Costa Rica Landesinformationen A-Z



Costa Rica
Landesinformationen
auf einen Blick:
Landesfläche: 51.100 qkm (Schweiz: 41.293 qkm)
   max. Ausdehnung Nord-Süd: 465 km, Ost-West: 259 km
Küstenlängen: Pazifik: 1020 km, Atlantik: 210 km
Höchste Erhebung: Cerro Chirripó Grande mit 3839 m
Längster Fluss: Río Grande de Térraba mit 196 km
Einwohner: 4,1 Mio. - Bevölkerungsdichte: 80 Ew./qkm (Schweiz: 175)
Landesname: República de Costa Rica - Amtssprache: Spanisch
Religionen: 86 % katholisch, 6% protestantisch, 8% andere
Hauptstadt: San José - BIP je Einwohner: 4.179 USD (2003)
Bevölkerungswachstum: 1,8% pro Jahr (2005)
Lebenserwartung: 77 Jahre (2005) - Analphabeten: 4% (Schweiz: <3%)
Staatsform: Präsidentialrepublik
Wirtschaft: Tourismus, Textilien, Kaffee, Bananen, Fleisch, Kakao
Währung: Colón (Kolumbus), inoffizielle Währung: USD
Zeitzone: CST (Central Standard Time, MEZ-7)
Exkurs: von Kolumbus wurde Costa Rica 'Veragua' genannt.
 

Costa Rica Landkarte und Standorte der Equis. Costa Rica Landesinformationen.
  Benehmen und Etikette
Die Umgangsformen in Costa Rica sind recht steif. Im Gegensatz zu Spaniern nennen die Ticos ihr Gegenüber selten beim Vornamen. Das Klassenbewußtsein ist immer noch stark ausgeprägt, Bauern und Arbeiter ordnen sich gesellschaftlich scheinbar höher Stehenden unter. Das Siezen ist fast obligatorisch, geduzt werden nur Freunde, Verwante und Bekannte. Man legt ebenso Wert auf berufliche Titel und benutzt sie auch in der Anrede. Bei der Wahl der Kleidung sind die Costaricaner konservativ, außer am Strand sind Badesachen verpönt.


 
Bevölkerung
Ticas und Ticos - unter diesem Namen sind die Costarikaner/Innen im Allgemeinen in Lateinamerika bekannt. Der Name wurde für die costarikanischen Staatsangehörigen so typisch, weil sie anstatt der klassischen Diminutivform -ito/ -ita des lateinamerikanischen Spanisch in vielen Fällen die Endung -ico/ -ica benutzen. So ist z.B. die klassische Verkleinerungs- form von chiquito (klein) das Wort chiquitito. Die Costarikaner/Innen sagen stattdessen jedoch viel lieber chiquitico (kleinerchen). Da sie quasi bei allen Verkeinerungsformen diese Endung anwenden, haben sie den liebevollen Spitznamen der Ticas und Ticos erhalten.

In Costa Rica leben nach dem letzten Zensus knapp 4.1 Mio. Einwohner (2004). Die Bevölkerungswachstumsrate lag im gleichen Jahr bei 2,3%, was im Vergleich zu früheren Jahren (1950: 3,5%) geringer ist. Im Vergleich zur Gesamtfläche des Landes erscheint die Bevölkerungsdichte mit 80 Einwohnern relativ gering, jedoch verteilt sich die Bevölkerung höchst ungleich. Mehr als 50% leben im städtischen Ballungsraum des zentralen Hochlandes, welches nur etwa 10% der Landesfläche bedeckt. Siehe Costa Rica Landesinformationen oben.

Costa Rica ist eine äusserst multikulturelle Gesellschaft und wird auch oft als Land in der alle Kulturen vereinigt sind bezeichnet. Der größte Teil der Einwohner sind Nachfahren der spanischen Eroberer, die Kreolen, jedoch ist diese Gruppe kaum mehr zu trennen von den Mestizos, die sowohl spanische als auch indianische Vorfahren haben. An der Karibikküste lebt eine Minderheit von Schwarzen und Mulatten, die im 19. Jahrhunder mit dem Beginn des Eisenbahnbaus aus Jamaika nach Costa Rica kamen. Von der indianischen Urbevölkerung leben nur noch etwa 35.000, die acht verschiedenen Völkern angehören. 1977 verabschiedete das Parlament das bis heute gültige Indígena-Gesetz, das den Ureinwohnern 22 Reservate garantiert, in denen das Land ausschließlich ihnen gehören soll. Daneben gibt es in Costa Rica noch eine Minderheit von Asiaten, viele Lateinamerikaner aus anderen Ländern und viele Europäer. Die rund 250.000 in Costa Rica lebenden Ausländer stellen etwa 7,6% der Bevölkerung.

Die Ticos zeichnen sich durch ihre sehr sympathische Wesensart, Zuvorkommenheit, Friedlichkeit und Freude am Leben aus. Zur Begrüßung und generellen Ausdruck von Freude und Zufriedenheit hört man immer wieder den Landesspruch: ¡Pura Vida! - Das pure Leben!

In diesem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, daß Costa Rica in Umfragen zur Freundlichkeit der Bevölkerung immer wieder Spitzenplätze belegt.


Drogen
Costa Rica war und ist leider immer noch ein Umschlagplatz für Drogen aus Südamerika. Dem wird von der Regierung ganz vehement gegengesteuert. Rechnen Sie mit einigen Jahren (oder Jahrzehnten) Haft - auch für den Besitz von nur "leichten" Drogen! Speziell an der südlichen Karibikküste werden Sie sicherlich mit Angeboten zum Kauf von Drogen konfrontiert. Lehnen Sie die Angebote einfach mit einem "no" ab.


Einkaufen
In Costa Rica finden Sie in allen größeren Städten zumeist moderne Supermärkte und große Malls, in Kleinstädten oder auf dem Lande sog. "pulperías", hier gibt's nur ein eingeschränktes Sortiment, andererseits kennen die meist familiär geführten Läden keinen regulären Ladenschluß. Bäckereien "panaderías" und Fleischereien (carnicerías) findet man in kleinen und größeren Städten, auf dem Lande eher weniger, dafür gibt es die "pulperías", die die Artikel des täglichen Bedarfs vertreiben, u.a. auch Benzin und andere Kraftstoffe. Tages- und Wochenmärkte (mercados) findet man fast überall, teilweise auch überdacht oder in Gebäuden, so beispielsweise in San José den Mercado Central. "Mini-mercados" sind kleine Selbstbedienungsläden.


Elektrizität
Stromspannung meist 110 Volt, die modernen E-Rasierer, Notebooks und Ladegeräte arbeiten meist auch mit dieser Spannung. Im Zweifel Profi fragen. Adapter-Stecker besser aus der Heimat mitnehmen, es ist selbst in San José nicht ganz einfach, einen "adaptador de corriente" zu erwerben. Tipp: In vielen Hotels sind Adapter zwischen Steckdose und TV zu finden (genau hinschauen, sind klein und manchmal schwarz), ansonsten an der Rezeption nachfragen.


Feiertage und Feste
Wie in allen lateinamerikanischen Staaten werden Feste und Feiertage, Geburtstage und Namenstage mit großer Anteilnahme gefeiert. Behörden, Banken Post usw. sowie die meisten Läden sind an offiziellen Feiertagen geschlossen. Viele Geschäfte und die meisten Firmen und Behörden schließen während der ganzen Woche vor Ostern sowie zwischen Weihnachten und Neujahr. Am Gründonnerstag und am Karfreitag ist praktisch alles geschlossen, der Busverkehr ruht an diesen Tagen weitgehend.


Flora und Fauna
Für Naturliebhaber ist Costa Rica - zu Recht - ein Paradies. Costa Rica umfaßt 12 unterschiedliche Vegetationszonen: unter anderem Mangroven- und Feuchtgebiete, Regen- und Trockenwälder, der "páramo" in über 3000 Meter Höhe. Costa Rica gehört damit zu den artenreichsten Ländern der Erde, rund fünf Prozent aller bekannten Arten bewohnen die verschiedenen Lebensräume.

Und ein Zehntel aller Vogelarten dieser Erde leben in Costa Rica. Diese Artenfülle verdankt das Land seiner Lage am Übergang zwischen zwei Kontinenten. An den Küsten und Flußmündungen findet man Brackwassergebiete, in denen Mangroven gedeihen. Diese Pflanzen bieten zahlreichen Tierarten einen idealen Lebensraum - auch wenn sie nicht besonders attraktiv wirken. Krokodile, zahlreiche Vögeln, Reptilien und Amphibien sowie Kleinsäuger findet man hier. In den Feuchtgebieten Costa Ricas leben zahlreiche Vögel, Krokodile, Affen und viele andere Tiere. Während der Regenzeit werden die Feuchtgebiete regelmäßig überflutet, in der trockenen Jahreszeit stellen Sie dagegen riesige Wattflächen dar.

Das komplexeste Ökosystem der Erde ist der Regenwald. Über 50 Prozent aller weltweit bekannten Arten leben im Regenwald. Es existieren 13 Typen von Regenwäldern, u. a. den Klassiker, den tropischen Tieflandregenwald. Der tropische Tieflandregenwald besteht aus mehreren Geschossen. Nur ein geringer Prozentsatz der Sonne, ungefähr 10 Prozent, erreicht den Urwaldboden. Aus diesem Grund leben hier nur genügsame Pflanzen, man nennt diese Etage auch die Bodenschicht. Die nächste Etage, der sogenannte Unterwuchs, wird von niederen und jungen Bäumen bewohnt. In der Mittelschicht findet man dann mittelhohe Bäume von fünf bis 20 Metern. Die obere Etage zeichnet sich durch gigantische Bäume aus, die 20 bis 40 m hoch werden und riesige Blattkronen entfalten. Diese bilden ein dichtes grünes Dach, aus dem vereinzelte Urwaldriesen, sogenannte "Überständer", herausragen. Diese gigantischen Bäume können Höhen von 60 Meter und mehr erreichen. Den echten Tieflandregenwald kann man am besten in der Region am Golfo Dulce bewundern.
Neben dem Tieflandregenwald finden sich auch Gebirgs- und Nebelregenwälder. Abgesehen davon gibt es im Norden Costa Ricas noch Trockenwälder. Hier ist der Artenbestand deutlich geringer, die Bäume werden in der Regel nicht höher als 15 Meter. Trockenwälder bestehen aus drei Etagen, der Boden, bestehend aus Gebüsch und Gras, dem unteren Stockwerk, bestehend aus Bäumchen und Sträuchern und dem oberen Stockwerk mit großem, offenen Blätterdach.

Wie schon angesprochen, ist auch die Fauna Costa Ricas sehr artenreich. Die meisten Tierarten leben im tropischen Regenwald: Affen, Vögel, Insekten, Reptilien und Amphibien - aber auch große und kleine Säugetiere. Siehe auch unter Costa Rica Landesinformationen > Flora.


Geld
Costa Ricas Währung ist der Colón (100 Cémtimos), leider leidet er unter einer Inflation. Daher werden fast alle Preisangaben in US-Dollar gemacht, der US-Dollar ist sozusagen die zweite inoffizielle Währung Costa Ricas. Aus diesem Grund empfiehlt es sich US-Dollar in bar oder mittels Reiseschecks mitzunehmen. Andere Währungen lassen sich schlecht tauschen.
Um Trickbetrügern vorzubeugen raten wir vom Schwarzwechseln ab, Geld also besser nur in Banken, Hotels oder Reisebüros tauschen. Öffnungszeiten der Banken: 9 bis 17:00 Uhr. Kalkulieren Sie Wartezeiten beim Wechsel bei Banken ein, 20 Minuten sind fast immer obligatorisch. Kreditkarten, wie beispielsweise American Express, Visa oder Mastercard, sind in Costa Rica weit verbreitet und werden fast überall akzeptiert. Travellerchecks gelten zumeist wie Bargeld, sie stellen einen guten Schutz gegen Verlust oder Diebstahl dar.


Geografie
Costa Rica, kaum größer als die Schweiz, ist das abwechslungsreichste Land Lateinamerikas.Costa Rica ist Teil der mittelamerikanischen Landbrücke und erstreckt sich 450 Kilometer in nordwest-südöstlicher Richtung zwischen karibischem Meer und Pazifik. Es wird zum beträchtlichen Teil von Bergland bestimmt, daß 70 erloschene und aktive Vulkan überragen. Diese Bergketten (Cordilleras) beziehen sich von Nordwesten nach Südosten durch das Land und wirkt als Wetterscheide. Die höchste Erhebung, der Berg Chirripó, liegt auf 3820 Metern.

Das karibischen Tiefland erstreckt sich über die gesamte karibischen Küste. Sümpfe, Lagunen und Sandstrände mit vorgelagertendie Riffen wechseln sich ab - ein tropisches, immer feuchtes Gebiet. Die Cordillera Central beinhaltet die Zentrale Hochebene, darin liegt die Hauptstadt San José. Hier liegen auch die Vulkane Barva, Irazú, Poás und Turrialba, einige davon sind noch aktiv. Das stark gegliederte pazifische Tiefland beschränkt sich auf einen schmalen Streifen zwischen Küste und Gebirgsketten.
























 

Geschichte bis 1900
Nachdem Christopher Kolumbus auf seiner vierten Entdeckungsreise 1502 die karibische Küste des heutigen Costa Ricas angelaufen hatte, er nannte Costa Rica 'Veragua', begannen erst im Jahre 1522 von Panama ausgehend die ersten spanischen Siedlungsexpeditionen und folgten der Pazifikküste. Die Inkursionen erschütterten die indianische Siedlungsbasis, ohne zunächst zu einer systematischen Kolonisierung zu führen, die erst ab ca. 1563 mit der Besiedlung des Hochlandes und der damit verbundenen Gründung der ersten Hauptstadt Cartago einsetzte. Da sich das Land entgegen den ersten Erwartungen als außerordentlich rohstoffarm erwies, waren während der Kolonialzeit kaum Anreize für eine verstärkte Zuwanderung gegeben, so daß die Bevölkerung lange Zeit bei etwa 20.000 Einwohnern stagnierte.

Während die landwirtschaftliche Basis subsistenzorientiert blieb, führte die Suche nach einem international vermarktungsfähigen Exportprodukt zum Ausbau der einheimischen Kakao- und Tabakkulturen. Regelmäßige Raubzüge der karibischen Piratenflotte auf die Pflanzungen im atlantischen Tiefland während des 17. und 18. Jhds. störten jedoch die Marktkontakte zu Europa, verhinderten einen frühen Wirtschaftsaufschwung. Relativ spät - kurz vor der Unabhängigkeit (1821) und um die Mitte des 19. Jhds. - verstärkte sich die Ansiedlung vorwiegend bäuerlicher, größtenteils aus Nordspanien stammender Siedlergruppen. Nach der Unabhängigkeit von Spanien ermöglichten vereinzelte abbauwürdige Gold- und Silberfunde die Bildung eines spezialisierten einheimischen Bergbau-Unternehmens, das für kurze Zeit (1823-25) durch britische Investitionen gestützt wurde, bevor die Wirtschaftskrise im Anschluß an die napoleonischen Kriege Englands Kapitalexporte bis 1841 unterband. Die Bergbau-"Elite" wurde zum Schlüsselwort der weiteren Entwicklung. Nachdem die Einführung des Kaffeeanbaus 1808 zunächst ohne Auswirkungen auf den Außenhandel geblieben war. setzte die Kapitalverlagerung aus dem Bergbau ab 1832 eine auch politische geförderte Kaffee-Expansion in Gang, die jedoch nur begrenzt die Züge der klassischen Entwicklung kapitalintensiver, abhängiger Exportlandwirtschaften trug. Die bestehende Besitzstruktur blieb weitgehend intakt. Erst später entstand mit der Vergabe der Konzession für die Atlantik-Eisenbahn an den US-Amerikaner Minor Keith und der anschließenden Entwicklung des Plantagenanbaus von Bananen um 1878 der Kern einer außenorientierten Wirtschaftsenklave. Von nun an konnter der Kaffee des Hochlandes an den Atlantikhafen in Limón gelangen. Trotz der zunehmenden fiskalischen Bedeutung der Bananenexportgesellschaften ist jedoch die Kaffeezone im Hochplateau der Schwerpunkt der nationalen Wirtschaft geblieben.

Die politische Enwicklung des 19. Jhds. war durch den Zerfall der zentralamerikanischen Föderation (Austritt C.R.s 1836) und durch eine Abfolge personalistischer Diktaturen und außenpolitischer Konflikte gekennzeichnet. Costa Rica mußte sich gegen die Annexion der Grenzprovinz Guanacaste durch Nicaragua (1836) verteidigen und war entscheidend beteiligt an dem Krieg von 1853-57, der zur Niederlage der Truppen des nordamerikanischen Abenteurers William Walker, der Costa Rica erobern wollte, führte. Im Verlauf des Kaffee-Booms war - durch zunehmende Wohlstandskonzentration in Cartago und San José - in diesen Städten ein "Kaffeearistokratie" entstanden, die bis 1870 die politische Führungsschicht stellte. Unter der Diktatur des liberalen Tomás Guardia (1870-82) wurde die Machtbasis dieser Familienzirkel und caudillos nachhaltig erschüttert. Während eine neue Generation der gebildeten Mittelschicht in Schlüsselpositionen der staatlichen Verwaltung nachrückte, wurde unter der Präsidentschaft von Bernardo Soto (1886-90) das öffentliche kostenlose Schulwesen eingeführt, und es entwickelte sich eine unabhängige kritische Presseöffentlichkeit.


Geschichte ab 1900
Zwischen 1902 und 1914 brachten drei entscheidende Amtsperioden (Ascensión Esquivel, Cleto González und Ricardo Jiménez) grundlegende Reformen des Finanzwesens und Erweiterungen der Infrastruktur und trugen dazu bei, die verfassungsmäßige Ordnung zu konsolidieren, die seither nur noch zweimal durchbrochen wurde (Putsch von General Tinoco 1917/18 und Bürgerkrieg von 1948 im Anschluß an eine Fälschung der Wahlergebnisse). Bis zum Jahr 1994 gingen von 46 Staatspräsidenten (darunter nur drei Militärs) 18 aus freien kompetitiven Wahlen hervor, darunter alle Präsidenten seit 1949; 19 gelangten durch Wahlen ohne gewichtige Gegenkandidaten und neun durch Staatsstreich an die Macht - in der Mehrzahl während der Jahre politischer Instabilität nach der Unabhängigkeit.

Der sechswöchige Bürgerkrieg von 1948 bedeutete einen nachhaltigen Einschnitt in der politischen Geschichte des Landes. Im Zusammenhang einer moderatn Umformung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse und der Einbeziehung neuer sozialer Schichten in das politische System gelang es, die historisch gewachsenen demokratischen Strukturen in der II. Republik (ab 1949) auszubauen und zu festigen. Den personalistisch geprägten liberalen Gruppierungen, die bis dato die politische Landschaft dominiert hatten, trat im Partido Liberación Nacional (PLN) ein sozialdemokratisch orientiert Programmpartei mit festen Organisationsstrukturen gegenüber. Dank seiner breiten sozialen Basis einerseits und der organisatorischen Fragmentierung des liberal-konservativen Lagers andererseits prägte der PLN für die folgenden Jahrzehnte weitgehend die gesellschaftliche und politische Entwicklung C.R.s, wenngleich verschiedene bürgerliche Gruppierungen wiederholt Präsidentschaftswahlen gewinnen konnten. Das vor allem von PLN-Regierungen vorangetriebene Entwicklungsmodell importsubstituierender Industrialisierung bildete die Grundlage eines bis Ende der 70er Jahre dynamischen Wachstums, an dem dank der aktiven wirtschafts- und sozialpolitischen Steuerung von seiten des Staates breite Bevölkerungsschichten partizipierten.
Die ökonomische Krise der 80er Jahre erzwang eine Änderung dieses Entwicklungsmodells und formte auch die politische Landschaft erneut um, in deren Zentrum neben dem PLN nun eine etwa gleich starke, organisatorisch gefestigte bürgerliche Partei steht, die Partido Unidad Social Cristiana, PUSC. Die politische Stabilität der ältesten Demokratie Zentralamerikas geriet durch die wirtschaftliche Krise jedoch nicht ernsthaft in Gefahr, und auch den Sogwirkungen der politischen Konflikte in und zwischen den Nachbarländern konnte sich C. R. nicht zuletzt dank einer aktiven, neutralen und unbewaffneten Außenpolitik weitgehend entziehen. Ab Mitte der 80er Jahre spielte das Land eine führende Rolle bei den regionalen Bemühungen um eine Lösung des Zentralamerika-Konfliktes, und Präsident Oscar Arias (1986-90) erhielt für seine diesbezüglichen Verdienste 1987 den Friedensnobelpreis. 1994 wird dann der Sozialdemokrat José Maria Figueres Olsen neuer Staatspräsident, 1995 wird in Costa Rica heftig gegen den Bau von Großhotels protestiert, erfolgreich. Die ökologische Denkweise des Landes wird weiter gefestigt, obwohl zweifelsfrei noch viel zu tun ist.

Seit März 2006 ist Dr.Óscar Arias Sánchez Staatspräsident von Costa Rica. Der Friedensnobelpreisträger, der 1987 für sein Engagement für die friedliche Beilegung von Konflikten in Mittelarmerika diese hohe Auszeichnung erhielt, steht für die Weiterführung der wirtschaftlichen Demokratie.


Gesundheit
Im Vergleich zu anderen Ländern Mittelamerikas wartet Costa Rica mit einer hervorragenden Gesundheitsversorgung auf. In den Ballungsgebieten gibt es viele gute Kliniken und Hospitäler. Auf dem Land gibt es weniger Kliniken, dafür aber ein dichtes Netz von Krankenstationen. Notfallstationen unterhält das rote Kreuz (Cruz Roja).


Gefährliche Pflanzen und Tiere
Erstaunlicherweise kommen in Costa Rica mehr Vergiftungen durch Pflanzen als durch Tiere vor, meist sind Touristen davon betroffen, die ohne weitere Kenntnis alle ihnen unbekannten Früchte probieren. Das sollte man natürlich tunlichst lassen, es sei denn, man ist sich ganz sicher, um welche Frucht - oder Nuss - es sich handelt. An giftigen Tieren wären Vogelspinnen zu erwähnen, deren Bisse jedoch in der Regel wie Bienenstiche verlaufen. Die sehr seltenen Skorpionstiche verlaufen ebenfalls meist glimpflich.
Ausser einigen relativ ungefährlichen Meeresbewohnern und Insekten kommen auch Giftschlangen in Costa Rica vor. Und von diesen können wenige Arten gefährliche Giftbisse anbringen. Giftschlangenbisse können relativ einfach vermieden werden. Ziehen Sie bei Touren oder Wanderungen angemessene Kleidung an. Dazu gehören lange, nicht eng anliegende Hosen, festes, hohes Schuhwerk und ein Hut. Hüte bieten einen sehr guten Schutz gegen baumbewohnende Schlangen. Bei Wanderungen bevorzugt dorthin treten, wo man sicher sein kann, daß sich dort keine Schlange befindet, also bespielsweise nicht durch unübersichtliches Gestrüpp oder Gras laufen. Beim Übersteigen von toten oder umgefallenen Baumstämmen besonders acht geben, Schlangen lieben solche Verstecke. Manche Schlangen leben an Baumstämmen, auf Ästen, Zweigen oder auch Astgabeln. Es ist daher ratsam, sich dort nur festzuhalten oder anzulehnen, wenn man sich überzeugt hat, daß sich dort keine Schlange niedergelassen hat. Klar dürfte sein, daß man ebenfalls nicht in uneinsichtige Höhlen oder Löcher greift und barfuß im Dschungel gehen sollte man ebenfalls tunlichst vermeiden.


Klima
Trotz seiner geringen Größe, in etwa vergleichbar mit der Landesfläche der Schweiz, weist Costa Rica eine Reihe außerordentlicher verschiedener Klimata auf, die vor allem durch die Kordillerenkette, die das Land in einer immerfeuchte Karibik- und eine wechselfeuchte Pazifikregion teilt, bestimmt werden. Als Jahreszeiten werden lediglich Sommer “verano” und Winter “invierno” unterschieden, wobei mit Sommer die Trockenzeit und mit Winter die Regenzeit gemeint ist.

Regenzeit: An der pazifischen Küste herrscht im allgemeinen ab Ende Mai bis Ende November Regenzeit, mit den höchsten Niederschlagsmengen in den Monaten September und Oktober. Auf der karibischen Seite beginnt die Regenzeit bereits Ende April und dauert bis Ende Januar. Hier sind die Niederschläge in den Monaten November bis Dezember am höchsten. Insgesamt fällt im karibischen Tiefland mehr Regen als an der Pazifikseite. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt zwischen 2000 und 5000 mm jährlich.
Tropische Regen treten in zwei unterschiedlichen Formen auf: zum einen als Schauer, zum anderen als Dauerregen. Die tropischen Regenschauer setzen plötzlich ein und machen nach 1-2 Stunden genau so plötzlich wieder strahlendem Sonnenschein Platz. Die Ticos nennen diese Form “aguacero” (Platzregen). Dauerregen kommen seltener vor, meist in der karibischen Region.

Aufgrund der äquatornahen Lage des Landes herrscht in den meisten Gebieten ein tropisch warmes Klima. Die Durchschnittstemperaturen liegen in der Zentralregion zwischen 19,6 und 22° C, in den Flachländern zwischen 25 und 28° C.


Kommunikation
Kommunikationsmedien, wie Telefon, Fax oder E-Mail gibt es in Costa Rica eigentlich überall. Öffentliche Fernsprecher findet man allerdings auf dem Land meist nur in Hotels, Restaurants oder Geschäften, manchmal ist draußen ein gelbes Schild "Teléfono público" angeschlagen. Es gibt Münz-oder Kartentelefone. Telefonkarten werden in vielen Geschäften verkauft, das telefonieren mittels Telefonkarten ist etwas günstiger als ein normales Gespräch. Die gängigen europäischen GSM-Telefone funktionieren in Costa Rica seit 2006, allerdings noch nicht überall. Die großen deutschen Provider unterhalten mittlerweile Roamingabkommen mit Deutschland. Hier gilt: Bitte vorab bei Ihrem Anbieter erkundigen. Eine (teure) Alternative ist, sich ein Mobiltelefon bei einem Autovermieter zu mieten.
Die Landes-Kennziffer bzw. Landes-Vorwahl für Costa Rica ist: 00506. Auskunft national: 113, Auskunft International: 124, Vermittlung: 116. Übrigens gibt es im ganzen Land keine Ortsvorwahlen. Telefaxe kann man von ICE-Büros (nationale Elektrizitätsbehörde - Instituto Nacional Costaricense de Electricidad), von Postämtern oder Hotels versenden.
Internetcafes werden in Costa Rica immer populärer, sie findet man selbst in kleineren Städten und kann dort seine E-Mails senden und empfangen.


Kunst und Kultur
Costa Rica galt einige Zeit als kulturell zurückgeblieben. Die gesamte Kulturszene hat ihre Wurzeln in der bäuerlichen Tradition der auf dem Land lebenden Ticos. Das gilt auch für die Malerei, nach wie vor beherrschen überwiegend ländliche Szenen die Leinwand. Das ändert sich gerade, immer mehr Künstler denken und handeln kreativer. Das gilt für die Malerei, für die bildende Kunst und für die Literatur.

Die Ticos gehen außerordentlich gerne ins Theater. Dieser Trend begann an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert, als das Theater als Schulfach eingeführt wurde und in Südamerika in regelrechter Boom ausbrach. Die kleinen Bühnen in San José präsentieren eine bunte Mischung von Komödien über Pantomime bis hin zum Avantgardestück.

Die Tänze in Costa Rica sind meist traditionell geprägt. Die jüngere Generation allerdings tanzt zu heisseren Rythmen und liebt trotzdem Volksmusik. Da hört man überwiegend Merengue, Cumbia und Salsa. An der Karibikküste ist Reggae sehr beliebt.


Maße und Gewichte
Wie in Mitteleuropa gilt in Costa Rica bis auf wenige Ausnahmen das metrische System. Hier verwendet man also Kilometer, Meter, Liter usw.


Medien
In Costa Rica werden diverse spanischsprachige Zeitungen verlegt. "La Nación", "La República", "La Prensa", "El Diario" etc. "Costa Rica Today", "Central America Weekly" und "Tico Times" sind Touristenzeitungen, großteils in Englisch gehalten. Sie liegen kostenlos in Hotels aus. Deutsche Zeitungen gibt es in der Librería Francesa in San José.
Der Fernsehempfang ist flächendeckend angelegt, ausserdem existieren rund 125 Radiosender - für jeden Geschmack ist sicherlich ein passender dabei.


Nationalparks und Schutzgebiete
Der Tourismus in Costa Rica ist mittlerweile zum Wirtschaftsfaktor Nummer Eins geworden, aus diesem Grund werden kontinuierlich neue Flächen zu Schutzgebieten deklariert. Knapp ein Drittel der gesamten Landesfläche Costa Ricas sind Nationalparks und Schutzgebiete.
Costa Rica kann mit über 30 Nationalparks, rund 15 biologischen Reservaten, und weit über 100 anderen Naturschutzgebieten aufwarten. Hinzu kommen noch Hunderte private Schutzgebiete. Schutzgebiete befinden sich in allen Landesteilen, so daß nicht nur tropische Regenwälder, sondern auch Mangrovengebiete, Feucht-, Trocken-, Nebelwälder und Paramovegetationen geschützt sind.
Nr. 1 NP Santa Rosa, 2. NP Rincón de la Vieja, 3. NP Palo Verde, 4. SG Cano Negro, 5. NP Vulkan Arenal, 6. SG Monteverde, 7. NP Vulkan Poás, 8. NP Braulio Carillo, 9. NP Tortuguero, 10. NP Vulkan Turrialba, 11. NP Tapanti Macizo de la Muerte, 12. NP Manuel Antonio, 13. NP Chirripó, 14. NP La Amistad, 15. NP Cahuita, 16. Meeres-NP Ballena, 17. NP Corcovado, 18. SG Golfo Dulce, 19. NP Piedras Blancas, 20. SG Fauna Silvestre Golfito, 21. NP Isla del Coco. Die Nationalparks und Schutzgebiete Nr. 17. bis 20 werden zusammengefasst und bilden damit das größte zusammenhängende Tieflandregenwaldgebiet Mittelamerikas.
























 

Politik
Costa Rica ist eine demokratische Republik mit einem ausgeprägten verfassungsmässigen System der „checks and balance“. Die Exekutive liegt in Händen eines Präsidenten, der das Machtzentrum des Landes bildet. Es gibt daneben zwei Vize-Präsidenten und ein 15-köpfiges Kabinett, das einen der beiden Vize-Präsidenten einschließt. Der Präsident und die 57 Abgeordneten der Nationalversammlung werden nach dem Verhältniswahlrecht für vier Jahre gewählt. Eine Verfassungsreform von 1969 begrenzte Präsidentschaft und Mitgliedschaft im Parlament auf eine Wahlperiode ohne direkte Wiederwahl.
Der Wahlprozeß wird von einem unabhängigen Wahlgerichtshof als der vierten verfassungsmäßigen Säule des Landes überwacht – drei Magistrate und sechs Stellvertreter, ernannt durch den Obersten Gerichtshof. Der Oberste Gerichtshof umfasst 22 Magistrate, die von der Nationalversammlung für verlängerbare Perioden von acht Jahren gewählt werden. Daneben gibt es weitere untergeordnete Gerichte.

Vom Präsidenten ernannte Gouverneure leiten die sieben Provinzen, ihr Amt gibt ihnen aber wenig Macht. Es gibt keine Regionalparlamente. Autonome staatliche Einrichtungen genießen eine beachtliche Unabhängigkeit in der Durchführung. Das schließt die Monopole der Telekommunkationen und der elektrischen Energie ebenso ein, wie die nationalisierten Geschäftsbanken, das staatliche Versicherungsmonopol und das Institut der Sozialversicherung.

Costa Rica fördert seit geraumer Zeit die Demokratieentwicklung und den Respekt vor den Menschenrechten. Bis vor nicht langer Zeit unterschied sich das politische System des Landes wesentlich von denen seiner zentralamerikanischen Nachbarn. Stetig hat es seine demokratischen Institutionen und ein Verfassungsbild für Regierungswechsel entwickelt. Verschiedene Faktoren einschließlich vorausschauender Regierungsmitglieder haben zu dieser Tendenz beigetragen: relativer Wohlstand, durchgängige soziale Klassen, Bildungschancen, die zu einer stabilen Mittelklasse führten, sowie hohe Sozial-Indikatoren. Das Fehlen eines stehenden Heeres hat militärische politische Interventionen verhindert, gleichzeitig wurden die eingesparten Staatsausgaben in den Sozialsektor, und zwar vor allem in Bildung und Gesundheit investiert.


Provinzen
Costa Rica ist in sieben Provinzen gegliedert: San José (254 Einwohner/qkm), Alajuela (63 Ew./qkm), Cartago (125 Ew./qkm), Puntarenas (35 Ew./qkm), Guanacaste (26 Ew./qkm), Heredia (104 Ew./qkm) und Limón (28 Ew./qkm).

Die einzelnen Provinzen werden von Gouverneuren regiert, die der Präsident ernennt. Die Provinzen sind in Kantone und diese sind wiederum in Distrikte aufgeteilt. Interessant ist, daß sich die Provinz Puntarenas vom Südteil der nördlich gelegenen Halbinsel Nicoya bis zum Süden des Landes erstreckt.
























 

Reisezeit
Costa Rica unterscheidet grundsätzlich zwischen Sommer und Winter. Die Regenzeit, der Winter (invierno), beginnt im Mai und endet Mitte November. Sommer (verano), die Trockenzeit, fällt auf die übrigen Monate - Dezember bis einschließlich April.
Als klimatisch beste Reisezeit gelten alle Monate ausser Oktober bis Mitte November. Diese sechs Wochen sind sehr regenreich und daher nur für Naturliebhaber zu empfehlen.
Glücklicherweise regnet es auch zur Regenzeit nur kurz und heftig und meist spätnachmittags oder nachts, was für angenehme Termperaturen sorgt. Im übrigen wirkt die Natur zu dieser Zeit weitaus lebendiger, man nennt diese Periode auch die "grüne Saison".

Die Temperaturen sind über das Jahr ungefähr gleich hoch. Im Hochland liegt die Durchschnittstemperatur bei rund 22 Grad, an den Küsten geht sie bis zu 30 Grad. 
Ausserhalb der Hochsaison (Dezember bis April) kann man erheblich günstiger reisen, Hotels, Autovermietungen etc. gewähren dann teils erhebliche Rabatte.


Restaurants
Restaurants gibt es in San José in allen möglichen Variationen und Preislagen. Auch in den touristischen Zentren und größeren Städten wird sich immer ein passendes Restaurant finden lassen. Auf dem Lande sieht es dagegen anders aus. Hier finden sich einfache Restaurants "sodas" mit einheimischer Küche oder chinesische Restaurants, wo man in der Regel gut und günstig essen kann.
Speisekarten nennt man "listas". Meist kommen zu den in den Speisekarten genannten Preisen 10 Prozent Service-Gebühren sowie weitere 13 Prozent Steuern hinzu, steht auf der Speisekarte "ii", dann heisst das, daß die Steuern bereits inklusive sind. Trinkgeld ist in Costa Rica nicht obligatorisch, sie können es einfach auf dem Tisch liegen lassen - wenn Sie mit dem Service zufrieden waren.


Sicherheit
Costa Rica ist ein phantastisches und auch ein sehr sicheres Reiseland. Es gibt seit über 50 Jahren kein Militär, keine Guerilleros, keine Terroristen, die Polizei ist teilweise korrupt aber zumindest freundlich - was will man mehr.

Das deutsche Auswärtige Amt gibt für Costa Rica nur einen relativ "flachen" Sicherheitshinweis heraus, auch das spricht für geordnete Zustände. Trotzdem muß man auch hier einige Dinge beachten. Das gilt speziell für einige wenige Stadtteile von San José sowie den Süden der karibischen Küste. Hier sind kleinere Diebstähle an der Tagesordnung, auch Überfälle kommen vor.

Wertsachen sollten nicht im Hotelzimmer verbleiben, die gehören in den Hotelsafe, Safe-Quittung nicht verlieren. Wenn Sie Wertsachen, z. B. Kameras, Portemonnaies, Bargeld, Schmuck oder schöne Uhren offen zeigen, ist das für Taschendiebe eine Einladung. Ihr Gepäck sollten sie nicht für 10 Sekunden aus den Augen und schon gar nicht im Mietwagen liegen lassen. Auch im Gepäckabteil der Busse ist ihr Gepäck nicht unbedingt sicher, also bitte darauf achten. Taschendiebe sind besonders in der Nähe der Busbahnhöfe in San José und in Bussen aktiv.


Souveniers
An Souveniers finden sich of Holzschnitzereien, Textilien, Lederarbeiten, Hängematten und Töpferwaren. Einheimischer Kaffee ist ebenfalls sehr zu empfehlen, irgendwie schmeckt der besser als anderer Kaffee...
Hüte, die zumeist aus Panama importiert werden, sind von hervorragender Qualität und sehr günstig. Falls Sie antike Kunstgegenstände erwerben wollen - die sind zumeist Imitationen und nicht antik. Sportartikel und Textilien internationaler Marken kann man in Costa Rica überall erwerben und sie liegen preislich teils extrem unter den Preisen in Deutschland. Vergleichen lohnt auf jeden Fall.
Strafbar machen Sie sich, wenn Sie geschützte lebende oder tote Tiere in jedweder Form (also auch Gürtel aus Schlangenleder oder beispielsweise Korallengestein) auszuschmuggeln versuchen, auch Muscheln und Schneckengehäuse, die man am Strand findet, zählen teilweise dazu. Im Zweifelsfall besser liegen lassen.


Sport
Costa Rica bietet gleichermaßen für Sport- und Erholungssuchende ein unheimlich vielfältiges Programm. Wer allerdings geharkten, weißen Sandstrand a la Malediven erwartet, wird enttäuscht werden, hier erwarten einen großteils naturbelassene Traumstrände, die sich für vielerlei Wasseraktivitäten eignen.
Schwimmen kann man gleichermaßen auf der Karibik- oder Pazifikseite, das Wasser ist eigentlich immer angenehm warm. An manchen Stellen gibt es gefährliche Strömungen, bitte erkundigen Sie sich unbedingt, wo Sie gefahrlos schwimmen können. Surfen geht ebenfalls fast überall - am besten an der Pazifikküste, doch auch südlich von Puerto Viejo an der Karibikseite gibt es sehr gute Plätze. Für Windsurfer empfiehlt sich der See Arenal, er ist aber für Anfänger nicht geeignet.
Segeln und Motorboot fahren? Kein Problem, ebenso Hochseefischen. Fürs Hochseefischen ist die Pazifikseite besser geeignet, und hier speziell die Bucht von Nicoya und der Golfo Dulce. Der Golfo Dulce ist relativ tief, hier finden sich viele Hochseefische wie Blue Marlin, Segelfisch und andere. Abgesehen davon gibt es hier viele Delfine und die großen, ungefährlichen Walhaie. Das große Tauch-Eldorado ist Costa Rica nicht. Andererseits gibt es an der Pazifik-, wie auch an der Karibikküste, einige gute Tauch- und Schnorchelplätze. Zwei Weltklasse-Tauchplätze sollten allerdings nicht unerwähnt bleiben: Isla del Coco (Kokosinsel), die allerdings knapp 500 Kilometer weit im Pazifik liegt und die Isla del Cano vor der Drake Bay.
Kajak fahren kann man mittels eines Küstenkajaks fast überall. Auch hier bietet sich wieder der Golfo Dulce mit seinem ruhigen Wasser und seiner phantastischen Natur an. Natürlich kann man auch auf den zahlreichen Flüssen in Costa Rica Kajak fahren.
Ein kleines Abenteuer ist das River-Rafting. Hier befahren sie mit einem Schlauchboot einen mehr oder weniger wilden Fluß, das ist auch für Anfänger geeignet.

Wandern und Bergwandern kann man überall in Costa Rica. Da bieten sich zum einen die verschiedenen Berge an, zum anderen hat man die Auswahl zwischen Savannen im Nordwesten, Nebelwäldern in Monteverde, tropische Regenwälder an der karibischen Seite und dem gigantischen Tieflandregenwald in der Region Golfo Dulce. Wichtig sind Regen- Sonnen- und Mückenschutz, außerdem wadenhohe, bequeme Wanderschuhe und möglichst ein Fernglas.
Reiten kann man ebenfalls überall im Land, mit oder ohne Führer. Tennis und Golf sind nicht so verbreitet, im Gegensatz zu Canopy. Beim Canopy schwebt man an einem Stahlseil zwischen den Baumkronen des Regen- oder Nebelwaldes - ob man dort allerdings - wegen zu großer Vermarktung - noch die Flora und Fauna geniessen kann, ist zweifelhaft. Radfahren ist in Costa Rica weitverbreitet, an vielen Stellen kann man sich Räder mieten. Doch Vorsicht: Nach Einbruch der Dunkelheit vielbefahrene Straßen meiden - Unfallgefahr.
Touristen dürfen in Costa Rica nicht jagen, Waffen dürfen nicht eingeführt werden. Angeln in Binnengewässern ist mit einer Lizenz möglich, die bekommen Sie von Ihrer Lodge oder Ihrem Reiseveranstalter.


Sprache
Landessprache in Costa Rica ist Spanisch, Englisch wird aber mittlerweile in den Tourismusregionen verstanden und gesprochen. Auf dem Lande kommt man damit allerdings nicht weit, da bietet es sich an, schon vor dem Urlaub ein paar Wörter Spanisch zu lernen. An der Karibikküste werden sie Patois zu hören bekommen, ein Misch-Masch, dass ein bißchen an Englisch angelehnt ist. Außerdem existieren noch einige lokale Indiosprachen.


Trinkgeld
Trinkgelder sind in Costa Rica grundsätzlich nicht üblich. In ihrer Restaurantrechnung ist bereits ein Bedienungszuschlag enthalten, trotzdem kann man bei gutem Service ein weiteres Trinkgeld geben.
Reiseführer erhalten bei Gruppenreisen etwa zwei US-Dollar pro Person und pro Tag, Hotel-Portiers erhalten 50 US Cents pro Gepäckstück, Taxifahrer erwarten in der Regel kein Trinkgeld, sie freuen sich aber, wenn man den Rechnungsbetrag etwas aufrundet.


Unterhaltung
Abgesehen von San José und den größeren Orten geht man in Costa Rica relativ früh zu Bett und "steht mit den Hühnern auf". Das gilt natürlich eher weniger für Touristen. Ansonsten ist alles für die abend- oder nächtliche Unterhaltung da: Kinos, Konzerte, Theater, Spielcasinos, Bars und Diskotheken - die Preise sind meist recht günstig.


Unterkunft
Costa Rica bietet ein vielfältiges Angebot an Unterkünften. Hotels sind mittlerweile auch in Costa Rica klassifiziert, zumindest die Hotels, die international operieren.
Bei Apartotels werden kleine Apartments mit Schlafraum, Küche, Bad und Aufenthaltsraum vermietet. Pensionen sind meist familiär geführt, es gibt sie in jeder Komfortrichtung. Bed & Breakfast (B&B) sind ebenfalls Privatunterkünfte mit Frühstück. Hostals und Hospedajes findet man seltener. Sie bieten i.d.R. nur Gemeinschaftsunterkünfte ohne Komfort. Lodges und Albergues sind traditionelle, der Umgebung angepasste und in der Natur gelegene Unterkünfte, meist privat geführt und teilweise mit angegliederten oder eigenen Naturreservaten. Cabinas nennt man Ein-Zimmer-Häuschen, es gibt sie in allen Komfortvarianten. Selbstverständlich gibt es auch Campingplätze, Komfort ist dort aber eher ein Fremdwort. Wildcampen, speziell an der Karibikküste wird nicht empfohlen.


Verkehrsmittel
Fußgänger haben es in Costa Rica's Städten schwer. Obwohl die Ticos relativ defensiv fahren, gilt eine Regel: Autofahrer haben Vorfahrt! Eine Alternative zum zu Fuß gehen wäre das Fahrrad, das man in Costa Rica auch leihen kann - auch hier gilt die zweite Regel: Autofahrer haben Vorfahrt!
Die Taxifahrer in Costa Rica sind wie (fast) alle anderen Taxifahrer auch. Da wird am Taxameter manipuliert oder es ist defekt usw. Also: Preise VOR der Fahrt aushandeln. Busfahren ist in Costa Rica ein Kapitel für sich. Gute Verbindungen, viele Haltestellen, günstige Preise und sogar teilweise sehr moderne Reisebusse stehen im Gegensatz zu dem Gedränge in den Bussen, sofern man, wie so oft, keinen Sitzplatz erwischt hat. Sitzplätze lassen sich aber vorab reservieren, wichtig für Fernverbindungen und Reisen am Wochenende. Achtung Taschendiebe. Zum einen greifen die sich Taschen aus dem Gepäckraum - zum anderen greifen die in die Taschen der Reisenden. Costa Rica ist nicht (mehr) ein Land der Eisenbahnen, es gibt nur drei unwichtige Linien. Fährverbindungen von/ab Puntarenas - Nicoya, Golfito - Pto. Jiménez, Golfito - Rincon, Golfito - Zancudo (Río Colorado, Flussfähre).
Mietwagen stellen eine gutes Fortbewegungsmittel dar. Es gibt in Costa Rica diverse Verleihfirmen, wir haben mit Adobe RC nur gute Erfahrungen gemacht. Wichtig: inspizieren Sie das Fahrzeug vor Übernahme auf Schäden, Funktionsweise, Zubehör, Ersatzreifen, vollen Tank und Schrammen. Wichtig für Sie als Fahrer ist die dritte Regel: Autofahrer mit GROSSEN Autos haben Vorfahrt!
Innerhalb Costa Ricas findet man auch mehrere Fluggesellschaften. Die Flugpreise sind relativ niedrig, die Flugzeiten nur kurz, so daß das Flugzeug durchaus eine Alternative zum Bus darstellt. Darüber hinaus gibt es auch noch einige Charterfluggesellschaften, hier können kleine Maschinen gemietet werden.


Wirtschaft
Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee und Bananen haben an Bedeutung verloren. Costa Rica konnte aber zahlreiche ausländische, insbesondere US-amerikanische Investoren anziehen und damit seine Exportpalette diversifizieren. Mit den USA wurde inzwischen Einigkeit über den Text eines Freihandelsabkommens erzielt, angesichts der starken Außenwirtschaftsabhängigkeit vom US-Markt besonders wichtig. In dem Abkommen ist u. a. auch die Aufhebung des staatlichen Versicherungsmonopols sowie eine starke Einschränkung des Telekommunikationsmonopols vorgesehen.

Die costaricanische Wirtschaft entwickelte sich im Jahr 2003 mit einem Wachstum von 5,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) sehr positiv. Die Exporte stiegen 2003 um 16 Prozent, die Importe um 11 Prozent. Die öffentliche Verschuldung ist unverändert hoch: das Haushaltsdefizit betrug 2003 4,1 Prozent (gegenüber 5,7 Prozent im Jahre 2002). Abhilfe soll eine umfassende Steuerreform schaffen, die derzeit im Parlament beraten wird.
Die Währungspolitik ist gekennzeichnet durch Stabilität. Die Wettbewerbsfähigkeit soll durch tägliche, marginale Abwertungen gesichert werden. Die Inflationsrate lag 2003 bei 9,9 Prozent, in diesem Jahr wird sie aufgrund der hohen Energiepreise voraussichtlich bei 11 Prozent liegen.

Die Strukturen der costaricanischen Wirtschaft haben sich innerhalb weniger Jahrzehnte dramatisch verändert: Costa Rica hat sich vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5 Prozent zum BIP beitrug, beläuft sich 2001 die Ziffer nur noch auf 7,8 Prozent; Dienstleistungen und Industrie haben hingegen einen Anteile von 65 bzw. 20 Prozent. Für den Arbeitsmarkt ist die Landwirtschaft mit einem Anteil von 15 Prozent noch von großer Bedeutung.

In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. Vor allem US und europäische Großfirmen haben sich mit erheblichen Investitionen in Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. Der Tourismus ist inzwischen wichtigster Devisenbringer des Landes (Einnahmen 2002: 1,078 Mrd. USD). Insbesondere der so genannte "Ökotourismus" bringt Gäste nach Costa Rica. Rund 30 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Für die Stromerzeugung ist Wasserkraft besonders wichtig (ca. 90Prozent). Bei Öl besteht volle Importabhängigkeit.
Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costaricanischen Wirtschaft dar, die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Die Bedeutung der traditionellen Agrarexportgüter (Bananen und Kaffee) geht immer mehr zurück; sie stellen nur noch rund 12 Prozent der Gesamtausfuhren (2002). Dominierender Handelspartner sind mit einem Anteil von gut 50 Prozent die USA.

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATT und war 1995 Gründungsmitglied der WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano), dem auch Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua angehören. Freihandelsabkommen bestehen mit Chile, Mexiko, Panama, der Dominikanischen Republik, Kanada und Caricom. Das Anfang 2004 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen den zentralamerikanischen Staaten und den USA muss noch ratifiziert werden.
 

Auszug für EQUIS Residenzen, Costa Rica Landesinformationen
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