geißeln, die Blätter stehen für die Lanzen, und die weiße Blütenfarbe der Passiflora caerulea symbolisiert die Unschuld. Unter den Passionsblumen finden sich jedoch noch mehr prominente Vertreter ihrer Art. So beispielsweise die abgebildete Passiflora edulis, besser bekannt als Maracuja (in Costa Rica "maracuyá" genannt) und die Passiflora ligularis, bekannt als Grenadilla, beides wohlschmeckende Früchte. Andere Passionsblumen finden in der Heilkunde Verwendung. Interessant ist, daß die Passionsblumen trotz ihrer schönen Blüten und der süßen Früchte giftig sind. So enthalten fast alle Gewebeteile der Passionsblumen, die Früchte und den Nektar ausgenommen, Giftstoffe. Das schützt die Blumen vor unliebsamen Fressfeinden, wie beispielsweise Raupen. Trotzdem: viele Schmetterlingsarten sind gegen die Gifte der Passionsblumen mittlerweile immun und nutzen die Gifte jetzt für sich selbst. Die Giftstoffe werden im Körperfett der Raupen eingelagert, sie werden dadurch selbst giftig, das schützt wiederum Sie vor Fressfeinden.

 

Reis


 

Reis (Oryza spp.) Reis ist eine Getreideart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) mit breiten Blättern und langen Rispen. Wilder Reis (nicht Wildreis!) kommt heute in Südostasien vor. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass er anscheinend an mehreren Orten der Welt unabhängig voneinander domestiziert wurde. In Costa Rica wird Reis mittlerweile ebenfalls an verschiedenen Stellen angebaut, er wird hier "arroz" genannt und ist ein Bestandteil des Costaricanischen Gerichtes "Gallo pinto" - Reis mit schwarzen Bohnen und Fleisch oder Fisch. Kulturreis bildet einen 50 bis 160 cm hohen Halm, der eine schmale überhängende Rispe mit einblütigen Ähren trägt. Die Pflanze kann bis zu 30 Seitentriebe bilden, an jedem können sich 80 bis 100 Körner ausbilden. Reis besteht zu etwa 76 % aus Stärke und zu etwa 7-8 % aus Eiweiß. Er enthält nur 1,3 % Fett und zahlreiche Spurenelemente, vor allem Phosphor, aber auch Eisen und Magnesium. Die Spurenelemente machen jedoch insgesamt nur 0,6 % aus. Aufgrund seiner Armut an Natrium eignet sich Reis bestens zur Entwässerung des Körpers bei Übergewicht und Bluthochdruck. Auch Kalzium und Kalium sind kaum enthalten. Reis enthält die Vitamine B1 und B2, die sich jedoch vor allem in der oberen Schicht des Korns befinden, die beim Polieren abgeschliffen wird. Die Vitamine A, B12, C und D sind nicht im Reis enthalten. Reis kann in Abhängigkeit vom vorherrschenden Ökosystem auf vier verschiedene Arten angebaut werden - rund 80 % der Weltreisernte werden jedoch im Nassreisanbau erzeugt. Pro Kilogramm erzeugtem Reis werden dabei zwischen 3000 und 5000 Litern Wasser verbraucht. Die Folge sind sinkende Grundwasserspiegel. Je nach Sorte, Anbauart und -gebiet werden pro Jahr zwischen ein und drei Ernten eingefahren. Reis ist ursprünglich keine Wasserpflanze, sondern hat sich seit Jahrtausenden durch Zucht und natürliche Selektion an die Überflutung der Felder angepasst. Viele Unkräuter und bodenlebende Schädlinge werden durch die Flutung am Wachstum gehindert, was der hauptsächliche Grund für den Wassereinsatz beim Reisanbau ist. Weiterer Nachteil: Man geht mittlerweile davon aus, dass der Nassreisanbau 17% des Methans in der Erdatmosphäre verursacht. Durch die starke Wässerung des Bodens entsteht ein fast sauerstofffreies und damit optimales Gebiet für anaerobe, methanerzeugende Bakterien (Methanbildner). Nach der Ernte wird der Reis getrocknet und gedroschen. In einer Reismühle werden danach die Spelzen entfernt, die etwa 20 % der ursprünglichen Gewichtes ausmachen. Das Korn ist jetzt nur noch von dem bräunlichen Silberhäutchen umgeben und heißt jetzt Cargoreis. Wird der Reis nun poliert, um das Silberhäutchen und den Keimling zu entfernen, so geht auch ein großer Teil der Mineralstoffe und Vitamine verloren. Um diesen hohen Verlust an Vitaminen zu verhindern, wurde in den USA das Parboiled-Verfahren entwickelt: Mit hohem Dampfdruck werden die Vitamine vor dem Polieren in das Korn hineingepresst, sodass ein großer Teil der Vitamine erhalten bleibt.

 

Wasserhyazinthe


 

Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) Die Wasserhyazinthe war ursprünglich im tropischen und subtropischen Amerika verbreitet, sie gilt als ein gefürchtetes Unkraut, da sie sich "rasend" schnell vermehrt. Flüsse, Uferbereiche und ganze Seen verarmen an Sauerstoff, so daß es hierüber zum Fischsterben kommt. Die Schiffahrt kommt zum Erliegen, Kraftwerkszuflüsse werden verstopft und gleichzeitig wird das kaum noch fließende Wasser Brutstätte für Malariamücken (nicht in Costa Rica). Vom tropischen und subtropischen Amerika gelangte sie einst - vermutlich wegen ihrer attraktiven Blüten - gegen Ende des letzten Jahrhunderts in einen Botanischen Garten nach Java. Von dort aus breitete sie sich rasch über die Tropen Asiens und Afrikas aus, die sie kurze Zeit später bereits fest ‘im Griff’ hatte. Ein paar Jahre danach machte sie schon den USA das Leben schwer. Bereits um die Jahrhundertwende verstopften Wasserhyazinthen in mehreren Staaten die Wasserwege. In den USA hat man daraufhin das Vermehrungsvermögen der Wasserhyazinthen untersucht und kam auf interessante Ergebnisse: Im Verlauf einer Vegetationsperiode wird aus 10 Pflänzchen eine dichte schwimmende Matte, die mit etwa 655 000 Pflanzen eine Fläche von rund 0,4 ha bedeckt und ein Gewicht von annährend 180 Tonnen erreicht. Bei der rosettig wachsenden Wasserhyazinthe handelt es sich um eine Pflanze, die entweder im Schlick wurzelt oder freischwimmend die Wasseroberflächen besiedelt. Sie bildet blau-violette Blüten aus, das mittlere Blütenblatt ist mit einem gelben Fleck versehen. Die oben beschriebene massenhafte Vermehrung kommt nur in geringem Maß durch die Bildung von Samen zustande. Vielmehr entwickelt die Pflanze an den reichlich gebildeten Ausläufern zahlreiche Tochterrosetten, die unter günstigen Bedingungen jeweils schon in 5 - 8 Tagen die Größe der Mutterpflanze erreicht haben können. Der Name der Wasserhyazinthe "Eichhornia" soll den preußischen Minister Johann Albert Friedrich Eichhorn (1779-1856) ehren - ob die Pflanze das halten kann, ist fraglich... In Costa Rica wird die Pflanze "lirio de agua", "lirio acuatico" oder "jacinto de agua" genannt, sie kommt hier überall vor.

 

Würgefeige


 

Würgefeige (Ficus spp.) Die Entwicklung einer Würgefeige beginnt wenig spektakulär: Im Kronendach setzt ein fruchtfressendes Tier (Vogel, Affe etc.) Kot und damit den Samen einer Würgefeige ab, der dann unter günstigen Bedingungen keimt. Der junge Keimling wächst auf seinem Trägerbaum zunächst nur langsam heran und treibt eine erste lange Luftwurzel. Sobald die Luftwurzel den Boden erreicht hat, was unter Umständen Jahre dauern kann, dringt sie ins Erdreich ein und verhilft der Jungpflanze zu schnellem Wachstum. Außer zahlreichen Zweigen und Blättern bildet die junge Würgefeige weitere Luftwurzeln aus, die an der Rinde des Trägerbaumes entlang stammabwärts laufend den Boden erreichen und die Ernährung der Würgefeige weiter verbessern. Während die Krone der Feige im Wirtsbaum größer und größer wird, erreichen immer mehr Luftwurzeln den Boden und verholzen. Dort wo sich die Wurzeln berühren verschmelzen sie - um den Stamm des Wirtsbaums entsteht ein dichtes Geflecht von verholzten Luftwurzeln, dessen Stabilität beständig zunimmt. Das hat natürlich Folgen für den Wirtsbaum. Dessen Stamm wird durch das enge Geflecht der Feige regelrecht stranguliert; seine Leitgefäße werden abgeschnürt. Und als ob dies nicht genug wäre, werden seine Blätter von der zwischenzeitlich mächtig gewachsenen Krone der Feige beschattet und verdrängt. Der Trägerbaum stirbt so einen langsamen Tod, das kann durchaus Jahre dauern und liefert dem Sieger mit seiner verrottenden Pflanzenmasse zusätzlichen Dünger. In dieser Zeit ist das Geflecht der Feige so stabil geworden, dass sie auch ohne Stütze durch den Trägerbaum bestehen kann, sie übernimmt jetzt dessen Platz, ihr "Stamm" ist deswegen innen hohl. Die Würgefeige wird aus diesem Grund in Costa Rica "matapalo", also Baumtöter genannt. Sie ist einer der wichtigsten Nahrungslieferanten des Regenwaldes, es wurden schon über 100.000 Feigen-Früchte an einem einzigen Würgefeigenbaum gezählt, die bevorzugt von Vögeln, Affen und anderen Säugetieren gefressen werden.

 

Zuckerrohr

Zuckerrohr (Saccharum officinarum) ist eine Pflanze aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) und wird dort der Unterfamilie Panicoideae mit etwa 3.300 weiteren Arten zugeordnet. Vom Aussehen her ähnelt es dem Bambus, die Halme können einen Durchmesser von bis zu 5 cm und eine Höhe von bis zu 6 m erreichen. Ursprünglich stammt Zuckerrohr aus Indien, Neuguinea und China - mittlerweile ist es weltweit verbreitet. In Costa Rica nennt man es "caña de azúcar". Bis zur Entdeckung der Zuckerrübe war das Zuckerrohr die einzige Quelle, um Zucker zu gewinnen. Heute wird Zuckerrohr weltweit angebaut und stellt etwa 55% der Zuckerproduktion. Hauptanbauländer sind Indien, Australien, Thailand, Südafrika, die karibischen Inseln und Brasilien. Inhaltsstoffe des Zuckerrohrs sind Zucker, und zwar überwiegend Saccarose mit einem Anteil bis zu 20% und ein Wachs, das teilweise auch industriell genutzt wird. Bei der industriellen Rohr-Zuckerfabrikation werden die faserigen Bestandteile des Zuckerrohrs (die Bagasse) als Brennstoff für die Zuckerproduktion genutzt. In einigen Ländern wird Zuckerrohr auch dazu verwendet, alkoholische Getränke - beispielsweise Caipirinha - herzustellen bzw. für Alkohol als technischen Brennstoff.





 

Bäume und Sträucher A-Z

 

 
Acajubaum

Acaju-, Elefantenlaus-, Kaschu-, Nierenbaum oder Kaschunuss (Anacardium occidentale) Dieser Baum, der ursprünglich im tropischen Amerika beheimatet war, wird heutzutage in allen tropischen Ländern wegen seiner schmackhaft den Samen beziehungsweise wegen seiner Nüsse kultiviert. Der immergrüne, bis zu 15 Meter hohe Baum bevorzugt trockene Böden und kommt nicht in Wäldern vor. Im Nordwesten von Costa Rica kommt der Baum relativ häufig vor, er wird hier "árbol de maranón" genannt. Der Baum bringt eine Frucht hervor, die aus zwei Teilen besteht: Der obere Teil (Cashew-Apfel) ist rot, gelb oder weiß und enthält weißes, essbares Fruchtfleisch, mit einem süßen und leicht pfeffrigen Geschmack. Doch Vorsicht: Der untere Teil ist grau und stark hautreizend, er enthält ausser der Cashew-Nuss, die nur geröstet essbar ist, auch ein technisch vielseitig verwendbares, ätzendes Öl. Kaschubäume werden zumeist in Plantagen angebaut, sie gelten als eine der anspruchslosesten Kulturpflanzen schlechthin.


 

 
Ameisenbaum

Ameisen- oder Guarumobaum (Cecropia) Der bis zu 18 m hohe Ameisenbaum ist der typische Sekundärwaldbaum der Neuen Welt, er kommt von Mexiko bis Ecuador in sämtlichen tropischen Regenwäldern vor. Der Ameisenbaum ist der Pionier der Bäume, er siedelt sich als erster an, wenn der Wald irgendwo beschädigt wird. Dafür ist er sehr kurzlebig, selten erreicht er ein Alter von 80 Jahren - meist wird er nur 30 bis 50 Jahre. Die Früchte und Blätter des Baumes dienen vielen Vögeln und Säugetieren, unter anderem auch Fledermäusen, als Nahrung. Im hohlen Stamm des Ameisenbaumes leben aggressive Azteken-Ameisen, die sich vom Nektar, die die Blätter des Baumes absondern, ernähren. Dafür "beschützen" die Ameisen den Baum vor schädlichen Insekten, Eindringlingen und Schlingpflanzen. Von Ameisen bewachte Bäume erkennt man leicht an ihrem gesunden und kräftigen Laub, während unbewohnte Exemplare viel von ihren schmackhaften Blättern einbüßen. Aber der Schutz durch Ameisen bietet noch einen weiteren Vorteil: die Ameisen säubern die nähere Umgebung ihres Baumes von allen anderen Pflanzen. Jede kleinste Ranke einer Kletter- oder Schlingpflanze wird sofort zerbissen, jeder keimende Epiphyt sofort vom Ast hinuntergeschmissen, jede nahende Raupe sofort vertrieben, so kann der Ameisenbaum ein ruhiges Leben geniessen und wächst daher mit 2 bis 3 Metern pro Jahr in die Höhe.

 

Avocado

Die Avocado (Persea americana) ist eine Art der Lorbeergewächse (Lauraceae). Sie wächst an einem bis zu 15 Meter hohen Baum, der seinen Ursprung vom Süden Mexicos bis Peru hat. Avocados wurden bereits von den Azteken kultiviert und vermutlich schon vor 10.000 Jahren gegessen und vermutlich auch gezüchtet. Die Bezeichnung "Avocado" stammt übrigens von dem Nahuatl-Wort (Azteken) "ahuacatl", was auch Hoden bedeutet. Die Spanier machten daraus "aguacate", aber auch "avocado", ein ihnen vertrautes Wort, war es doch eine altertümliche Bezeichnung für einen Rechtsanwalt. Durch die Spanier wurde die Pflanze schon bald nach Venezuela, in die Karibik, nach Chile, Madeira und zu den Kanaren gebracht. Eine weite Verbreitung fand sie erst im Laufe des 19. Jh. (Afrika und Madagaskar, der Süden der USA, Malaysia und Philippinen, Brasilien). Heute wird der Baum in über 400 Kultursorten weltweit in den Tropen sowie in Südafrika, Israel und Kalifornien angebaut. Avocadobäume sind auch in Costa Rica häufig anzutreffen, sie werden hier "aguacate" genannt. Avocadobäume sind mehr oder weniger immergrüne Bäume (sie sind prinzipiell immergrün, werfen aber ihre Blätter bereitwillig nach einem Jahr ab) und können dabei 10 bis 15m hoch werden. Die Rinde des Stammes ist mehr oder weniger glatt und aschgrau. Das Holz ist weich und Zweige können leicht bei Wind abbrechen. Die Blätter sind ausdauernd und ungeteilt. Jugendlich sind sie hellgrün, später werden sie in der Regel glänzend dunkelgrün. Manche Blättern entwickeln, wenn man an ihnen reibt, einen leicht an Anis erinnernden Geruch. Die Avocadofrucht, die eigentlich eine Beere ist, ist birnenförmig bis rund, je nach Art ist ihre ledrige Außenschale mittel- bis dunkelgrün; im Inneren befindet sich ein Kern, der etwa golfballgroß wird. Das Fruchtfleisch ist grüngelb bis goldgelb und oxidiert zu einer dunklen Farbe, sobald es der Luft ausgesetzt ist - dies kann übrigens durch schnelle Zugabe einer Säure, wie etwa Zitronensaft, verhindert werden. Avocadofrüchte reifen in keinem Fall am Baum aus, sondern fallen auch ohne Pflücken in einem harten "grünen" Zustand auf die Erde, wo sie rasch reifen. Im Anbau werden die Früchte daher gepflückt, sobald sie eine marktfähige Größe erreichen. In der gesamten Pflanze (Grünpflanze, Fruchtfleisch, Kern) kommt das Toxin Persin vor. Es verursacht bei Hunden und Katzen schwere Herzmuskelschädigungen, in Folge davon Atemnot, Husten und Ascites. Die Aufnahme von Avocados endet bei Haustieren meist tödlich. Aber keine Angst, für Menschen ist Persin absolut harmlos. Während die Schale der Frucht nicht genießbar ist, ist das Fruchtfleisch um den großen Kern sehr nahrhaft. Das nicht süße Fleisch der Avocadofrucht ist weich, von einer fast cremeartigen Textur, und für ein Gemüse ungewöhnlich fetthaltig. Für den Verzehr teilt man die Frucht mit einem Messer in zwei Teile, entfernt den Kern mit einem Löffel und entnimmt das buttrige Fruchtfleisch. Man kann es pur genießen, mit etwas Zitronensaft beträufeln oder auch mit einem Kräutersalz etwas zusätzlich würzen und als Brotaufstrich verwenden. Avocados werden auch für die Zubereitung vegetarischer Sushis in der japanischen Küche verwendet. In der brasilianischen Küche werden sie zu Milchshakes und Eis verarbeitet. Avocados sind darüberhinaus auch in der vegetarischen Küche sehr geschätzt, weil sie ein guter Ersatz für Fleisch und Käse sind. Das Öl der Avocadofrucht sowie anderer Pflanzenteile wurde bereits von den Azteken genutzt und findet auch heute noch in der Kosmetik- und Pharmazieindustrie Verwendung. Aus dem braunen Holz des Baumes werden u.a. Möbel und Schiffe hergestellt.

 

Balsabaum

Balsa- oder Hasenpfotenbaum (Ochroma lagopus) Der Balsabaum aus der Familie Malvaceae ist ein im tropischen Amerika, Asien und Afrika wachsender Baum, der in Höhen bis 1000 m vorkommt und dessen Holz für seine extreme Leichtigkeit bekannt ist. Er kann bis zu 30 m hoch werden, sein Stamm erreicht dabei einen Durchmesser von knapp einem Meter. Die Blätter sind gelappt und die Blüten groß. Die aufgesprungenen Früchte ähneln einer Hasenpfote, daher auch sein zweiter Name: "Hasenpfotenbaum". Die Samenwolle des Balsabaumes kann als Polster-Ersatz verwendet werden, sein Holz wird überwiegend im Modellbau genutzt.

 




 

Banane

Banane (Musa paradisiaca) Die Banane (arabisch: "banan" - Finger) ist die Frucht der rund 100 verschiedenen Arten der triploiden einkeimblättrigen Musa-Staude, gehört botanisch zu den Beeren, die in fast allen Teilen der Tropen beheimatet sind. Ursprünglich stammt die Banane aus Südostasien, wo sie bereits 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung in buddhistischen Texten erwähnt wurde. Alexander der Große bekam als erster Europäer eine Banane zu sehen (und sicher auch zu essen...), seine Soldaten entdeckten die Frucht auf dem Indienfeldzug im Jahr 327 v.Chr. und nannten sie „Frucht der Weisen“. Arabische Händler erkannten bald darauf den Wert dieser wohlschmeckenden Frucht und brachten die Banane um 650 n.Chr. nach Ägypten und Palästina, dort verbreitete sie sich durch Karawanenrouten des damals florierenden Elfenbein- und Sklavenhandels weiter bis nach Westafrika und an den Antlantik. Die westafrikanische Küste wurde in der frühen Kolonialzeit von den Portugiesen kontrolliert. Sie entdeckten die Banane für sich, nahmen die Pflanzen mit auf die Kanarischen Inseln und legten dort im Jahr 1402 die ersten Plantagen an. Schon bald nach der Entdeckung der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus nahm auch die Banane Einzug auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Von den karibischen Inseln breitete sich die Idee des Bananenanbaus in ganz Mittel- und Südamerika aus und bescherte den Bauern bald einen reichen Ertrag an gelben krummen Früchten. Im 19. Jahrhundert erkämpften sich die zentralamerikanischen Kolonien nach und nach die Unabhängigkeit von Spanien und suchten nach neuen Exportmärkten, sie lockten mit günstigen Krediten, Landzuteilungen und dem Angebot der Steuerfreiheit US-amerikanische Firmen in ihre Länder. Die Plantagenwirtschaft veränderte schnell das Gesicht der Landschaft. Die Fruchtkonzerne erwarben ganze Landstriche und bauten dort eine Infrastruktur aus Bewässerungsanlagen, Straßen und Arbeitersiedlungen auf. Um den Bananenhandel anzukurbeln, wurden Ende des 19. Jahrhunderts in einigen mittelamerikanischen Ländern Bahngleise von den Plantagen durch den Urwald zu den Häfen gebaut. Vielerorts wurden die Fruchtkonzerne so zum „Staat im Staate“ (Bananenrepublik), d.h. sie griffen in die Politik mit ein, um ihre Produktion zu sichern. In Costa Rica wurde noch 1984 ein Streik von Bananenarbeitern blutig niedergeschlagen und der Einfluss der Gewerkschaften praktisch gebrochen. Bananen werden in Costa Rica "plátano" oder "banana" genannt. Für den Export werden sie in Plantagen angebaut, beispielsweise in Costa Rica an der Karibikküste und ehemals in der Region um den Golfo Dulce, die durch die Monokultur so stark mit Pflanzenschutzmitteln versehen werden, dass sie oft danach als vergiftetes Land abgesperrt werden müssen bzw. mussten. Durch Erosion werden und wurden die Gifte in die Flüsse und weiter ins Meer gespült - und haben dort unübersehbare Schäden angerichtet, u.a. an den Korallenriffen. Glücklicherweise hat sich die Golfo Dulce Region wieder davon erholt, das Wasser weist hier wieder 1A-Qualität auf. Der bis zu 3 m hohe, aus Blattscheiden bestehende hohle Scheinstamm und die büschelartig angeordneten Blattspreiten geben den Bananengewächsen ein palmenartiges Aussehen. Wegen ihrer Form wird sie auch Krummfrucht genannt. Eine Pflanze liefert im Jahr etwa 150 Früchte - also rund 60 kg, die an einem Fruchtkolben hängen. Die Früchte haben etwa folgende Eigenschaften, fallen aber je nach Art sehr unterschiedlich aus: 5 bis 15 Zentimeter lang, mehr oder weniger sichelförmig, von gelb- grünlicher Farbe. Die Banane stellt eine bedeutende Nahrungsquelle dar. Ihr weißlich-gelbes Fruchtfleisch, das im Geschmack mild bis leicht säuerlich ist, ist bei manchen Arten gar nicht zum Rohverzehr geeignet. Es wird sowohl gekocht als auch gebacken oder gegrillt.

 

Baumfarn

Baumfarne (Cyathea) Baumfarne zählen zu den ältesten Pflanzengruppen die man kennt. Schon vor vielen Millionen Jahren wuchsen diese stammbildenden Farne auf der Erde. Ein Wald aus Baumfarnen hat sehr viel Ähnlichkeit mit einem Wald vor Millionen Jahren. Zeitweise waren Farne die dominierende Pflanzengruppe auf der Erde dabei sind die Farne die wir heute kennen, deutlich kleiner als die Farne der Urzeit. Damals waren Höhen über 30 m keine Seltenheit, heute können sie knapp 14 m erreichen. Man kennt etwa 12.000 Farnarten, davon ca. 900 - 1000 Baumfarne, wobei die Gattung Cyathea mit 800 Arten die mit Abstand größte Gattung ist. Baumfarne sind keine Farne die auf Bäumen wachsen, sondern Farne die einen Stamm bilden. Obwohl es einige Blechnum Arten gibt, die einen Stamm bilden, werden diese nicht zu den "echten" Baumfarnen gezählt, es gibt daher insgesamt sechs Gattungen von Baumfarnen vobei die Gattung Cyathea etwa 800 Arten umfaßt, die Gattung Dicksonia nur etwa 26 Arten.


 

Brotfruchtbaum

Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis) Der Brotfruchtbaum ist ein 15-20 Meter hoher tropischer, immergrüner Baum und gehört zur Gattung der Maulbeergewächse (Moraceae). Er entwickelt eine sehr große Krone mit bis zu 1 Meter langen, glänzenden, gelappten Blättern. Seine Heimat ist der südpazifische Raum. Heute ist er in den gesamten Tropen verbreitet. In Costa Rica ist er recht häufig im Nationalpark Piedras Blancas in der Region um den Golfo Dulce anzutreffen, er wird hier "arbol de pan" genannt. Der Brotfruchtbaum trägt getrennt männliche und weibliche Blütenstände, aus denen sich bis zu 3 Ernten im Jahr entwickeln, die jeweils bis zu 50 Fruchtstände liefern. Der Baum bleibt bis zu 70 Jahre ertragreich. Seine grünen, bis zu 2 Kilogramm schweren Fruchtstände, die sog. Brotfrüchte - "fruta de pan", mit weißem Fruchtfleisch dienen vor allem als Grundnahrungsmittel. Die Fruchtstände enthalten bis zu 23% Stärke und 1–2% Eiweiß. Die ganze Pflanze führt einen hautreizenden, milchigen Saft, weshalb die Früchte oft durch Abbrechen mit langen Stangen geerntet werden. Die Brotfrucht wird noch grün geerntet, wird nach der Reife goldgelb und besitzt dann einen strengen, süßen Geschmack. Gekochte, unreife Früchte werden als Gemüse oder Mus verzehrt, wobei die Frucht bei Vollreife auch roh essbar ist. Sie enthält 16 bis 24 kastaniengroße Nußfrüchte, deren stärkehaltiger Samen nach dem Rösten zu Mehl gemahlen wird. Aus diesem Mehl lassen sich Brote backen. Die berühmte Meuterei auf der Bounty war durch Brotfruchtbäume bedingt: William Bligh bekam 1787 den Auftrag, Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti zu den Westindischen Inseln zu bringen. Sie sollten den Sklaven auf den dortigen Zuckerrohrplantagen zur Nahrung dienen. Die erste Expedition scheiterte wegen der Meuterei, die zweite Expedition, die einige Jahre danach stattfand, wurde von Erfolg gekrönt - die Brotfrucht von den Sklaven in der Karibik jedoch nicht als Ersatz für Getreide akzeptiert.

 

Chunga-Palme

Chunga-Palme oder Schwarze Palme (Astrocaryum standleyanum) Die langsam wachsende, in Mittel- und im nördlichen Südamerika vorkommende Palmenart wird knapp 20 Meter hoch und erreicht dann einen Stammdurchmesser bis zu 25 Zentimetern. In Costa Rica wird die elegante Palme "palmera coyol", "coyol" oder "chontadura" genannt. Bei dieser Palmenart sitzen spitze Dornen am Stamm und an den Blättern, so schützt sie ihre Früchte vor Räubern. Sobald die Früchte reif sind, fallen sie von der Palme ab und bilden jetzt die Nahrung für viele Tierarten. Die in den Früchten enthaltenen Samen können allerdings nur von einigen wenigen Tieren geknackt werden, so daß für die meisten lediglich das Fruchtfleisch bleibt.



 

Costa-Rica-Bergpalme

Costa Rica-Bergpalme oder Bambuspalme (Chamaedorea costaricana) Die bis zu 8 m groß werdende Costa Rica-Bergpalme, die in den Bergregenwäldern Mittel-und Südamerikas vorkommt, ist eine sehr spezielle Palme. In Costa Rica wird sie "pacaya" genannt. Diese Palme bildet so viele Stämme, dass man sie schnell mit Bambus verwechseln kann. Ihre Stände gleichen exakt denen einiger Bambusarten, die übrigens auch im gleichen Habitat vorkommen. Diese Palme findet immer mehr Verwendung als Zierpflanze.

 

 



 

Dugand

Dugand, Cristobal oder Macacauba (Platymiscium pinnatum) Der Dugand kommt von Mexiko über Mittelamerika bis nach Kolumbien, Venezuela und Equador in Höhen bis 1.600 m vor. Er bevorzugt halbtrockene und feuchte Wälder. Der langsam wachsende Baum kann Höhen bis zu 45 m und einen Stammdurchmesser von 1 m erreichen (Im Nationalpark Corcovado auf Osa steht ein Dugand mit knapp 60 m Höhe). Der Dugand wird in Costa Rica "cristobal" genannt und er weist ein sehr hartes, schweres, feuchtigkeitsresistentes Holz mit fantastischen Farben auf, die allerdings variieren können. Das Holz wird für den Haus- und Möbel- und Musikinstrumentenbau genutzt, teilweise auf für Bahnschwellen.

 



 

Goldregen

Goldregen- oder Kassiebaum (Cassia fistula) Goldregenbäume findet man in fast allen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde, man schätzt, daß es ca. 400 Arten gibt. In Costa Rica werden sie "cana fistula" genannt. Der Kassiebaum wird bis zu 18 m hoch, mit breiter Krone. Die Röhrenfrüchte hängen an den Ästen hinab, sie messen in der Länge 30-60 cm, in der Breite nur rund 3cm. Im Gegensatz zum verwandten Johannisbrot, ist die Außenschale nicht eßbar, sondern die kleinen Plättchen im Inneren mit dem schmelzenden Fruchtmark. Man nennt das Manna oder Kassie. Roh verzehrt hat Kassie erstaunliche Wirkungen, in der Volksmedizin wird sie zur Blut- und Zellreinigung sowie zur allgemeinen körperlichen Entgiftung verwendet. Ihre Wirkung wird über die Darmtätigkeit erzielt. Das Fruchtmark wird auch in großem Umfang exportiert, um daraus milde Abführmittel herzustellen, die selbst Kinder nutzen können.



 

Guanacaste

Guanacaste-Baum, Grüner Ohrenbaum, Ohrbaum oder Tubroos (Enterolobium cyclocarpum) Der Guanacaste-Baum, der von Mexico bis ins nördliche Südamerika und dort (nicht nur) in Trockenwäldern bis in Höhen von 1.200 m vorkommt, ist einer der mächtigsten Bäume Mittelamerikas. Er wird bis zu 40 m hoch und sein Stamm erreicht einen Durchmesser bis zu 3 m. Die riesige Krone hängt teilweise bis auf den Boden. Der Nationalbaum Costa Ricas mit seinen charakteristischen eingedrehten Früchten war übrigens auch namensgebend für die Provinz Guanacaste - der Baum wird hier ebenfalls "guanacaste" genannt. Das Holz des Baumes ist von sehr hoher Qualität, es wird im Möbelbau verwendet. Charakteristisch ist die Maserung und Färbung des Holzes, creme und dunkel, teilweise fantastisch geflammt. Früher wurden auch Kanus aus dem Holz hergestellt. Die Früchte messen knapp 3 cm im Durchmesser und werden von Tieren gefressen bzw. an Haustiere verfüttert.

 

Guave

Guavenbaum, Echte Guave, Guava oder Guayaba (Psidium guajava) Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika, und zwar von Mexiko bis Brasilien - wird aber mittlerweile in den gesamten Tropen und Subtropen kultiviert. Sie ist ein Busch beziehungsweise Baum, der etwa 8 Meter hoch wird. Die Pflanze hat einzelstehende Blüten, die weiß und bis zu 2 cm breit sind. Aus ihr reifen die bei Reife gelben Beeren an, die als Guaven im Handel sind. Die Frucht ist kugel- oder eiförmig mit einer Länge von etwa 2-12 Zentimetern. Das stark Vitamin-C-haltige Fruchtfleisch hat eine gelbliche-grünliche Färbung mit einem angenehm süß-säuerlichen Geschmack. Die zahlreichen Samen können mitgegessen werden. Beim Mitkochen verfärbt sich das Fruchtfleisch lachsrosa. Die Früchte werden in Dosen konserviert sowie zu Gelee, Marmeladen, Sirups oder herzhaften Chutneys verarbeitet. Durch Pressen gewinnt man den Guavensaft, der als Guavennektar im Verkauf angeboten wird und vielen Multivitaminsäften beigemischt ist. Die Frucht wird in Costa Rica "guay(j)aba" genannt, sie ist hier nicht selten zu finden. Als "Medizinbaum" finden aber auch die Blätter, Blüten und die Rinde der Guave ihre Verwendung. Ein aus ihnen gewonnener Extrakt soll gegen Durchfallerkrankungen und Verdauungsproblemen helfen.

 

Gumbo-Limbo

Gumbo-Limbo, Nackter Indianer, Terpentin-, Balsam-, Wissgummi- oder Touristenbaum (Bursera simaruba) Dieser bis zu 25 Meter hohe Baum ist in offenem Laubregenwald sehr verbreitet. Er kommt von Mexiko bis nach Venezuela vor. Man findet ihn in tiefergelegeneren Gebieten bis zu einer Höhe von 1000 m. ü. M. In Costa Rica wird er "indio desnudo" (Nackter Indianer) genannt. In seiner Bluetezeit von Februar bis Maerz traegt er gruene bis gelbliche Bluetengruppen. Seinen Namen "Nackter Indianer" bzw. "Touristenbaum" beziehen sich auf die sich schälende Rinde und ihre Farbe. Für eine lange Zeit haben die Einheimischen diesen Baum den Namen Nackten Indianer gegeben, da sie seine rötliche Rinde an die nackte Haute eines Indianer erinnert hat. Den zweiten und bis heute sehr gebräuchlichen Namen Touristenbaum bekam er, nachdem die Einheimischen sahen wie die Haut der Touristen durch die starke Sonneneinstrahlung innerhalb kurzer Zeit nach ihrer Ankunft ebenfalls diese leuchtend rote Farbe annahmen und sich ihre Haut ebenfalls schälte. Seine Rinde wird von Einheimischen als natürliches Insektizid verwandt, um Vieh und Pferde vor Insektenbissen zu schützen. Das Harz wird zur Produktion von Weihrauch sowie bei Gastritis, Geschwüren und zur Heilung von Hautwunden verwendet, Wirkstoffe seiner ätherischen Öle finden in der modernen Medikation Verwendung.

 

Indischer Mandelbaum

Indischer Mandelbaum oder Seemandelbaum (Terminalia catappa) Der Indische Mandelbaum ist mittlerweile in nahezu allen tropischen Gebieten der Erde verbreitet, stammt jedoch ursprünglich aus Südost-Asien. Die weite Verbreitung hat der Baum seiner schwimmfähigen Früchte zu verdanken. In Costa Rica wird er übrigens "almendro de la playa" (Strandmandel), "almendro indio" (Indische Mandel) oder "almendro tropical" (Tropische Mandel) genannt - "almendro" = Mandel. Der Indische Mandelbaum wird wegen seiner Salztoleranz vor allem als Schattenspender in Strandnähe kultiviert. Der Baum bildet eine etagenförmig aufgebaute Krone, die breit ausladend eine Höhe bis 12 m erreicht. Die Blüten stehen in länglichen Blütenständen, sie fallen durch zahlreiche weißlich-gelbe und an der Spitze rosarote Staubblätter auf. Die verkehrt eiförmigen Blätter des Indischen Mandelbaumes sind sehr groß und stehen büschelig am Ende der Zweige. Ihre Oberseite ist glatt und ihre Unterseite weich behaart. Die knapp 6 cm großen Früchte sind beiderseits gewölbt. Die gerbstoffreiche Fruchtschale des Indischen Mandelbaumes wird - ebenso wie die Rinde des Stammes - zum Gerben verwendet. Die mandelartig schmeckenden Samen „Indischer Mandeln„ enthalten bis zu 50 % Ölanteile und können roh gegessen werden. Das wissen ganz offensichtlich auch Aras und andere Papageien, zu deren bevorzugten Futterbäumen der Indische Mandelbaum zählt. Speziell am Golfo Dulce kann man tagsüber die seltenen Hellroten Aras in den Mandelbäumen beobachten.

 

Inga-Baum

Inga-Baum, Inga oder Guaba (Inga edulis) Originaler Schattenbaum aus Lateinamerika, er ist mittlerweile vom Süden Mexikos bis ins zentrale Südamerika verbreitet. In Costa Rica findet man ihn viel in der Region um den Golfo Dulce, er wird hier "guaba chilillo" oder "cacao-guaba" genannt. Der Baum aus der Familie der Mimosengewächse erreicht eine mittlere Höhe von 12 bis 15 m, die Krone ist licht und sehr verzweigt. Die Blätter sitzen an einem Mittelstiel, parallel angeordnet. Die Frucht besteht aus einer zylindrischen Schote von olivgrüner Farbe, die zwischen 60 und 100 cm Länge erreicht. Innerhalb dieser Schote findet man 10 bis 20 bohnenartige Samen, die von einer süsslich schmeckenden Fruchthülle umgeben sind. Essbar ist nur eine relativ dünne Schicht von schwammig weissen Fruchtfleisch, das die Samen umhüllt, die Samenkörner selbst sind nicht zum Verzehr geeignet, sie verfüttert man an Haustiere. Das geniessbare Innere der Frucht wird auch "Ice Cream Bean" genannt.


 

Kaffee

Kaffeestrauch (Coffea ssp.) Ursprünglich aus Afrika stammender Strauch, der im Wildwuchs eine Höhe von 16 Metern erreichen kann und mittlerweile in der alten und neuen Welt wegen seiner Kaffeebohnen kultiviert wird. Die Kaffeebohnen werden aus Steinfrüchten verschiedener Pflanzenarten aus der Familie der Rubiaceae gewonnen. Die beiden wichtigsten Arten der Kaffeepflanze sind Coffea arabica (Arabica-Kaffee) und Coffea canephora (Robusta) mit vielen Sorten/Varietäten. Je nach Art der Kaffeepflanze, Sorte der Kaffeebohne und Anbauort gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Optimale Bedingungen für die Kaffeepflanzen sind Höhenlagen zwischen 500 und 1.800 Metern, regelmäßige Niederschläge und abgegrenzte Trockenperioden. Junge Kaffeepflanzen werden rund vier Jahre im Samenbeet aufgezogen, erst danach tragen die Pflanzen erstmalig Blüten und Früchte, die letzteren müssen acht bis 10 Monate reifen, bevor sie geflückt werden.


 

Kakao

Kakaobaum (Theobroma cacao) Die ursprüngliche Heimat des Kakaobaumes liegt in den tropischen Regenwäldern Brasiliens, mittlerweile wird er überall in der Nähe des Äquators kultiviert. Als relativ kleinbleibender Baum von nur vier bis acht Meter Höhe überragt er knapp die Strauchschicht des Waldes. Kakaobäume vertragen weder Trockenheit, noch Kälte oder Wind und auch keine Staunässe. Deshalb gedeihen sie am besten inmitten eines möglichst naturnahen Regenwaldes, der natürliche Beschattung, Windschutz, organischen, lockeren Boden und ein förderliches Mikroklima, d.h. gleichbleibend hohe Luftfeuchte und Temperatur bietet. Die Blätter sind ca. 25 cm lang, dunkelgrün und ledrig, die Pfahlwurzeln der kleinen Bäume reichen 2 m tief. Direkt am blattlosen Stamm oder an starken Seitenästen wachsen dichte Büschel mit kleinen, weißlichen Blüten. Die Bestäuber, bei Kakao sind es winzige Insekten wie Mücken, Ameisen und Blattläuse, erreichen die Blüten dort leichter als im dichten Gewirr der Blätter. Ein weiterer Vorteil dieses ungewöhnlichen Blühortes ist, daß der Baum viele der bis zu 1,5 kg schweren Kakaofrüchte tragen kann ohne zusammenzubrechen. die Kakaofrüchte benötigen eine Reifezeit von fünf bis acht Monaten und färben sich in diesem Zeitraum von weiß zu rotbraun. Aus den Kakaobohnen, die sich im Inneren der Frucht befinden, wird dann in einem arbeitsintensiven Prozeß die begehrte Kakaomasse gewonnen. Das Wort " Cacao" stammt übrigens aus dem aztekischen Wort "xocoatl", das soviel wie "herb" oder "würzig" bedeutet. Der wissenschaftliche Name "Theobroma" bedeutet dagegen "Speise der Götter".

 

Kalebassenbaum

Kalebassenbaum (Crescentia cujete) Der Kalebassenbaum ist in Mittel- und in Südamerika heimisch, wird bis zu 10 m hoch und besitzt lange, hellgrüne Blätter, die spiralförmig rund um die Äste wachsen. In Costa Rica wird er "guiro" oder "jicaro" genannt, er kommt hier überall bis in Höhen von 1.500 m vor. Die länglichen oder runden Früchte haben einen Durchmesser von höchstens 30 cm und können dabei ein Gewicht von knapp 10 kg erreichen. Das Fruchtfleisch des Baumes ist allerdings mehr oder weniger ungenießbar, bei einigen Naturvölkern dient es auch als starkes Abführmittel, äußerlich auf die Haut aufgetragen auch als Heilmittel gegen Hautkrankheiten, Hautwucherungen und gegen Sonnenbrand. Gekocht wird das Fruchtfleisch als Medizin gegen Erkältungen, Asthma und Tuberkolose empfohlen... Aus der wasserundurchlässigen Schale fertigen die Einheimischen Gefäße, Musikinstrumente und Handtaschen. Kurios ist, daß die blaßgelben Blüten ausschliesslich nachts einen Duft ausströmen, der an Käse erinnert und so Fledermäuse anlocken. Diese saugen den Nektar aus den Blüten und bestäuben so reihum die anderen Blüten des Baumes. Aus den Blüten bilden sich dann die Früchte.

 

Kanonenkugelbaum

Kanonenkugelbaum (Couroupita guianensis) Der Kanonenkugelbaum wächst in den Regenwäldern Mittel-und Südamerikas bis auf eine Höhe von 45 Metern heran. Ein Merkmal dieses Baumes sind seine bis ein Meter langen Trauben, roter, wohlriechender Blüten, die am Stamm von kurzen, blattlosen Ästen herabhängen. Die Blüten enthalten große Mengen an Nektar und werden sowohl häufig von Fledermäusen als auch von Bienen besucht. Wenn die Blüten befruchtet sind, entwickeln Sie sich nach acht bis neun Monaten zu gründen, kokosnussgrossen sogenannten Kanonenkugeln, die über einen Kilogramm schwer sind.



 

Kapokbaum

Kapok- oder Wollbaum (Ceiba pentandra) Der Ku-Mah-Kah ist in tropischen Mittel- und Südamerika weit verbreitet - er ist einer der beeindruckendsten Urwaldriesen. Der Kapokbaum erreicht Höhen von 50 bis 60 Metern, die es ihm ermöglichen, die Blätterschicht des Regenwaldes zu überragen. Er gehört damit zu den größten Bäumen des tropischen Regenwaldes, diese werden auch Emergenten (Überständer) genannt. In der gewaltigen Krone des Kapokbaumes findet man häufig die Nester von Harpyien. Die Fasern dieses Baumes werden als Isolier- und Polstermaterial, das Öl der Samen wird zur Seifenerzeugung oder als Leuchtöl genutzt. Der abgebildete Kapokbaum gilt als abgestorben und steht auf Osa in der Nähe des Weges Rincon > Drake Bay.

 



 

Kautschukbaum

Kautschuk- oder Gummibaum (Hevea brasiliensis) Der schmale Kautschukbaum erreicht Höhen zwischen 30 bis 40 Metern, dabei aber nur einen Durchmesser von rund 35 Zentimetern. Ursprünglich war das Vorkommen auf die tropischen Regionen des Amazonasgebietes beschränkt. Die Indianer nannten die Pflanze auch ca-hu-chu, was soviel wie weinendes Holz bedeutet. In Costa Rica wird der Baum "arbol de caucho" oder "arbol de hule" genannt. Im Alter von fünf bis sechs Jahren können die Bäume für die Gewinnung von Naturkautschuk "angezapft" werden. Im 15. Jahrhundert berichteten die Spanier zuerst von Latex und erkannten die positiven Eigenschaften, wie zum Beispiel wasserdichte Kleidung durch Beschichtung mit dem dickflüssigen Saft. Nach der Entdeckung des Herstellungsverfahrens von Gummi in Jahr 1839 erhöhte sich die Nachfrage enorm und führte zu einem Boom in Brasilien. Brasilien versuchte dann vergeblich das Weltmonopol zu behalten. Trotz der Todesstrafe auf den Schmuggel des Samens oder der Pflanze gelang es dem Biologen Henry Wickham 1876 Samen außer Landes zu bringen. In den ostasiatischen Gebieten entstanden in den späten 1890er Jahren die ersten Plantagen und bald verdrängte Kautschuk aus Malaysia den brasilianischen vom Weltmarkt.

 

Klusie

Klusie oder Balsamapfel (Clusia rosea) Der im tropischen Mittel- und Südamerika vorkommende, schlanke, glatte Stamm der Klusie, der eine Höhe bis zu 18 m erreicht, trägt eine dichtbelaubte Blattkrone. Die Klusie ist ein Würger, (siehe: Würgefeige). In Costa Rica ist sie relativ häufig in Guanacaste und in der Region Golfo Dulce zu finden, sie wird hier "azahar de montaña" genannt. Beinahe alle Teile dieses Baumes werden als Heilmittel genutzt. Beispielsweise soll ein Extrakt aus Blüten und Blättern Atembeschwerden lindern, Extrakte aus Fruchtschalen und Rinde werden als Anti-Theumatikum genutzt. Der Milchsaft der Klusie wirkt stark abführend, pulverisiert bzw. getrocknet wird er zur Wunddesinfektion und zur Schmerzlinderung genutzt. Die großen Blätter der Klusie wurden zur Herstellung von "Hüten", als provisorische Schüsseln und Kelche genutzt.

 

Kohlpalme

Kohl-, Palmito-, Assasi- oder Juaçarapalme (Euterpe edulis) Die einstmals in Mittel- und Südamerika häufig vorkommende, bis zu 30 m große, solitäre Fiederpalme mit schlankem, hohem Stamm und dunkel - grünen Blättern mit elegant herabhängenden Fieder-Segmenten ist mittlerweile stellenweise selten geworden. In Costa Rica wird sie "palmito" genannt und stellt den Hauptlieferant der sogenannten "Palmherzen" oder "palmitos", die frisch oder auch in Dosen angeboten werden dar, außerdem wird aus den kleinen, violetten Früchten ein beliebtes Erfrischungsgetränk hergestellt, das "Assai". Während die Gewinnung des Assai den Bestand nicht bedroht, sieht das bei den Palmenherzen anders aus. Hier handelt es sich in der Tat um das "Herz" der Palmen, weißliche Vegetationskegel, die von Blattknospen und einer Schicht sehr junger Blätter umhüllt werden. Je nach Art der Palme gewinnt man ein rund 15 cm dickes und mehrere Meter langes Palmito aus einer rund 15 Jahre alten Palme. Die Gewinnung des Palmito bedeutet also den Tod der Palme, sie liefert also diese Delikatesse nur ein einziges Mal - und genau das ist der Grund, warum diese Palme mittlerweile recht selten zu sehen ist.

 

Kokospalme

Kokospalme oder Kokosnusspalme (Cocos nucifera) Die Kokospalme ist ein tropischer Baum aus der Familie der Palmengewächse, der an fast allen tropischen Küsten dieser Erde wächst, da der Samen, die Kokosnuß, schwimmfähig ist und über das Meer verbreitet werden kann. Die Kokospalme ist ziemlich salzwasserresistent, und auch der Samen keimt in salziger Umgebung. Die Heimat dieser Fiederpalme ist wegen der starken Verbreitung nicht mehr genau nachvollziehbar, dürfte aber im Indischen Ozean liegen. Diese Palmen werden in Costa Rica "coco" oder "cocotero" genannt. Je nach Art werden Kokospalmen bis zu 30 Meter hoch. Die Baumkrone besteht aus bis zu 5 Meter langen palmentypisch gefiederten Blättern. Aus den Blattachsen wachsen die verzweigten Blütenstände mit jeweils bis zu 40 weiblichen und über 10.000 männlichen Blüten. Der Baum trägt das ganze Jahr über Früchte, die in seiner Krone in Gruppen verschiedener Entwicklungsstadien wachsen, so dass reife Kokosnüsse ständig nachwachsen. Der Kern der Kokosnuss enthält ein weißes Fleisch, aus dem Kokosöl hergestellt wird und die Kokosmilch, eine süße, etwas trübe wohlschmeckende Flüssigkeit. Das getrocknete Fruchtfleisch nennt man Kopra, dieses kommt z.B. geraspelt als Kokosflocken in den Handel. Man kann daraus jedoch z.B. auch Aromen gewinnen oder Fette herstellen.Das Holz der Kokospalme wird für den Hausbau, für Möbel oder auch im Schiffbau verwendet. Die Blätter werden zu Besen zusammengebunden, zu Matten, Hüten, Körben usw. verarbeitet und als Dacheindeckung genutzt. Kokospalmen wachsen zwar überall in Strandnähe wild, sie werden jedoch in regelrechten Wäldern kultiviert und stellen einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor für die betreffenden Länder dar. Kokospalmen liefern ab der zwölften Ernte vollen Ertrag und können mehr als 100 Jahre alt werden.

 

Mahagoni

Mittelamerikanischer Mahagonibaum (Swietenia mahagoni) Der Mahagonibaum, der eine Höhe zwischen 30 und 45 Metern erreichen kann, kommt in ganz Mittelamerika vor. Sein Name " Mahagoni", stammt aus Afrika und war die Bezeichnung des afrikanischen Mahagonibaumes. Sklaven, die in die neue Welt verschleppt wurden, behielten dann diesen Namen für die sehr ähnlichen Bäume Mittelamerikas bei. Das Holz des mittelamerikanischen Mahagonibaumes gilt als das beste aller Mahagoniarten. Mahagoni zählt zu den beliebtesten Möbelhölzern, es wird aber auch in vielen anderen Sparten verwendet. Das die Nutzung von Edelhölzern nicht unweigerlich Zerstörung der Natur bedeutet, hat die Kultivierung von Mahagoni in Plantagen nachdrücklich und eindrucksvoll bewiesen.

 


 

Mandelbaum

Wald- oder Bergmandelbaum (Dipteryx panamensis) Die höchsten und ältesten Bäume sind die Wald-Mandelbäume, sie kommen endemisch nur in Costa Rica, Panama und Kolumbien vor und können Höhen bis zu 50 Metern erreichen. Außerdem liefern sie ein attraktives Hartholz und Mandeln. Lange Zeit besaßen die Bäume einen natürlichen Schutz vorm Menschen: Ihr Holz ist außergewöhnlich hart und so manche Kettensäge hat sich hieran vergeblich versucht, Termiten können es nicht fressen und es ist schwerer als Wasser. Durch modernere Geräte hat sich dies geändert. In den letzten Jahren wurden somit viele dieser Bäume abgeholzt, und relativ unbeachtet mit ihnen verschwanden die Brutplätze und Nahrungslieferanten für die Grünen Aras. Das ändert sich gerade durch verschiedene Projekte und es bleibt zu hoffen, daß die Maßnahmen zur Erhaltung der Bäume - und damit auch zur Erhaltung der Grünen Aras greifen. Der abgebildete Mandelbaum steht übrigens am Delta des Rio Esquinas am Golfo Dulce.

 

Mango

Mangobaum (Mangifera indica) Die Gattung Mangifera umfasst rund 40 Arten immergrüner hoher Bäume, die ursprünglich in Ostasien beheimatet waren. Die wichtigste fruchttragende Art ist Mangifera indica, die Mango, die in Indien wild vorkommt - mittlerweile aber überall in den Tropen angebaut wird, darunter auch in den USA, Mexiko und weiteren Ländern Mittel- und Südamerikas, in der Karibik, im tropischen Gürtel Afrikas, in weiten Teilen Asiens wie z. B. den Philippinen und auch in Australien. Indien gilt mit einer Produktion von 9,5 Millionen Tonnen im Jahr jedoch immer noch als Hauptproduzent von Mangofrüchten. In Costa Rica findet man sie überall, häufig jedoch im Südwesten Costa Ricas. Sie wird hier ebenfalls "mango" genannt. Der immergrüne Mangobaum kann bis zu 40 Meter hoch werden und an der Spitze eine Breite von 10 Metern erreichen. Neue Blätter sind anfangs lachsfarben, werden aber bald dunkelgrün. Die kleinen, weißen bis rosafarbenen Blüten stehen in aufrechten Rispen. Wenn sie sich öffnen, duften sie nach Lilien. Nachdem die Blüten verwelkt sind, dauert es noch drei bis sechs Monate, bis die Früchte reif sind. Die reife Mangofrucht hängt an langen Stielen am Baum und wiegt bis zu zwei Kilogramm. Die Frucht enthält einen großen, abgeflachten Steinkern. Die geschälte Frucht hat einen leicht süßlichen Duft, sie ist oval, 8 - 30 cm lang, fleischig, meist im Anfang gelb oder grün und in der Reife rötlich. Die Schale ist dick und drüsig, das Fruchtfleisch orange oder gelblich, manchmal faserig trocken, meist aber sehr saftig. Mangofrüchte werden zum Obst gezählt. Es gibt inzwischen über 1000 Mangosorten, die sich in Form, Größe und Geschmack unterscheiden. Die Früchte werden zu Saft, Kompott, Marmelade und Eiscreme verarbeitet, finden jedoch auch in herzhaften Chutneys Verwendung. Die Reife einer Frucht kann man daran erkennen, dass sie duftet und auf Druck leicht nachgibt. Mangos sollen übrigens auch den Darm beruhigen, weil sie gut verdaulich seien. In Indien werden Mangos verwendet, um Blutungen zu stoppen, um das Herz zu stärken, und man schreibt ihnen einen positiven Effekt auf das Gehirn zu. Ihr hoher Eisengehalt macht sie bei Anämie wertvoll. Durch den hohen Gehalt an Vitamin A können Mangos vorbeugend gegen Infektionen und Erkältunhgskrankheiten eingesetzt werden und sorgen für gesunde Schleimhäute.

 

Mangrove

Schwarze Mangrove (Avicennia germinans) Mangrovenwälder finden sich in den tropischen und subtropischen Klimazonen in Äquatornähe. Wichtig ist eine maximale Wassertemperatur von mehr als 24 Grad Celsius und der jährliche Niederschlag sollte mindestens 1250 mm betragen. Man unterscheidet je nach Gebiet drei Typen von Mangroven: Küstenmangroven, Flussmündungsmangroven sowie Riffmangroven. In Costa Rica sind vor allem die Küstenmangroven sehr verbreitet. Unter Mangroven versteht man Pflanzen oder Pflanzengemeinschaften, die im Gezeitenbereich der Meere gedeihen. Sie bestehen aus kleineren Büschen und Bäumen, die bis zu 30 m Höhe erreichen können. Mangroven leben in einer sich ständig verändernden Umgebung, regelmäßig werden die Pflanzen von den Gezeiten mit salzigem Wasser überschwemmt und danach wieder trocken gesetzt. Charakteristisch für die Mangroven sind die undurchdringlichen Wurzelgeflechte, die den Pflanzen Halt im lockeren und feinen Untergrund geben. Während der Ebbe ragen sie weit aus dem Wasser empor und bilden schmale Kanäle im Mangrovenwald, bei Flut sind oft nur noch die Baumkronen sichtbar. Die Ableger und Früchte der Mangroven können ohne Ausnahme auf dem Wasser schwimmen. Die über 70 verschiedenen Arten haben unterschiedliche Methoden zur Vermehrung entwickelt. Besonders interessant ist die Methode der viviparösen: Die Samen entwickeln sich auf dem Baum in bis zu 3 Jahren zu speerartigen, rund einen Meter langen Ablegern mit Wurzeln, bevor sie ins Wasser fallen. Die Ableger treiben horizontal auf dem Salzwasser, bis sie Brackwasser (eine Mischung aus Salz- und Süßwasser) erreichen. Hier drehen sie ihre Wurzeln nach unten und bohren sich in den Sand. Auf diese Weise vermeiden diese Mangroven, in zu stark salzhaltigem Wasser zu siedeln. Mangroven gehören zu den komplexesten und produktivsten Ökosystemen der Erde, was lange Zeit nicht erkannt wurde. Leider wurden bisher schon rund die Hälfte der weltweit existierenden Mangrovenbestände unwiederbringlich vernichtet. Das hat weitreichende Folgen: Fisch und Krustentierrückgänge, verstärkte Erosion an den Küsten, Aus- bzw. Abschwemmung der Flüsse, Versandung von Riffen etc.

 

Maniok

Maniok oder Kassava (Manihot esculenta) Maniok entstammt der arten- und formenreichen Pflanzenfamilie der Wolfsmilchgewächse, die alle Milchsaft führen. Maniok ist ein mehrjähriger, 2 bis 5 m hoher Strauch mit handförmigen Blättern. Er stammte ehemals aus dem tropischen Amerika und wird heute weltweit angebaut. Seine bis 90 cm langen und bis 5 kg schweren Knollen enthalten rund 30% Stärke in der Trockensubstanz und übertreffen damit Kartoffeln, Mais und Reis. Zudem erreicht der Flächenertrag von Maniok mit ca. 20 Tonnen Stärke je Hektar absolute Spitzenwerte. Er nimmt unter den Weltnahrungspflanzen nach Weizen, Mais, Reis, Gerste und Kartoffeln die sechste Stelle ein. Seine Bedeutung ist umso größer, da der Maniok sehr anspruchslos ist. Er gedeiht in den nährstoffarmen, tropischen Böden und verträgt sogar Trockenheit. Die Knollen können jahrelang im Boden verbleiben ohne zu verderben und bei Bedarf geerntet werden. Das macht ihn zur wichtigsten Nahrungspflanze für Selbstversorger. Ein hoher Gehalt an Linamarin, einem giftigen und bitteren Blausäure-Glykosid, ist ein Nachteil der weit verbreiteten Nahrungspflanze. Das Linamarin setzt bei Ernte und Verarbeitung der Knollen schädliche Blausäuredämpfe frei, dem kann jedoch durch moderne Verarbeitungsmaschinen entgegengewirkt werden. Vor dem Verzehr wird Maniok auch unter einfachsten Verhältnissen auf jeden Fall erhitzt um die Giftigkeit zu beseitigen. Er kann in Stücken gekocht, frittiert oder als Brei gegessen werden. Die wichtigste industrielle Verwendung ist aber die Verarbeitung zu Mehl- bzw. Stärke. Dazu werden die frischen Knollen geschält, geraspelt oder nass gemahlen und anschließend getrocknet oder trocken geröstet. Das Endprodukt, die erhitzte Stärke, die man auch Tapioka nennt, ist frei von Gift- oder Bitterstoffen und leicht verdaulich. Sie kommt auch bei uns als Bindemittel in den Handel. Maniok wird in Costa Rica "yuca" genannt und ist nicht zu verwechseln mit der Gattung Yucca aus der Familie der Agavengewächse, die in Europa als Zimmerpflanzen weit verbreitet sind.

 

Manzanillobaum

Manzanillo(a)- Strandapfel- oder Manchinellbaum (Hippomane mancinella) Der Manzanillobaum ist im tropischen Amerika, wo er entlang von Ozeanstränden häufig dichte Gruppen bildet, beheimatet. Er wird aber auch gelegentlich in Indien und anderen tropischen Ländern angepflanzt. In Costa Rica kommt er überall vor, viele der Bäume stehen in Guanacastes Küste - hier wird er "manzanillo" genannt. Der stattliche Baum mit feingesägten, glänzenden Blättern ist eine auffallende Erscheinung, er wird bis zu 20 m hoch und erreicht einen Stammdurchmesser von 60 cm. Vorsicht: Sein Milchsaft ruft schwere Hautentzündungen hervor. Die Homöopathie verwendet ihn in starker Verdünnung bei dermatologischen Erkrankungen. Auf der Haut ruft der Saft nach kurzer Zeit heftiges Brennen, Entzündungen und Bläschen-Ausschlag hervor. Gerät ein kleiner Tropfen des ätzenden Milchsaftes oder der Rauch des brennenden Baumes ins Auge, besteht die Gefahr des Erblindens. Sogar Regentropfen, die von einem Manzanillo-Baum fallen, können Hautschädigungen und schwere Augenreizungen verursachen. Die Früchte des Baumes werden zar von Fledermäusen gefressen - für Menschen sind sie jedoch ebenso giftig. An vielen Küsten sind Manzanillobäume noch relativ häufig zu finden, werden aber wegen ihrer Gefährlichkeit nach und nach abgeholzt.

 

Meertraube

Meer-, Seetraube oder Wassermandel (Coccoloba uvifera) Die Meertraube aus der Familie der Knöterichgewächse ist der universelle Schattenspender an vielen Sandstränden in Mittel- und Südamerika sowie in der Karibik. Von dort stammte sie ehemals, mittlerweile ist sie in fast allen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde verbreitet. In Costa Rica wird sie "uva de playa" = Strandtraube oder "papaturro" genannt. Sie wächst als immergrüner, mehrstämmiger Baum und kann bis zu 15 Meter hoch werden. Die wind- und salzresistente Meertraube ist Nutz- und Zierpflanze, ihre ledrigen Blätter sind herzförmig und von rötlichen Adern durchzogen. Hitze, Wind oder die salzhaltige Meeresgischt können ihnen nichts anhaben. Die Meertraube liefert essbare und verwertbare Früchte, Brennholz und Farbstoff. Die Früchte stehen mehr oder weniger dicht gedrängt in traubenförmigen Ständen, darauf deutet auch ihr Name hin "uvifera" = traubentragend. Ihr Fruchtfleisch ist süß mit feiner Säure. Es wird frisch verzehrt, zu Gelee oder Wein verarbeitet. Die Wurzel wird in der Volksmedizin gegen Durchfall und die Baumrinde gegen Halsentzündungen eingesetzt.

 

Mimose

Mimose (Mimosa pudica) Die Mimose ist eine holzige und krautige tropische Pflanze, die zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae, Leguminosae) und zur Unterfamilie der Mimosengewächse (Mimosoideae) gehört. Oft werden auch kultivierte Akazien als "Mimosen" bezeichnet (siehe unten). Mimosen stammen aus dem tropischen Mittel- und Südamerika, wo sie tropische Wälder und Kulturregionen bevorzugen und bis auf über 2.000 m Höhe vorkommen. In Costa Rica kommen sie häufig in den Regenwäldern um den Golfo Dulce vor, sie werden hier "mimosa" genannt. Mimosen sind Holzpflanzen, die Strauchgröße (Akazien: Baumgröße) erreichen. Sobald die kleine Pflanze Druck auf ihren Blättern "spürt", beispielsweise durch Berührung, Wasser oder stärkeren Wind, klappen die kleinen Zweige und Blätter in Sekundenschnelle zusammen, dabei wird jedoch nur die betroffene Region der Pflanze blattweise eingeklappt. Nach einigen Minuten strecken sich die eingezogenen Zweige und Blätter wieder aus. Daher kommt auch der englische Name "Touch-me-not" oder "Berühre mich nicht", lateinisch "mimus" = Schauspieler. Die Zweige der Mimosen besitzen schützende Dornen. In der Nacht ziehen sich die Blätter zusammen (in die Schlafstellung) und reagieren nicht so stark wie am Tag.

Die Akazien (Acacia) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Unterfamilie Mimosengewächse (Mimosoideae). Die Gattung umfasst mehr als 1.300 Arten. Akazien, die in wärmeren Regionen häufig als Ziergehölze gepflanzt werden, werden dort häufig "Mimosen" genannt. Die echte Mimose (siehe oben) ist jedoch ein kurzlebiger Halbstrauch mit rosa Blütenköpfchen. Akazien sind sommergrüne Bäume oder Sträucher, die meisten Arten zeichnen sich durch bösartige Dornen aus und werden daher im Englischen auch als "Dornenbäume" bezeichnet. Akazien haben entweder paarig gefiederte Blätter oder es übernehmen Phyllodien, also abgeflachte Blattstiele, die Photosynthese-Funktion der Blätter. Die winzigen Blüten, sattgelb bis weiß, sitzen dichtgedrängt in kugelförmigen oder zylindrischen Ähren oder Köpfchen angeordnet. Oft verströmen sie einen starken Duft und bringen reichlich Pollen hervor, der Bienen anzieht. Die Früchte bestehen aus runden oder auch abgeflachten Hülsen. Die Samen sind in der Regel sehr lange lebensfähig.

 

Ölpalme

Ölpalme (Elaeis guineensis) Diese Palme gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten. Ursprünglich in Afrika beheimatet, wird sie inzwischen auch im tropischen Amerika und insbesondere in Südostasien kultiviert. In Costa Rica findet man viele Ölpalmenplantagen an der Pazifikküste zwischen Puntarenas und Dominical. Die bis zu 35 Meter hohe Palme produziert Fruchtstände mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm, die mehrere Tausend Früchte enthalten. Die Früchte sind schnell verderblich und müssen daher sofort nach der Ernte verarbeitet werden. Dabei werden die Fruchtstände mit Wasserdampf behandelt um ein fettspaltendes Enzym zu zerstören. Anschließend werden die Früchte gequetscht und die Steinkerne abgetrennt. Die harte Schale wird geknackt und die Samen werden getrocknet. Das orangefarbige Fruchtfleisch liefert das Palmöl, das zu Margarine und Kochfett verarbeitet wird, der Samen liefert das Palmkernöl, das vorwiegend zur Herstellung von Seife dient.


 

Orleansbaum

Orleansbaum oder Annatostrauch (Bixa orellana) Der bis zu 8 m hohe Strauch kommt im gesamten tropischen Amerika vor, in Costa Rica überall, häufig in der Region um den Golfo Dulce. Hier wird er "achiote" genannt. Die Samen werden unter der Bezeichnung Annatto als natürlicher Farbstoff in Lebensmitteln und zu kosmetischen Zwecken verwendet, so z.B. als Farbstoffzugabe bei Käse und Butter, als rote Körperbemalung bei indios (Schutz gegen Sonnenbrand und Hautpilzen, zur Insektenabwehr und zu spirituellen Zwecken) oder zur Herstellung von Lippenstiften. Die Blätter finden Verwendung in der Medizin, sie werden als Heilmittel, unter anderem gegen Bronchitis und Augenentzündungen genommen.

 

Papaya

Papaya oder Melonenbaum (Carica papaya) Der Papayabaum ist ein tropischer, palmähnlicher Baum, der zur Familie der Melonenbaumgewächse gezählt wird. Der Baum stammt ursprünglich aus dem Tiefland und Küstenregionen des tropischen Amerikas. Schon zu Beginn des 16. Jahrhundert begannen die Spanier damit, diese Pflanze auch auf den Antillen und den Philippinen anzupflanzen. Heute wird sie weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert.In Costa Rica findet man sie überall, sie wird hier "papaya" genannt. Die Papaya wächst in ihrer Jugend sehr schnell, rund einen Meter pro Jahr und erreicht dann eine max. Höhe von knapp 9 m. Die Frucht wird länglich-oval etwa 25 cm im Längsschnitt groß und kann ein Gewicht - je nach Art - von 0,5 - 6 kg erreichen. Die Schale der vollständig ausgereiften Frucht ist gelblich-grün, das Fruchtfleisch ist hellorange bis rosa und enthält in der Fruchtmitte schwarze Kerne die von einem Häutchen umgeben sind. Die Kerne der Papaya enthalten große Mengen an Papain einem eiweißspaltenden Enzym. Sie wurden früher in der Volksmedizin als Entwurmungsmittel verwendet und heute in Pulverform als Zartmacher für Fleisch. Sofern sie in der Küche nicht zur Verfügung stehen, reicht es jedoch aus, rohes Fleisch in die Blätter des Papayabaums einzuwickeln oder in frischem Papayasaft um diesen Effekt zu erzielen, ein ähnlicher Effekt läßt sich ebenfalls mit frischem Ananassaft erreichen.

 

Pochote

Pochote, Stachelrindenbaum oder Dornzeder (Bombacopsis quinatum) Der Pochote kommt von Mexico über Mittelamerika bis ins tropische Südamerika vor, sein Habitat sind trockene Wälder. In Costa Rica wird er ebenfalls "pochote" genannt. Verwechslungen ergeben sich mit dem Dugand, teilweise werden Pochotes ebenfalls als Dugand bezeichnet. Der schnellwachsende Pochote kann über 50 m hoch werden, sein Stamm ist mit Stacheln versehen und sein weiches Holz ist resistent gegen Schädlinge und wegen hoher Anteile von Gerbstoffen sehr haltbar. Es wird für den Haus-, Boots- und Möbelbau genutzt.

 

 

 


 

Rizinusbaum

Rizinus-, Wunder-, Hunds-, Läuse-, Kreuzbaum, Palma Christi oder Christuspalme (Ricinus communis) Der Rizinusbaum ist ein Baum aus der Familie der Wolfsmilchgewächse, ehemals beheimatet in Asien und Afrika - mittlerweile aber in allen tropischen Regionen der Welt kultiviert. In Costa Rica kommt er überall bis in Höhen von 1.800 m vor, er wird hier "higuerilla" genannt. Der immergrüne Baum, eine der schnellwüchsigsten Pflanzen überhaupt, wird unter idealen Bedingungen innerhalb von 4 Monaten bis zu 5 Meter hoch, nach einigen Jahren kann er bis zu 13 Meter erreichen. Die palmähnlichen und glänzenden rötlich bis tief-purpurnen, an langen Stängeln stehenden Blätter sind 30 - 70 Zentimeter groß, handförmig, wechselständig und fünf- bis elflappig. Auch die stark wasserhaltigen Stämme sind rot überlaufen. Das in den Samen enthaltene Ricin gehört zu den giftigsten Stoffen überhaupt und kann nach dem Verzehr zum Tode führen. Die Wirkung des Ricin hat sogar schon das Interesse der britischen Armee geweckt, so dass es als Kampfgift in Erwägung gezogen und erprobt wurde - die kompletten Vorräte wurden jedoch wieder vernichtet. Abgesehen von der Giftigkeit der Samen, wird hieraus auch das Rizinusöl gewonnen, ein bekanntes Abführ- und technisches Schmiermittel.

 

Rosa Trompetenbaum

Rosa Trompetenbaum (Tabebuia rosea) Der schnellwüchsige, bis zu 35 m hoch wachsende Trompetenbaum ist von Mexiko bis Kolumbien verbreitet und erreicht an der Stammbasis einen Durchmesser von knapp 2 m. In Costa Rica wird er "roble de sabana" genannt. Trompetenbäume bilden sehr häufig das Bild der mittel- und südamerikanischen Landschaft und Städte. Leider sind sie auch bei Holzunternehmen sehr beliebt - das rosa-braune Holz dieses Baumes ist nämlich sehr beständig und hart und wird für Hauskonstruktionen, Möbel, Schiffsbauten und Landwirtschaftsgeräte genutzt. Einige Indianerstämme haben das Holz zur Herstellung von Bögen und Pfeilen benutzt und deshalb haben sie den Baum "Pfeil" benannt. Indianer der Guarani- und Tupi-Stämme bezeichnen den Baum "tajy", d. h. "Kraft und Dampf haben" und verwenden die Rinde zu verschiedenen Heilmethoden. Heutzutage kommt dem Baum auch in der modernen Medizin immer mehr Bedeutung zu, verschiedene Medikamente bauen auf seinen Wirkstoffen auf.

 

Stachelannone

Stachelannone, Corossol, Graviola oder Sauersack (Annona muricata) Weltweit gibt es etwa 100 Arten von Annonen. Die Stachelannone kommt ursprünglich aus Westindien bzw. Mittelamerika und gehört zu den allerersten tropischen Früchten der Neuen Welt, die von spanischen Eroberern im 15. Jh. beschrieben wurden. In Costa Rica ist sie überall zu finden, sie wird hier "guanábana" genannt. Ihre Verbreitung erstreckt sich mittlerweile auf fast alle tropischen Gebiete, ebenso auf Südost-Asien, Afrika und Australien. Der bis zu 10 m hohe Baum produziert 10 bis 30 cm lange und bis zu 15 cm dicke Früchte, die in der Regel 800 - 1.500 g schwer sind. Die herzförmige Frucht ist leicht bedornt. Bei Reife wird sie sehr weich und strömt einen angenehmen Duft nach Zitronen und Erdbeeren aus. Ihr Geschmack ist unglaublich säuerlich-cremig und erfrischend zugleich. Die Einheimischen schätzen die Früchte als Nahrungsmittel, nutzen sie für erfrischende Getränke und verwenden auch andere Pflanzenteile wie Rinde, Blätter, Wurzeln und Blüten zu Heilzwecken. In der Laienpresse und auf Internet werden heute zunehmend Produkte auf Basis von "Graviola" beworben; die Liste der genannten Indikation umfasst mittlerweile um die zwei Dutzend Krankheiten. „Graviola ist 10.000x wirksamer als Adriamycin gegen Dickdarmkrebs und harmlos für gesunde Zellen“, verspricht die Werbung. Leider existieren keine kontrollierten klinischen Studien mit Graviola-Präpapraten, so wird zur Zeit trotz interessanter Ansätze die Einnahme der Pflanze als Nahrungsergänzung gegen Krebs nicht empfohlen.

 

Stechapfel

Stechapfel (Datura spp.) Stechäpfel sind eine Gattung der Familie Nachtschattengewächse (Solanaceae) und bestehen aus rund 20 Arten. Der ursprünglich im subtropischen Amerika beheimatete Stechapfel gelangte erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts nach Europa. Der bis zu 3 m hohe Stechapfel blüht von Juni bis Oktober. Seine dekorativen weißen Blüten können über 5 cm lang werden. Sie sitzen einzeln und aufrecht in den Blattachseln des Krautes und öffnen sich erst abends, wenn die Nachtfalter zu fliegen beginnen - und machen sich mit einem teilweise unangenehmen Geruch bemerkbar. Langrüsslige Arten wie Schwärmer sind nämlich die Bestäuber dieser typischen Nachtfalterblume. Genauso dekorativ wie die Blüten sind die Samenstände des Stechapfels, sie erinnern an die Fruchtkapseln der Rosskastanie und enthalten Hunderte von schwarzen Samen. Bis zu 20.000 Samen kann eine einzige Pflanze hervorbringen. Die Pflanze wird bereits seit Jahrtausenden als Rauschmittel verwandt und wurde als Heilkraut verwendet. In der Neuen Welt hatte sie sowohl zeremonielle als auch medizinische Bedeutung. Neben der medizinischen Bedeutung wird und wurde die Pflanze zur Bewusstseinsveränderung verwendert. Priester der Neuen Welt benutzten die Pflanze beispielsweise um die Geister der Ahnen zu kontaktieren. Da Stechapfel zudem als Aphrodisiakum gilt, wurde er in Europa, China und Peru Getränken wie Bier zugesetzt. Da die Verwendungsmöglichkeit des Stechapfels als Droge seit langem bekannt ist und sein Ruf als Hexenpflanze ihn für manche sehr interessant macht, werden immer wieder "Selbstversuche" mit Extrakten des Stechapfels vorgenommen. Diese "Versuche" können sehr schnell schwerste Vergiftungen hervorrufen, die aufgrund der hohen Toxizität auch tödlich enden können. Vergiftungssymptome sind beispielsweise: Hautrötung, trockener Mund, Unruhe, Schläfrigkeit und/oder Halluzinationen, Verwirrtheit, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen und komatöse Zustände, Bewusstlosigkeit bis zum Tod durch Atemlähmung.

 

Sternfrucht